Bewertung: 7

Review: #9.17 Abaddons Plan

Foto: Jensen Ackles, Supernatural - Copyright: Warner Bros. Entertainment Inc.
Jensen Ackles, Supernatural
© Warner Bros. Entertainment Inc.

Mit #9.17 Mother's Little Helper feiert Misha Collins sein Regiedebüt und das Ergebnis kann sich wirklich sehen lassen. Er inszeniert eine sehr stimmungsvolle Episode, die Deans momentane Verfassung wunderbar einfängt und darüber hinaus mit Sams Handlungsstrang eine kleine Geschichtsstunde liefert.

"You're lying to Sam like he's your wife. Which kinda makes me your mistress."

In Bezug auf Dean wird nahtlos an die letzte Folge angeschlossen und man widmet sich vollends den Auswirkungen des Kainsmals. Dean hat sich verändert und er kämpft die ganze Zeit gegen den Zwang an, die "erste Klinge" erneut in seiner Hand halten zu wollen. Das führt unweigerlich dazu, dass Dean Sam einfach nicht an sich heran lässt und ihn alleine auf die Jagd schickt, um weiterhin nach Abaddon zu suchen. Doch in Wirklichkeit greift er lieber zur Flasche. Und mal ganz ehrlich, Dean hat ohne Frage ein Alkoholproblem. Über die Jahre hat er immer wieder getrunken, doch in letzter Zeit treibt sein Konsum einem Sorgenfalten ins Gesicht. Sein innerer Kampf wurde jedoch wunderbar durch die Einblendungen mit Kain untermalt und es ist eine willkommene Abwechslung, ihm dabei zuzusehen, wie er gegen seine dunkle Seite ankämpft. Die Suche nach Abaddon entpuppt sich dabei als zweischneidiges Schwert, denn einerseits ist ihr Tod Dean ein persönliches Anliegen, aber anderseits benötigt er dafür halt die "erste Klinge", deren Gebrauch seine Lust am Töten immer weiter steigern wird.

Also flüchtet er in eine Bar und versucht seine Sorgen zu ertränken. Schade ist dabei nur, dass er Sam diesbezüglich anlügt und ihr Verhältnis wieder angespannter wirkt. Eigentlich bräuchte Dean gerade jetzt die Unterstützung seines Bruders. Auf der anderen Seite hat es mich jedoch gefreut Crowley wiederzusehen, der anstelle von Sam Dean auf den Zahn fühlt. Deans Ängste spricht er dabei direkt an, womit er weniger versucht, Deans Sorgen zu besänftigen, als den älteren Winchester dahingehend zu manipulieren, sich doch wieder auf die Suche nach Abaddon zu machen. Es hätte nicht geschadet, Crowley ein wenig besorgter um Dean zu sehen, vor allem wegen seiner ausgeprägteren menschlichen Seite, aber im Endeffekt ist dieser Dämon halt ein hinterhältiger Charmeur.

Crowleys Art, Dean zu testen, fand ich allerdings schon ein wenig irritierend. Der ältere Winchester hat Crowley zwar vor dem angeblichen Jäger, der sich später als desse Gefolgsmann herausgestellt hat, gerettet, doch der Sinn des Tests erschließt sich mir nicht. In Bezug auf Dean lässt sich klar darüber diskutieren, ob er tatsächlich wegen Crowleys Wohlbefinden oder viel eher wegen der Klinge besorgt war, die ja noch im Besitz des Dämons ist. Damit spielen die Autoren jedenfalls schon wieder mit Deans ambivalenten Verhalten, da er immer wieder betont, Crowley töten zu wollen, aber durch seine Handlungen meistens einen ganz anderen Eindruck erweckt. Was bei der ganzen Aktion jedoch für Crowley wichtig war, ist weniger ersichtlich. Zumindest sehe ich da keine Verbindung zu Deans endgültiger Entscheidung, trotz aller Konsequenzen Abaddon immer noch töten zu wollen. Von ihm erwartet man schließlich so ein halsbrecherisches Verhalten.

"Can I ask you something?" - "If it's for a date, sorry. I never see anyone under 65. Too much drama."

Sam ist dieses Mal alleine mit dem Fall der Woche beschäftigt, der letztlich größere Ausmaße annimmt und eine gute Brücke zu Abaddon schlägt. Auf diese Weise kriegen wir ein paar Hintergrundinformationen geliefert, die Henry und Josie wieder auf die Bildfläche bringen, nachdem wir sie zuletzt in #8.12 Wie die Zeit vergeht gesehen haben, und wir werden in das Jahr 1958 entführt. Sam bekommt bei seinen Ermittlungen Unterstützung von Julia, einer coolen alten Lady, die für witzige Sprüche sorgte.

Es hat mir gefallen zu sehen, wie Henry und Josie versuchen, ihren ersten Auftrag für die "Men of Letters" zu erledigen. Sams und Deans Großvater war mir bereits bei seinem letzten Auftritt sehr sympathisch und in dieser Folge wird besonders auf sein Verhältnis zu Josie eingegangen, in deren Körper sich Abaddon bis heute noch befindet. Alaina Huffman darf dabei ihr Schauspieltalent noch stärker unter Beweis stellen, denn als Josie kann sie ganz andere Facetten zeigen und eine tragische Figur spielen, die sich aus Liebe für Henry opfert, um von Abaddon als Hülle benutzt zu werden. Mit dieser selbstlosen Tat nahm alles seinen Lauf und die Dämonin konnte die "Men of Letters" nicht nur ausspionieren, sondern auch zahlreiche Mitglieder töten.

Abgesehen davon erhielt die selbsternannte Königin der Hölle durch die Ereignisse im Kloster mehr Profil, weil Sam von ihrem Endplan erfahren hat. An mehreren Orten hat sie geheime Fabriken, in denen Menschenseelen gesammelt werden, die sie durch Folter in ihre eigene Dämonenarmee verwandeln möchte. Dadurch hat sie als Antagonistin einen ganz eigenen Reiz und zeigt wie raffiniert sie gegen Crowley vorgeht. Somit gewinnt diese Storyline an Fahrt und macht zur Zeit einen besseren Eindruck als die von Castiel, der wieder nirgends zu sehen war.

Fazit

Man hat sich die Zeit genommen, Deans psychische und physische Verfassung zu zeigen, die bereits jetzt schon stark durch die "erste Klinge" in Mitleidenschaft gezogen wurde. Da kann man sich nicht vorstellen, was passiert, wenn er die Klinge länger als nur ein paar Sekunden in der Hand hält. Außerdem hat es in dieser Folge zwar gepasst, die Brüder getrennt voneinander agieren zu lassen, doch sie sollten sich endlich vertragen oder zumindest wieder ein paar Schritte aufeinander zugehen. Ich befürchte allmählich, dass die Autoren damit bis zum Finale warten werden. In Abaddon wird uns endlich wieder eine spannende Gegenspielerin geboten, die sich von den Dick Romans dieser Welt abhebt.

Lukas Ostrowski - myFanbase

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