Bewertung: 9

Review: #3.10 In den Tiefen der blauen See

Foto: Leah Pipes, The Originals - Copyright: Warner Bros. Entertainment Inc.
Leah Pipes, The Originals
© Warner Bros. Entertainment Inc.

Nach dem unglaublich gemeinen Cliffhanger, mit dem uns "The Originals" in die Winterpause geschickt hat, setzt diese Folge genau dort an, wo sie auch schon aufgehört hat. Dabei wird nicht nur aufgelöst, was denn jetzt aus Camille geworden ist, sondern auch noch an mehreren anderen Handlungssträngen weitergesponnen. Insgesamt entstand dadurch eine Folge, die mit so vielen Wendungen, Überraschungen und Fortschritten gespickt war, dass es eigentlich auch gut für zwei Folgen gereicht hätte.

"This is not about you. This is about me."

Seit der Schlussszene der letzten Folge, in der Klaus neben einer allem Anschein nach toten Camille aufgewacht ist, habe ich mich geweigert Camis Ableben auch nur annähernd in Betracht zu ziehen. Es kann ja wohl nicht sein, dass Cami und Klaus gerade erst zueinander gefunden haben, nur um jetzt schon wieder auseinander gerissen zu werden. Und überhaupt ist Camille ein so integraler Charakter der Serie, dass sie nicht einfach so verschwinden kann.

Tatsächlich haben sich die Autoren eine ziemlich geniale Variante einfallen lassen, diese Geschichte aufzulösen. Die wechselnden Szenen, in der man einerseits eine der typischen Unterhaltungen von Klaus und Cami sieht, und andererseits die grausame Realität, haben die Persönlichkeit von Klaus wunderbar dargestellt. In dem Gespräch tut Cami ihr Bestes, eine aufrichtige Aussage von Klaus zum Thema Tod zu bekommen, doch der redet sich charmant mit der Nonchalance eines uralten Vampirs heraus. Camilles Kommentar, dass er hoffentlich nicht allzu bald erleben muss, wie sich so ein Verlust anfühlt, ist wohl mehr als ironisch. In der Gegenwart kann man Klaus hingegen dabei zuschauen, wie seine Fassade zusammenbricht und purer Verzweiflung und Hilflosigkeit Platz macht. Gerade die Gegenüberstellung dieser so unterschiedlichen Stimmungen hat diese Szene nur noch ergreifender gemacht.

Aber Moment, Cami lebt ja doch! Nicht nur sie, sondern wohl auch ein Großteil der Zuschauer dürften da wohl erleichtert aufgeatmet haben. Auroras Plan Klaus' Glück erstmal zu zerstören war ziemlich gut durchdacht und die besondere Stärke der Episode lag vor allem in der Frage, ob Cami sich wirklich in einen Vampir verwandelt. Es war absolut nachvollziehbar, dass Cami eben nicht sofort zum Blut greift, nur weil sie jetzt eine Zukunft mit Klaus haben könnte, egal wie sehr der sie auch darum bittet. Nein, Camille möchte die Entscheidung für sich selbst treffen und für niemanden anders. Es ist schön zu sehen, dass Camilles Unabhängigkeit nicht so einfach mit einem neuen romantischen Handlungsstrang aufgegeben wurde. Trotzdem hat das Hin und Her zwischen Klaus und Camille für einige tolle Szenen gesorgt und ihre tiefsinnigen Gespräche gehören wohl auch zu den besten, die sie bisher in der Serie hatten. Derart viel Offenheit ist man von beiden eigentlich nicht gewöhnt. Klaus, der offen über seine Gefühle für Cami spricht (was wohl gerade die Klamille-Fans glücklich gemacht haben dürfte) und Camille, die nach wie vor Angst vor ihrer dunklen Seite hat und fürchtet, wie sie eine Verwandlung verändern könnte.

Die ganze Folge über haben Joseph Morgan und Leah Pipes wirklich grandios gespielt und haben dabei nicht nur die Emotionen ihrer Charaktere treffend dargestellt, sondern auch wunderbar zusammen harmoniert. Während Joseph Morgan ja häufiger in die Tiefen von Klaus' Persönlichkeit eintauchen kann, durfte nun endlich auch Leah Pipes ihr ganzes Können zeigen. Gerne mehr davon!

Letztlich ist es aber Vincent, der Camille zu einer Entscheidung bringt. Mit seinen Worten, dass die Welt mit ihren Monstern und Verrückten mit Camille ein besserer Ort ist, hat er mir aus dem Herzen gesprochen. Und so entscheidet sich Camille für das Leben, weil sie jetzt die Chance bekommen hat, endlich etwas bewirken zu können.

Da musste ich an das denken, was Lucien zu Camille gesagt hat, als er sie und Kinney entführt hatte. Gegen die Vampire verlieren die Menschen immer. Da sollten sich die Vampire jetzt aber besser warm anziehen. Vor allem, da sich Camille nach ihrer Verwandlung doch etwas verändert war. Ich bin ja mal gespannt, ob das nur die übliche Umgewöhnung an das neue Leben als Untote ist, oder ob die Serienmacher da eher in Richtung dunkle Seite tendieren. Es dürfte auf jeden Fall sehr unterhaltsam werden, diese Seite von Camille kennenzulernen.

"You know what they say: Payback's a bitch."

Jenseits von Camis Entscheidung, nähert sich die Geschichte um die Blutlinien seinem ersten Höhepunkt. Tristan scheint endlich alle Asse in der Hand zu haben, um seine Rachepläne auszuführen und die Mikaelsons einzusperren. Nur hat er da seine Rechnung ohne die Hexen gemacht. Gerade Vincent konnte als neuer Regent der Hexen einen sehr überzeugenden Auftritt ablegen. Während Davina (von der wir hoffentlich auch bald wieder etwas sehen werden) zuletzt Probleme hatte, sich in ihre Rolle einzufinden, scheint Vincent damit überhaupt keine Probleme zu haben und legt eine sowohl machtvolle als auch beeindruckende Performanz ab. Zusammen mit Freya kann er Tristans Plan endgültig zu Nichte machen. Das war ein ziemlich geniales Manöver, Cami zu maskieren und so Tristan in die Falle zu locken. Es wundert mich aber schon, dass Klaus das so einfach zugelassen hat. Wie auch immer, das Böse ist erst einmal gebannt und auf dem Meeresgrund versenkt. Das scheint ja die übliche Methode zu sein, unliebsame Vampire loszuwerden. Stellt sich nur die Frage, ob man diesen Bann nicht auch wieder rückgängig machen kann.

Aber auch ohne Tristan gibt es noch genug Kontrahenten. Zum Beispiel Aurora, die mal wieder dank Lucien auf freiem Fuß ist und sicherlich noch einiges geplant hat. Und auch die Strix werden kaum Ruhe geben, nur weil sie jetzt ihren Anführer verloren haben. Persönlich gehe ich davon aus, dass entweder Aya die Führung übernehmen wird, oder sich Marcel dazu hinreißen lässt, die ganze Stärke der Organisation für seine Zwecke zu nutzen. Es bleibt spannend.

"Till death do us part."

Im Gegensatz zu Camilles Überleben hat mich Jacksons plötzlicher Tod total überrascht. Ich bin fest davon ausgegangen, dass das mal wieder eine typische Entführung werden würde und dann sowas. Es ist wirklich schade, dass Jackson ausgerechnet in einer so temporeichen Folge umgebracht werden musste, und dann auch noch vergleichsweise unspektakulär, denn so ist die Dramatik irgendwie ein bisschen im Hauptgeschehen untergegangen. Anderseits ist das wohl eine ganz passende Beschreibung für seine gesamte Rolle in der Serie. So richtig wurde sein Potential ja nie genutzt. Immerhin hat Jackson einen schönen Abschied bekommen, indem er sich noch einmal von seiner sympathischen Seite zeigen und Hayley ein letztes Mal seine Liebe bezeugen konnte. Jetzt dürfte es interessant werden, wie Hayley weitermachen wird.

Fazit

Das war eine unglaublich ereignisreiche Folge, die zwar einige Handlungsstränge beenden konnte, aber mindestens genauso viele neue Fragen aufgeworfen hat. Jetzt bleibt abzuwarten, wer sich als nächster großer Widersacher den Mikaelsons in den Weg stellen wird und wie sich Camille an ihr neues Leben als Vampir gewöhnt und ob wir dabei vielleicht eine etwas wildere, dunklere Seite von ihr zu sehen bekommen werden.

Denise D. - myFanbase

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