Bewertung: 7

Review: #3.04 Neun Verbrechen

Die Episode plätscherte über weite Strecken mal wieder vor sich hin, nahm dann gegen Ende aber ordentlich Fahrt auf. Das scheint vielleicht einfach das Ding der Serie zu sein. Hoffentlich endet es diesmal nur nicht mit einem ähnlich enttäuschenden Finale.

Do not try to find me. I do not wish to be found.

Gleich zu Beginn der Episode wird (für mich) überraschend sofort die Bill-Story aufgeklärt und er macht mit Sookie Schluss. Das wird natürlich in eine fürchterlich klischeehafte Story eingebunden, in der Bill Sookie erklärt, dass ihre Beziehung ja von Beginn an dem Untergang geweiht war und sie beide einfach aus verschiedenen Welten stammen. Das hört man eigentlich regelmäßig in jeder Dramaserie und ist auch die Basis vieler berühmter Liebesgeschichten. Er legt natürlich noch eins drauf, als er Sookie klarmacht, dass er gerade Sex mit Lorena hatte und das nicht gerade auf die sensibelste Art und Weise: "We fucked like only two vampires can." Klar natürlich, dass Sookie die Suche nicht aufgibt, wäre jetzt aus Zuschauersicht auch etwas langweilig.

Sie hat mir in der Folge wieder ganz gut gefallen, v. a. in ihrem großartigen Werwölfinnen-Outfit. Die ganze Werwolf-Story erschließt sich mir auch noch nicht völlig, deshalb war ich ganz dankbar, dass Sookie in der Bar den Part des Erklärers übernommen hat, der den Zuschauern klarmacht, was da vor sich geht mit dem König von Mississippi, was die beiden ja noch nicht mal wissen. So einige Fragen bleiben bei mir aber noch offen, was auch daran liegen kann, dass mein Seriengedächtnis extrem schlecht ist und ich deshalb nicht mehr mitkomme. Zum Beispiel hatte der König doch gesagt, dass er Sophie-Anne heiraten wolle, oder nicht? Warum will er sie dann dran kriegen, was ihren Tod bedeuten könnte? Oder hofft er einfach darauf, dass Eric und Pam sie nicht verpfeifen?

Es gefiel mir ganz gut, dass sich der Kreis bereits in dieser Folge ein wenig schloss und man die Zusammenhänge erkennen konnte. Eben jenes Problem war nämlich ein Schwachpunkt der letzten Staffel. Und wo wir gerade bei dem geschlossenen Kreis sind, so gefällt mir, dass auch Taras Story in die Sookie-Story mit eingebunden wird, so dass es nicht wieder so viele isolierte Handlungsstränge gibt. Nach dieser Folge bin ich mir nicht mehr so sicher, was ich von Franklin halten soll. Er ist schon extrem freakig und beängstigend, was irgendwie auch logisch ist, immerhin kriegt Tara ja jede Season die Freaks ab. Tara ist jetzt schon mal bei Bill und ich bin gespannt, was sich daraus entwickelt. Franklin war ja sicher nur der Informant des Königs, wie es nun scheint, der ja auch Sookie ausfindig machen wollte.

I got skills you can’t even dream of cowboy.

Eingestreut wird wieder mal ein Sookie-Eric-Sextraum, diesmal aber überraschenderweise von Eric. Pam tat mir sehr Leid, da sie der Kollateralschaden zu sein schien. Glücklicherweise hat Eric doch etwas Loyalität in sich und eilt ihr zur Rettung. Dass die beiden nun einfach mal Bill dran kriegen wollen, ist schon ein ziemlicher Hammer. Andererseits hat er sie ja auch an den König verraten, von daher... Aber ich bin gespannt, wie man sich hier aus der Affäre ziehen will. Am Ende ist es dann vielleicht doch Sophie-Anne, die im wahrsten Sinne des Wortes den Kopf hinhalten muss. Ein guter Aspekt an dieser Story ist natürlich, dass wir Zeljko Ivanek wiedersehen durften.

Bill entwickelt sich derweil auch sehr zu seinem Schlechten (oder für den gerne amüsierten Fernsehzuschauer: Guten). War er erst noch so übermäßig höflich und altmodisch, hat er nun keinerlei Probleme eine Frau mal eben zu verprügeln und ihren Tod zu organisieren. Ich finde das ja etwas übertrieben. Klar, Lorena nervt und belästigt Bill, wo sie nur kann. Sie steckt ja wahrscheinlich auch dahinter, dass Bill überhaupt nach Mississippi verschleppt wurde. Aber dass er sie deswegen gleich umbringen muss... Am Ende gibt es noch ein nettes Büffet und ausgerechnet eine Stripperin erhellt Bill mit ihrer unendlichen Weisheit. Ob uns das jetzt etwas sagen sollte? Ich weiß es nicht. Aber widerlich in typischer "True Blood"-Manier war es allemal.

Was sonst noch geschah...

Das war es eigentlich auch an größeren übergreifenden Storys, ansonsten gab es, wie es in der Serie eben mal so ist bei gefühlten 200 Hauptdarstellern, zahlreiche kleinere Nebenstorys, die die Episode zusammenhielten.

  • Sams Familienstory gefällt mir ganz gut, vielleicht weil sie vergleichsweise so normal ist. Ich bin gespannt, ob man daraus mehr macht als das kleine Familiendrama, das man bis jetzt gesehen hat. Mir würde es jedenfalls reichen, da Sam als Charakter schnell nerven kann.

  • Bud zieht es tatsächlich durch und geht in Rente, was mich doch überrascht hat. Das macht sein Ende in der letzten Episode irgendwie fast noch lustiger. Das ist wahrscheinlich alles eher für Andy interessant als jetzt wirklich in Hinblick auf Bud, der ja gut auch so weiterhin in die Story eingebunden werden kann wie die übrigen Bewohner von Bon Temps auch. Interessant ist in dem Zusammenhang Jasons Bestechungsversuch, der schon recht heikel ist, aber das schien ihm ja auch selbst klar zu sein, was an seiner Reaktion abzulesen war nach seiner Konversation mit Andy. Jason als Cop? Ich freu mich drauf! Jason als Cop, der keine Ahnung von seinem Job hat, weil er nichts lernen will, und einfach mal drauf los macht? Ich rieche schon Comedy-Gold. Auch ansonsten scheint Jason eine Erleuchtung gehabt zu haben und bereitet einem "armen" High-School-Jungen ein ziemlich seltsames Erlebnis. Aber es gab uns auch einen ganz guten Einblick in sein momentanes Seelenleben. Nett gemacht.

  • Jessica wird Kellnerin im Merlotte’s, aber nicht wirklich, weil sie noch nicht 18 ist und auch nie sein wird. Okay... Ist vielleicht nur ein Schritt, sie besser in die Serie zu integrieren, nun da Bill und Sookie – mal wieder – außer Staates sind. Sie erkennt auch gleich, wie praktisch ihre Glamor-Fähigkeit ist, als sie jemand von früher wiedererkennt. Natürlich führt das – wenig überraschend – dazu, dass Hoyt glaubt, sie habe bereits einen neuen an der Angel. Ein bisschen Liebesdrama muss wohl sein.

  • Und wieder gab es eine Eric-Lafayette-Szene, wofür ich sehr dankbar bin. Es war schon ziemlich cool, wie Eric Lafayette mal eben rettete und ihm dann eine Lektion in Sachen Business erteilte. Gerne mehr davon, wobei Eric jetzt sicher andere Dinge im Kopf hat. Lustig fand ich es, wie er mal eben aus dem Fenster entwischte, während Lafayette vor sich hinredete.

Fazit

Wie bereits erwähnt hatte die Episode etwas schleppende Momente, aber auch gute Szenen, die einen sowohl über weite Strecken im Unklaren lassen als auch über einige Zusammenhänge erhellen. Es könnte der Beginn einer guten Staffel werden, doch das ist momentan leider noch nicht ganz abzusehen.

Nadine Watz - myFanbase

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