Bewertung: 5

Review: #4.02 Zwei Amerikaner in Großbritannien (2)

Dass Brennan und Booth nicht so schnell wie gehofft wieder nach Washington zurückkehren, ließ die Doppelfolge vermuten, aber dass ein Staffelauftakt derartig trostlos wird, das konnte nun wirklich keiner ahnen. Nach dem Ende dieser Folge war ich wirklich erleichtert, dass London Geschichte war.

Der Fall

Dr. Ian Wexler ist tot! Ich bin geschockt. Nein, das wahrlich nicht. Als Booth diesen Anruf bekam und er Brennan mitteilte, dass irgendetwas mit Wexler sei, dachte ich zuerst, dass es eine gute Folge werden würde, denn schließlich wurde ein Cop umgebracht. Allerdings stellte sich bald heraus, dass die Folge wirklich keine Hammerfolge ist. Es ging ja schließlich um Wexler und der nervte mich bereits im Staffelauftakt. Dass der noch nerven kann, wenn er tot ist, ließ mich echt schwarzsehen. Gewundert habe ich mich über Cate. Klar, Ian war ihr Partner, aber man hat zwischen ihnen beiden nicht etwas Intimes oder Privates beobachten können, dass man im geringsten auch nur annehmen konnte, beide seien ein Paar oder Gelegenheitspaar. Dann war sie außerdem nicht wiederzuerkennen, da sie nicht mit Brennan und Booth zusammenarbeitete, nachdem sie beide um Hilfe bat, sondern anfangs alleine ermittelt oder sogar gegen Booth und Brennan, obwohl die schon längst wussten, dass zwischen Cate und Ian etwas lief.

Die Luft ging bei diesem Fall schnell raus. Das lag meiner Meinung nach an den zu vielen Zeugen, mit denen Wexler die Nacht noch verbrachte und aus denen man zugleich Verdächtigte machte, sodass ich bald den Überblick verlor. Von Spannung fehlte ebenfalls jegliche Spur. Einzig Booth lockerte durch seine Sprüche einige Szenen auf, wie auch schon im ersten Teil dieser Doppelfolge. Es waren mir einfach zu viele Verdächtige und mit fast jeder neuen Cate-Szene kam per Fingerschnippen ein neuer hinzu. Also besonders gut umgesetzt und logisch fand ich dies nicht gerade. Während die Folge so lief, konnte ich nichts anderes, als beim Fall mein Gehirn abzuschalten, weil es langweiliger nicht mehr ging. Da waren die Nebenplots in Washington eindeutig interessanter und unterhaltsamer.

Vierer"beziehung"

Dass Cam mit Grayson im Bett landet, konnte man nicht unbedingt vorhersehen, aber bereits im ersten Teil von "Zwei Amerikaner in Großbritannien" war sie so hin und weg von ihm, dass dies nur eine logische Folge war. Dass sie auf Hodgins gewöhnlicher Frage, wie es mit Grayson lief, fast angstgelähmt reagierte, zeigte ihre menschliche Seite, da sie ein schlechtes Gewissen Angela gegenüber bekam. Ich konnte dies jedoch nicht nachvollziehen, da für Angela Grayson Geschichte zu diesem Zeitpunkt war und sie mit Hodgins längst über ein Flitterwochenziel plauderte. Dass Cam darauf Dr. Sweets zurate sucht, war etwas aufsehenerregend, so wie es immer ist, wenn Sweets helfen soll oder es einfach tut. Doch in dieser Szene sah man deutlich, wie Cam mit sich hadert und das schlechte Gewissen sie fast auffrisst. Dass sie es Angela sagen soll, die sich schließlich dann noch zu Cam gesellt, beruhigt Cam auf eine Art, aber genauso die Neuigkeit, dass sie einen neuen Fall haben und sie erstmal damit beschäftigt ist. Doch dass es Cam dann so mir nichts, dir nichts entschlüpft, hätte ich jetzt nicht erwartet. Habe eher erwartet, dass sie Angela zu sich ruft und beide ein Gespräch unter vier Augen führen. Auf eine Art war sie ihr schlechtes Gewissen jetzt los und lustig kam diese Szene ebenfalls herüber, vor allem im Zusammenspiel mit Clark.

Von wegen es stört Angela nicht im Geringsten? Wenn Blicke töten könnten, wäre Cam nach ihrem Geständnis umgekippt und auch Hodgins war nicht gerade erfreut zu hören, dass Grayson noch einen Tag in der Stadt ist. Auch Hodgins soll einer verstehen. Er steht Angela in ihrem Schock bei, weil Cam mit ihrem Ex geschlafen hat. Jack beleidigt sie und ist meiner Meinung sehr von oben herab, aber eigentlich kann er doch froh sein, dass Grayson nicht nur auf seine Angela, sondern auch auf andere Frauen steht und so fast aus der Stadt ist. Dann das Entschuldigungs-Szenario bei Sweets im Büro. Das war so was von unehrlich. So arrogant habe ich Jack noch nie gesehen, von Angela habe ich ehrlich gesagt gar nichts anderes mehr erwartet. Alleine Cam kam mir aufrichtig vor.

Unlogischer Schritt

Angela hätte es besser nicht ausdrücken können, als sie die Vermutung aufstellte, dass Hodgins kein Vertrauen mehr ihr gegenüber hat. Wie denn auch bitte? Zuerst erfährt er von Grayson von dem Kuss, dann gibt ihm Angela keine Antwort auf seine Frage, warum es ihr nicht egal ist, dass Cam mit Grayson geschlafen hat. Bei mir ist Angela mit ihrem Verhalten seit der letzten Episode schon durch, aber dass sie auf so eine Art und Weise mit Hodgins Schluss macht und sie sogar noch erleichtert darüber ist, das war ja wohl vollkommen überflüssig. Sie hat die "gute" Gabe, Hodgins sogar noch die Schuld für dieses Aus in die Schuhe zu schieben, dabei hing doch alles an ihr selbst. Wer regte sich über Cam auf, sie oder Hodgins? Es war allein ihre Schuld. Hodgins jetzt ein schlechtes Gewissen zu machen, weil er sie nicht aufhält, das fand ich nur noch fies von ihr. Zum Schluss tat er mir nur noch leid. Was sich die Autoren nach der Fast-Hochzeit und dann mit der Suche nach Grayson jetzt mit dieser 360-Grad-Wendung und vor allem sehr unlogischem Schritt gedacht haben, weiß der Geier. Ich hoffe aber, dass beide in naher Zukunft wieder zusammen kommen werden und falls doch nicht, Freunde bleiben und sich nicht hassen.

Wie sagte Friedrich Nietzsche so schön: "Zu den Dingen, welche einen Denker in Verzweiflung bringen können, gehört die Erkenntnis, dass das Unlogische für den Menschen nötig ist, und dass aus dem Unlogischen vieles Gutes entsteht." Das kann ich nur hoffen, noch kann ich nicht mal das Geringste an etwas Gutem daran sehen.

Fazit

Auch der zweite Teil von "Zwei Amerikaner in Großbritannien" hatte so seine Stärken und Schwächen, wobei Letzteres überwiegt. Dank Booth und der Cam-Angela-Hodgins-Storyline wurde es dann doch noch eine durchschnittliche Episode mit einem enttäuschenden Ende. Dass Clark am Ende den Job hinschmeißt, weil es ihm zu dramatisch ist, was das Privatangelegenheiten seiner Kollegen angeht, kann man nachvollziehen, aber fehlen wird er mir dennoch. Er war zwar nicht der Ersatz für Zach, trotzdem ein guter Wissenschaftler, der auch für einige Lacher sorgte. Ich hoffe, Edison sieht man in künftigen Folgen wieder.

Dana Greve - myFanbase

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