Bewertung

Review: #9.03 Ich bin kein Engel

Foto: Misha Collins, Supernatural - Copyright: Warner Bros. Entertainment Inc.
Misha Collins, Supernatural
© Warner Bros. Entertainment Inc.

Wie es der Episodentitel vermuten lässt, richtet sich der Fokus dieses Mal verstärkt auf die Engel und insbesondere auf Castiel. Nach Naomis Tod ist Bartholomew der neue Strippenzieher und die Engel stellen eine wachsende Bedrohung auf der Erde dar.

"There's more to humanity than survival. You need to look for purpose. And you must not be defeated by anger or despair. Or hedonism for that matter."

Castiels Umgang mit seiner erst kürzlich erhaltenden Menschlichkeit wird Schritt für Schritt in dieser Folge thematisiert. Dass es zu durchaus merkwürdigen Szenen kommen würde, war ja bereits abzusehen, und so musste man einfach nur schmunzeln, wenn sich der einstige Engel darüber beschwert, dass er sich niemals an das Urinieren gewöhnen wird. Stellenweise hatte man als Zuschauer auch richtiges Mitleid, wenn Cas so über die Straßen schlenderte, ohne wirkliche Orientierung und Richtung, die er verfolgen könnte.

Dabei rückten Sam und Dean alles in allem ein Stück weit in den Hintergrund und es wurde gezeigt, dass so eine Art der Strukturierung durchaus funktionieren kann. Des Weiteren wurde der Charakter Bartholomew (Adam Harrington) eingeführt, der zunächst einfach nur schön böse erscheinen darf. Es ist schon sehr gerissen, wie er die Menschen dazu bringt, sich freiwillig als Gefäß bereitzustellen. Der Glaube der Menschen wird hier eiskalt ausgenutzt und natürlich ist es für die himmlischen Wesen nicht weiter schlimm, wenn der ein oder andere Freiwillige buchstäblich explodiert, weil sein Körper zu schwach ist, um einen Engel zu beherbergen.

Wenn Castiel schon mit all den typisch menschlichen Dingen und Emotionen konfrontiert wird, ist es nicht weit hergeholt, ihn auch ein sexuelles Verlangen verspüren zu lassen (später hierzu ein herrliches Gespräch zwischen Cas und den Brüdern!). Und es war schon ganz niedlich, ihn mit April (Shannon Lucio) auf eben jene Weise interagieren zu sehen, die Misha Collins in unserem Interview bereits angedeutet hatte. Selbst wenn die Situation zunächst einen sehr konstruierten Eindruck machte. Mit Aprils geheimer Agenda machte dann alles allerdings Sinn und zum Schluss wurde ein recht emotionaler Moment geschaffen, als Cas zum ersten Mal gestorben ist. Deans Reaktion ist hier das Ausschlaggebende und zeigt erneut, dass man es hier mit einer richtigen Bromance zu tun hat.

Ezekiel gehört wirklich zu den wenigen Engeln, die man als gut bezeichnet kann, und so war er es auch, der Castiel geheilt hat. Ich würde es sehr begrüßen, wenn es später nicht zu einem Twist kommen und sich herauskristallisieren würde, dass Ezekiel doch hinterhältige Züge hat. Es wäre sicherlich möglich, dass er Sam als menschliche Ladestation missbraucht, um so seine gesamten Kräfte zu regenerieren. Diese Hirngespinste aber beiseite geschoben, will Ezekiel ebenso wenig wie Cas von den anderen Engeln aufgespürt werden und stellt Dean vor die Wahl. Entweder bleibt Cas oder Ezekiel im Bunker, doch im ersten Fall hätte es Sams Tod als Konsequenz. Das Ende war deswegen dramatisch aufgeladen, jedoch dürfte es für Dean doch nicht schwer sein, Castiel zu erklären, warum er gehen muss. Cas würde die Situation sicherlich verstehen und jetzt muss er sich bloß in einem Motelzimmer verstecken, dessen Wände mit reichlich Anti-Engel-Zeichen versehen sind.

Fazit

Eine Castiel-zentrierte-Folge, die auf der Seite der Engel storytechnisch weitermachte und zu unterhalten wusste. Cas' Menschlichkeit bietet neuen Erzählstoff und die Autoren sind scheinbar darauf aus, ihn weniger mit den Brüdern interagieren zu lassen.

Lukas Ostrowski - myFanbase

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