Bewertung: 5

Review: #4.13 A Hell Of A Week (3)

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Die auf Kate konzentrierte Episode komplettiert die Trilogie der letzten Wochen und fügt die bislang nur lose gezeigten Fragmente rund um Kates Handlungsstrang insbesondere in der Vergangenheitshandlung weiter zusammen. Doch es kam anders als erwartet.

Vielleicht ging es ja auch nur mir so, aber ich hatte nach den ganzen Andeutungen der Vorwochen nun endlich mit der Auflösung der Ereignisse rund um Kate und Marc gerechnet, doch wie es scheint, werden wir nun mindestens bis zur nächsten Woche weiter warten müssen, wenn die Big Three in der Gegenwartshandlung gemeinsame Zeit in der Familienhütte verbringen werden. Diese Ausgangslage ist an sich schon sehr vielversprechend und ich kann nur hoffen, dass die hohe Erwartungshaltung aufgrund der dramatischen Zuspitzungen in sämtlichen Zeitebenen nicht in großer Enttäuschung endet. Doch das ist der Ausblick auf das Kommende, während ich in dieser Woche doch tatsächlich zumindest von einer kleinen Enttäuschung sprechen will. Auch wenn die Umstände von Jacks Tod und deren Auflösung noch einmal wesentlich mehr Gewicht für die Serie haben, so ist doch eine gewisse Vergleichbarkeit mit der Situation von Kate und Marc gegeben. Beide Auflösungen wurden bzw. werden in meinen Augen schon viel zu lange hingezogen und ich frage mich, ob die Aufklärung der inzwischen geschürten Spannung dem Ganzen überhaupt noch gerecht werden kann.

Rückblickend geht es mir ein wenig wie Rebecca. Denn eigentlich kenne ich Marc überhaupt nicht richtig. Und trotzdem ist es den Serienschreibern durch kleine Hinweise, die oft nur eine kleine Randnotiz waren, gelungen, Marc eine bedrohliche Aura zu verpassen. Dabei hat doch eigentlich alles so schön angefangen als sich die beiden im Plattenladen begegneten und sie die Leidenschaft zur Musik direkt verband. Ich habe mich für Kate gefreut, dass sie nun auch jemanden an ihrer Seite hatte, der ihre Interessen teilt und ihrem Leben nach dem Tod des geliebten Vaters wieder mehr Freude einhauchte. Das nahm ihr auch das ewige Stigma des vermeintlich hässlichen Entleins, das stets im Schatten der vermeintlich perfekten Mutter, des strahlenden Sonnyboys Kevin und des klugen, strebsamen Randall stand. Und Marc versteht es ja durchaus auch sehr charmant und aufmerksam zu sein. Aber zunächst weniger offensichtlich, zeigen sich auch psychopathische Züge mit einem Hang zum Kontrollzwang, der es mit Worten versteht, Druck auf Kate auszuüben und sie trotz all ihrer Zuneigung ihm gegenüber zu verletzen. Noch immer in der Erwartungshaltung auf dem Weg zu Hütte oder spätestens dort würde uns etwas Dramatisches präsentiert werden, mutete die waghalsige Autofahrt und das Aussetzen von Kate am Straßenrand dann vergleichsweise harmlos an. Dass Kate sich aber schließlich an der Tankstelle von ihm wortwörtlich wieder (in die Decke) einwickeln ließ zeigt jedoch nur, wie sehr Marc sie bereits unter seine Kontrolle und fast schon Abhängigkeit gebracht hat. Das hat mich dabei eigentlich am meisten erschrocken.

Was mir insgesamt auch wenig zusagt, ist die Richtung, in die sich gerade die Ehe von Kate und Toby entwickelt. Die beiden waren und sind für mich eigentlich wie geschaffen füreinander und vor allem Tobys liebevolles und aufmerksames Werben um bzw. man muss schon Erobern von Kate sagen, machten gerade ihn zu einem meiner Favoriten. Mir ist jedoch unverständlich, warum man ihn nun gerade zum Buhmann der Beziehung machen muss. Das fing schon mit dem heimlichen Fitnesstraining an und nun steht also bereits die Ehe auf dem Spiel, weil er Schwierigkeiten damit hat, die Blindheit des eigenen Sohnes zu akzeptieren. Den Ansatz, damit Probleme zu haben, finde ich durchaus einen spannenden Aspekt, aber muss man es nun wirklich so weit treiben, daraus eine handfeste Ehekrise zu stricken? Das tut schon beim Zuschauen weh und ich war tatsächlich froh, dass Rebecca sich spontan für die Fahrt in die kleine Familienkur als Alternative anbot. Gleichzeitig verschob das aber auch den Fokus der Folge ein wenig weg von Kate hin zu der selbst ernannten neuen Rebecca. Während Kate durchaus verständlich den Trip ohne bzw. wegen der angespannten Situation mit Toby nicht genießen konnte, ist es Rebecca, die durch die Akzeptanz ihrer diagnostizierten Demenz ihre Lage zwar akzeptiert hat, sie aber zugleich ignoriert und ihrem Leben nun nur noch etwas Positives abgewinnen will. Ich fand es schön, sie so zu sehen, und noch viel schöner, dass sie sich ihrer Tochter gegenüber offenbaren konnte und Randall nun nicht mehr der einzige der Geschwister ist, die davon wissen. Die positive Einstellung übertrug sich dann auch auf Kate und ihr gemeinsames "Ironic" beim abendlichen Karaoke, der zuvor gezeigte Poolbesuch nicht zu vergessen, bot nicht nur emotionale Mutter-Tochter-Momente, sondern war auch ein sich wiederholendes Serienelement als Erinnerung an die Szene, als Jack Kate einst mit dem Auto zum Plattenladen fuhr, damit diese sich das neue Album von Alanis Morissette kaufen konnte.

Fast noch besser gefiel mir übrigens die am weitesten in der Vergangenheit liegende Handlung um die nicht schlafen könnende Kate und Jack. Die von Kate mit Hilfe des Vaters erzählte Einschlafgeschichte bot nämlich eine tolle Auflösung. Als die kleine Kate letztendlich der Mutter Rebecca freudestrahlend in die Arme fiel, war dies ein so erfrischend ehrlicher Moment der Freude und Zuneigung, den wir so zwischen Mutter und Tochter noch nicht gesehen haben. Das war unbeschwert und frei von jeglicher Bewunderung und mitunter auch Neid auf das Aussehen und den Gesang der Mutter, was uns sonst durch Kates Kindheit und Jugend begleitet hat. Auch das war letzten Endes fast schon mehr ein Moment, der Rebecca in den Mittelpunkt stellte.

Übrigens: so schön die Idee auch ist, die Big Three in einzelnen Folgen in den Mittelpunkt zu stellen, ist es aber auch schade, dass viele weitere Charaktere damit über Wochen zu absoluten Nebencharakteren degradiert werden bzw. überhaupt keine Screentime erhalten. Mit der Zuspitzung des Treffens in der Familienhütte wird das voraussichtlich auch in der kommenden Episode nicht anders sein. Das ist einfach schade, wenn ich da bspw. an Déjà denke, die mit Malik zu Staffelbeginn eine neue Bezugsperson bekam, die inzwischen aber beide quasi gar nicht mehr stattfinden. Irgendwie gelingt "This Is Us" hier leider einfach kein guter Kompromiss.

Fazit

Die Folge bot inhaltlich vielleicht nicht das, was ich ursprünglich erwartet hatte, wusste aber durchaus mit einer Reihe von Szenen positiv zu überraschen. Insgesamt war es für mich jedoch die schwächste der Trilogie, was vor allem auch daran lag, dass sie ein wenig den Fokus von Kate hin zu Rebecca verlor. Der Spannungsbogen wurde aber nun lange genug aufgebaut und ich blicke sehr erwartungsvoll auf die nächste Ausgabe.

Jan H. myFanbase

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