Bewertung: 7

Review: #10.03 Unersättlich

Foto:

Die dritte Episode der zehnten Staffel von "American Horror Story" macht so weiter, wie man es von dieser Serie gewohnt ist: brutal und viel Blut. Obwohl sich mir der Sinn dahinter langsam immer mehr erschließt, muss ich diesmal sagen, dass mir noch ein bisschen mehr Information fehlt. Information darüber, wie man die Pille nun unter die Leute gebracht hat, warum man dies getan hat und ob man sich der Konsequenzen bewusst gewesen ist. Mit dem Charakter von Angelica Ross haben wir wahrscheinlich jemanden kennengelernt, der Aufklärung bringen könnte: Die Chemikerin.

Der Schlüssel zur Geschichte?

Nachdem Alma ja von Doris am Friedhof gefunden worden war und verschmiert vom ganzen getrunkenen Blut gewesen ist, war ich mir nicht sicher, wie Doris nun reagieren würde. Dabei war es echt einfach, denn sie ist schon in den letzten Episoden immer wieder hysterisch gewesen und natürlich musste sie wieder die Krankheit auf den Tisch bringen, die aber rein gar nichts mit dem zu tun hat, was mit Alma und auch Harry passiert ist. Ich denke, Doris weiß dies auch, auch wenn sie sich etwas anderes einreden will. Vermutlich wollte sie deshalb, dass Harry ihre gemeinsame Tochter wieder zurück nach New York bringt, damit sie sich vielleicht einreden kann, dass damit der Spuk vorbei ist. Dass dem nicht so ist, wissen Vater und Tochter und wir Zuschauer*innen.

Aber davon mal abgesehen, mag ich die Szenen zwischen Alma und Harry sehr gerne, denn ich glaube, die beiden haben auch ohne die Pillen eine Verbindung zueinander, nur dass sie jetzt intensiver vorhanden ist. Mir ist auch klar, dass diese sich garantiert noch ändern wird, gerade wenn man die letzten Minuten dieser Episode bedenkt, zu denen ich später noch einmal genauer drauf eingehen werde. Ich finde es aber interessant, auf welcher Ebenen sich Vater und Tochter unterhalten, wenn man bedenkt, dass Alma erst neun Jahre alt ist.

Und natürlich möchte Harry als Vater, wenn manchmal anscheinend jedoch kein allzu aufmerksamer, dass seine Tochter nicht noch mehr in Gefahr schwebt als ohnehin schon. Es wäre aber ehrlich gesagt in meinen Augen sowieso zu einfach gewesen, wenn Harry ihr ohne Probleme das nötige Blut besorgt hätte. Immerhin ist er sozusagen noch Anfänger, was ja eigentlich bedeutet, dass man da noch Fehler macht. Ich will nicht sagen, dass sein Vorgehen bei Tony und seinem Weibsbild fehlerhaft war, aber vielleicht hätte der gute Harry eben doch mehr auf die kleinen Dinge achten sollen. Denn meiner Meinung nach gab es schon ein paar Sachen im Haus, die Gefahr signalisiert haben.

Dass Ryan Murphy und sein Team auf Brutalität und viel Blut setzen, steht außer Frage. Jedoch kommt man nun auch noch mit einer Art Porno um die Ecke und ich bin mir nicht ganz sicher, ob ich eher fasziniert davon sein soll, wie sie es schaffen, sowas in einer solchen Serie auch noch unterzubringen, oder eher angewidert von dem sein soll, was ich da gesehen habe. Zwar konnte Harry sein 'Versprechen' gegenüber seiner Tochter einhalten und ihr das Blut besorgen, jedoch bleibt und blieb sein Handeln ja nicht ohne Konsequenzen. Denn klar, genauso wie er selbst, Belle und Austin braucht auch Alma mehr Blut – welches er besorgen muss. Das Problem ist eben, dass Belle und Austin Wind davon bekommen haben und ihm untersagt haben, seine Tochter weiter mit Blut und Pillen zu versorgen. Jedoch konnte ich mir schon denken, dass er nicht einfach nur mit einer Warnung davonkommt. Wir sind schließlich bei "American Horror Story", wenn ich auch nicht ganz sicher bin, auf was sich der Horror diesmal genau bezieht. Möglicherweise darauf, was man alles tut, um berühmt zu sein, zu werden und wahrscheinlich auch zu bleiben. Umsonst heißt es nicht, dass manche töten würden, um etwas zu bekommen. Naja, wie dem auch sei. Harry steht auf jeden Fall bei Belle auf der Abschuss- und Todesliste. Bezüglich dazu ist mir aufgefallen, dass Austin immer mit den Fingern schnipst, wenn sie eine*n Todeskandidat*in haben. Denn er hat nicht nur bei den verwahrlosten drei Menschen geschnipst, sondern auch bei Ursula – Harrys Agentin.

Ja, Ursula ist auch eine Todeskandidatin und ich bin mir nicht ganz sicher, ob sie mir leid tun sollte, oder nicht. Denn mal ehrlich: Sie ist extrem neugierig und unnachgiebig. Und dass das dem ein oder anderen ein Dorn im Auge ist, kann ich schon verstehen. Ich kann verstehen, dass sie als Agentin darauf aus ist, etwas liefern zu wollen, aber sie wurde ja auch von Harry vorgewarnt, dass sie auf sich aufpassen soll. Bei Belle und Co hilft ihr Pfefferspray so gar nichts. Wäre aber schon irgendwie lustig, würde sie dies bei den kahlköpfigen Männern einsetzen – die habe ich diesmal irgendwie vermisst. Aber Ursula steht nicht nur bei Belle auf der Abschussliste, sondern auch bei der Chemikerin, die großartig von Angelica Ross gespielt wird. Ich könnte wetten, sie ist der Schlüssel oder zumindest ein Schlüssel, weshalb es die Pille gibt. Interessant ist noch, was für einen Deal sie genau abgeschlossen hat, ob sie vielleicht auch noch für wen arbeitet und was noch damit in Zusammenhang steht.

Apropos Zusammenhang. Also dass Chief Burleson bereits das Zeitliche gesegnet hat, hat mich zwar überrascht, aber in dieser Episode war sie echt bedrohlich. Kompliment an Adina Porter. Spannend ist aber, dass offenbar Ursula nicht nur von dem Mord weiß (was Alma auch hätte unmöglich verstecken können), sondern vielleicht sogar einen Deal mit Harry aushandeln will. Denn Harry hat ja das Blut aus Doris' Finger gesogen. Möglich wäre also, dass sich Ursula nun als eine Art Blutbank zur Verfügung stellt, was sie vielleicht vor dem Tod schützen könnte?

Randnotizen

  • Den Kampf zwischen Mickey und dem Süchtigen am Strand fand ich ziemlich gestellt. Mickey ist zwar nun echt keine Leuchte, aber er hat sich saudumm angestellt, als er den umbringen wollte und wäre dabei auch noch fast selbst draufgegangen, der Trottel.
  • Ich freue mich immer wieder, wenn Denis O'Hare bei "American Horror Story" auftaucht. Als Holden Vaughn scheint er etwas spirituell unterwegs zu sein, was aber auch irgendwie passt. Mal sehen, wie er in die ganze Sache noch verstrickt wird.
  • Leslie Grossman erinnert mich optisch sehr an Sängerin Anastacia. Vielleicht singt Ursula uns ja doch noch ein Ständchen, auch wenn sie von Belles und Austins Gesang ziemlich angepisst war.



Fazit

Zwei neue Figuren, jede Menge Blut, viel Brutalität, eine Art Porno und noch mehr Fragen, deren Klärung es bedarf. Wenn der erste Teil der Staffel mit den kommenden drei Episoden abgeschlossen werden soll, sollte die Serie doch mal etwas mehr auf die Tube drücken, damit wir noch hinter das Geheimnis kommen, was es mit der Pille genau auf sich hat.

Daniela S. - myFanbase

Diese Serie ansehen:


Vorherige ReviewÜbersicht

Diskussion zu dieser Episode

Du kannst hier mit anderen Fans von "American Horror Story" über die Folge #10.03 Unersättlich diskutieren.