Bewertung: 7

Review: #2.03 Kratzer

Solide Folge mit einigem an typischem "True Blood"-Ekel, mehr Sookie/Eric-Szenen, die mir immer besser gefallen, und einer zarten jungen Liebe, die mir endlich mal ein richtiges Paar zum Mitfiebern gibt...

Your human is getting cocky...

Zu Beginn der Episode sah man endlich mal die Szene aus der Sneak-Peek, die einige Zeit vor Staffelbeginn im Internet herumschwirrte. Gruselig, wie Sookie durch die Gegend irrte und schließlich angegriffen wurde. Natürlich wieder die perfekte Gelegenheit, erstens eine wahnsinnig abartige Kreatur zu zeigen und zweitens Sookie erneut Gelegenheit zu geben, ihre wohl gekonnten (ja, leider Ironie meinerseits) Schreie loszulassen. Ich weiß nicht, ob es an mir liegt, aber Anna Paquins Gekreische wirkt mir meist einfach zu unecht und aufgesetzt. Als sie allerdings bei Dr. Ludwig auf dem Tisch lag, hätte ich auch fast mitgeschrieen. Unglaublich eklig und ging im wahrsten Sinne des Wortes unter die Haut. Wenn die Serie eines ordentlich kann, dann ist es das.

Dann sah man erneut ein wenig durchblicken, dass Eric nicht uninteressiert an Sookie ist. Als Bill sie ins "Fangtasia" brachte, wurde auch gleich klar, wie Eric sie wohl nach Dallas bekommen würde. Denn freiwillig würde Sookie wohl nicht gehen. Dann kam es allerdings doch etwas anders, als Sookie von Lafayette erfährt. Ich muss ganz ehrlich gestehen, dass ich Sookies Fähigkeit irgendwie schon wieder vergessen hatte, bis sie schließlich die Gedanken der armen Ginger las. Ich finde es jedenfalls immer wieder großartig mitanzusehen, wie unglaublich frech Sookie zu Eric ist, den das schon irgendwie zu amüsieren scheint, während Bill ein paar Mal ordentlich die Zähne zusammenbeißen muss. Mein persönlicher Lieblingsdialog der Folge, wenn nicht sogar der Serie bisher:

Eric: "You surprise me. And that is a rare quality in a breather."
Sookie: "You disgust me."
Eric: "Perhaps, I'll grow on you."
Sookie: "I'd prefer cancer."

Auch heftig zu sehen war die Szene, als Lafayette endlich nach Hause kommt (entgegen aller Erwartungen doch nicht als Vampir, was angesichts der Schlussszene der letzten Episode schon etwas verwirrend ist) und zusammengekauert auf dem Sofa hockt. Wird sicher interessant werden, wie er sich von nun an entwickelt. Wird er seinem alten Lebensstil wirklich den Rücken kehren? Und wie werden die Erlebnisse seine Einstellung gegenüber Vampiren beeinflussen? Ich meinerseits bin nach wie vor froh, dass man Lafayette hat leben lassen, und hoffe, dass die kommenden Storys es diesen Schritt wert sein lassen.

I'm glad to see you two are bonding...

Weiterhin gefällt mir die Maker-Vampir-Beziehung zwischen Bill und Hoyt, denn auch in dieser Episode wurde wieder der Vergleich nahegelegt, dass Bill wie eine Art Vater für die junge Jessica fungiert. Besonders Erics Kommentar "being a maker can be such a rewarding thing" erinnerte ein wenig an die Situation von frischgebackenen Eltern. Außerdem interessant finde ich, welche Macht Bill als "Macher" augenscheinlich über Jessica zu haben scheint.

Aber kommen wir direkt zu meiner neuen Lieblingsstory. Jessica tat mir schon ein wenig Leid, als sie aufwachte und niemand da war. Da hätte sich Bill ruhig etwas besser kümmern können. Momentan hat er jedenfalls noch Einiges aufzuholen, was das Vater- bzw. Maker-Sein angeht. Als das junge Mädchen dann aufgetakelt das "Merlotte's" betritt, war ich nicht nur absolut hin-, sondern vor allem auch hin- und hergerissen. Wunderhübsch sah sie aus und ich war noch entzückter, als sie sich anscheinend Hoyt anlachte. Doch nach dem ganzen Gespräch über die mangelnde Kontrolle von Jessica als Vampirin hatte ich doch die Befürchtung, dass dies böse für den wahnsinnig niedlichen Hoyt enden könnte. Doch nein, stattdessen gab es einige der zuckersüßesten Szenen der Serie überhaupt. Hoyts Komplimente, seine Reaktion, als Jessica ihm (Gott sei Dank!) gesteht, dass sie Vampirin ist, doch besonders der erste Kuss der beiden, als Jessicas Fangzähne zum Vorschein kommen. Sookie hatte mit ihrer Teenager-Analogie wohl doch nicht ganz Unrecht.

Als Jessica dann etwas sagte von wegen, sie habe schon zu lange gewartet, dachte ich tatsächlich dasselbe wie Bill und war bereits etwas enttäuscht, doch umso erfreuter, als es sich als eine Fehleinschätzung herausstellte. Ich denke, Bill hat die beiden aus diesem Grund auseinandergehalten, doch was er von einer Beziehung von Jessica mit einem Menschen halten wird, dürfte auch interessant werden. Da bleibt sicherlich viel Spielraum für weitere Vater-Analogien. Ich freu mich drauf!

I'm so fucking lost!

Jason ist zum Großteil leider doch immer noch dieser nervige Charakter aus Staffel 1 und ich kann nur schwer eine Bindung zu ihm aufbauen. Deshalb ergriff mit auch sein Weinen, als er mit Sarah auf der Veranda redete, überhaupt nicht. Immerhin konnten wir diesmal jedoch auch die andere Seite von ihm sehen. Sein Mitgefühl für Eddie, die Beziehung seiner Schwester, die er akzeptiert zu haben scheint, und insbesondere sein sehr vernünftiger (im Gegensatz zu den Kreaturen um ihn herum) Kommentar bezüglich Rene, nachdem Sarah behauptet, eine Person würde einem Menschen nicht so etwas antun, wie es ein Vampir bei einer der Gruppenangehörigen getan hat.

Die Story mutet noch etwas seltsam an und man weiß nicht recht, wohin es gehen soll. Doch mir gefällt nach wie vor die Art und Weise, wie man die Story der konservativen Christen angeht, die es in Amerika ja haufenweise gibt und die dann eben nicht gegen Vampire, dafür aber gegen Schwarze, Schwule, Ausländer etc. hetzen. Mir gefällt auch die Überspitztheit, mit der alles dargestellt wird, die dämlichen Aussagen, von denen man meinen könnte, kein normaler Mensch würde darauf hereinfallen. Erstmal sind natürlich alle Vampire furchtbar, weil welche mal Sarahs Schwester umgebracht haben. Dann müssten eigentlich auch alle Menschen furchtbar sein, denn die Menschenleben, die von Menschenhand genommen wurden, kann man überhaupt nicht alle aufzählen. Allerdings ist natürlich klar, dass Vampire immer noch im wahrsten Sinne des Wortes blutrünstig sind und daher nicht ganz mit normalen Menschen vergleichbar.

Am besten gefiel mir jedoch Steve Newlins Ausführung, die damit endete, dass er meinte: "Hating evil is really loving good." Eine wahrlich unbestechliche Logik, mit der er da aufwartet, aber definitiv typisch für Sekten und damit passend. So geistige Holzfäller (ich hoffe, ich ziehe mir damit keine Hassbriefe von Seiten der Holzlobby zu) wie Jason fallen auf so etwas natürlich rein. Steve gefällt mir in der Rolle sowieso sehr gut, da er unheimlich schmierig und aufgesetzt wirkt, was perfekt passt. Bei der Frau bin ich mir momentan noch nicht wirklich sicher, wie ich sie beurteilen soll.

Randgeschehen

  • Tara ist schon etwas dämlich, dass sie Maryann von Sam erzählt, aber sie weiß ja auch nicht, wie gefährlich die ist und dass die beiden sich kennen. Etwas Leid tat mir Tara schon, als man sah, wie nahe sie und Eggs sich sind, da alles sehr böse enden wird, wie man absehen kann. Ansonsten hat mich die Story nach wie vor relativ kalt gelassen. Die Orgien beginnen - nicht nur Tara - zu nerven und auch die Beziehung zwischen ihr und Eggs kann mich nicht wirklich fassen, da ich die ganze Zeit auf den großen Coup warte, der alles wieder zunichte macht. Allzu viel Zeit sollte man sich von Autorenseite wirklich nicht mehr mit der Aufklärung bezüglich Maryann lassen. Denn interessanter wird es nicht, jede Woche in etwa dasselbe zu sehen und nicht zu wissen, was es soll.
  • Sam will abhauen und tut es dann doch nicht - recht überflüssig und nicht wirklich interessant. Dann scheint man Daphne nun als Love Interest für ihn etablieren zu wollen. Lässt mich auch gewohnt kalt, jedoch waren ihre Kratzer auf dem Rücken schon interessant. Bin gespannt, was die zu bedeuten haben, und auch, wie sie das Sam erklärt, der das im Wasser doch sehen muss...



Fazit

Das momentan wohl größte Problem der Serie ist, dass die einzelnen Storys irgendwie nicht wirklich zusammenhängen und zu weit weg voneinander sind. Alle leben ein wenig aneinander vorbei, jeder mit seiner eigenen Geschichte, die bisher etwas frei im Raum schwebt. Das wird sich sicherlich nicht bessern, wenn Sookie und Co. bald nach Dallas gehen, doch die Aussicht auf mehr Eric sowie ein Jessica/Hoyt-Pairing lassen mich dennoch optimistisch auf die kommenden Folgen blicken.

Nadine Watz - myFanbase

Diese Serie ansehen:


Vorherige ReviewÜbersichtNächste Review

Diskussion zu dieser Episode

Du kannst hier oder in unserem Forum mit anderen Fans von "True Blood" über die Folge #2.03 Kratzer diskutieren.