Review: #1.01 Spoiler: Gary stirbt

© Colin Remas Brown/HBO Max
Au weia, wenn ich nur die ersten 20 Minuten dieser Serie beurteilen müsste, dann wäre mein Urteil wohl knallhart: In was für einen Fiebertraum bin ich denn hier hineingeraten? Aber die vielen Jahre im Seriengeschäft haben mich geleert, dass man eine Serie niemals nach der ersten Episode alleine beurteilen sollte und so kann ich verraten, dass ich beim Schreiben dieser Pilotreview auch bereits die zweite Folge schon gesehen habe.
Warum ich mich dazu entschieden habe? Wie gesagt, mein Urteil nach Folge 1 wäre wohl gnadenlos gewesen. Schon nach dem Trailer hatte ich angezweifelt, ob diese Serie wirklich was für mich wäre. Immerhin bin ich eh kein großer Fan von Comedyserien und die Idee zu dieser Serie wirkte doch sehr abstrus. Und nach Folge 1 dachte ich wirklich, dass mein erstes Bauchgefühl richtig war und ich es hätte bleiben lassen sollen. "Stuart Fails to Save the Universe" wirft uns in eine postapokalyptische Welt, in der die zentralen Figuren rund um Stuart Bloom (Kevin Sussman) von riesigen Motten heimgesucht werden und unter der Fuchtel eines dunklen Overlords stehen. Die Beziehung von Stuart und Denise (Lauren Lapkus) ist durch die Apokalypse auseinandergegangen und sie hat inzwischen mit Gary (Tommy Walker) einen neuen Mann an ihrer Seite, womit Stuart nur schwer zurechtkommt. Aber Spoiler Alert: Wie der Vorspann bereits verrät, wird Gary in dieser Folge das Zeitliche segnen. Dass Denise danach aber nicht direkt erfreut in Stuarts rettende Arme fällt, ist zumindest aus der weiblichen Perspektive sehr erfrischend. Überhaupt wirkt sie wie die tougheste Person in dieser Runde, die noch von dem (ehemaligen) Geologen Bert Kibbler (Brian Posehn) vervollständigt wird. Dass sich ausgerechnet Barry Kripke (John Ross Bowie) als mächtiger Führer von Pasadena herausstellt, setzte dem Ganzen noch die Krone auf. Natürlich geht es ihm eher darum, seinen Harem und seine Macht beisammen zu halten, als für das Wohlergehen seiner Mitmenschen zu sorgen. Damit wird Kripke wohl zur Nemesis für so ziemlich jede*n, nicht nur für Sheldon Cooper.
Wie wir Dank eines hergebeamten Stuarts aus einer parallelen Dimension wissen, scheint es eine Möglichkeit zu geben, dieser Welt zu entkommen und alles wieder zur Normalität zurückzuführen. Leider hatte Stuarts Erscheinung jedoch ein paar Bugs, so dass nicht alle Informationen sauber rüberkommen. Dennoch Grund genug für unsere Helden (kann man sie wirklich so nennen?) sich auf die Suche nach den Physikern aus ihrem Freundeskreis zu machen: Leonard, Sheldon und Raj. Sie scheinen etwas mit der Lösung zu tun zu haben... oder waren sie vielmehr der Auslöser für die Katastrophe? Soweit so gut und genügend Anlass uns diese verrückte Welt etwas näher zu präsentieren. Für mich persönlich waren die Effekte und die ganze Storyline in dieser postapokalyptischen Welt aber einfach zu schwach. Ich fand die Entwicklung langweilig und die Charaktere wirkten unmotiviert. Wenn man es genau nimmt, waren sie das zu Zeiten von "The Big Bang Theory" aber auch bereits. Dass genau solche langweiligen und eher träge daherkommenden Figuren nun die Welt retten sollen, ist ja genau die paradoxe Idee hinter dieser Serie, die nicht ohne Grund das Wörtchen "Fail" im Titel trägt. Dennoch hat mich die Idee, dass das nun über mehrere Folgen in dieser Manier weitergehen soll, nicht gerade vom Hocker gerissen.
Was mich dann aber tatsächlich doch davon überzeugt hat, eine weitere Folge zu schauen? Chuck Lorres Notiz am Ende dieser Episode: Seit Jahrzehnten ist er für seine Sitcoms bekannt und vielfach geehrt worden. Nun will er endlich mal was anderes, ungewöhnliches, für ihn absolut untypisches wagen. Zwar setzt er, um das Risiko etwas abzuschwächen, auf uns bereits bekannte Figuren und hat auch direkt zum Auftakt einen herrlichen Gastauftritt in der Hinterhand, aber man kann durchaus festhalten, dass er sich hier auf neues Terrain gewagt hat. Nicht nur für ihn untypisch, sondern generell bisher nicht in dieser Form gesehen, wagt man mit "Stuart Fails to Save the Universe" neue Wege. Im Streamingzeitalter ist es aber vielleicht auch genau der richtige Zeitpunkt, um etwas zu wagen, was es so noch nicht gegeben hat, und damit eine Nische zu besetzen, in der Nerds sich wiederfinden. Durch die jahrelange erfolgreiche Zusammenarbeit mit Warner Bros. ist HBO Max sicher auch der richtige Platz, um ein solches Abenteuer zu wagen, auch wenn es sicherlich auch hier einen gewissen Erfolgsdruck gibt... Denn mit all den Spezialeffekten ist "Stuart Fails to Save the Universe" sicher auch nicht die billigste Comedyserie.
Mit Blick auf Episode 2 kann ich nun sagen, dass es sich durchaus lohnt an der Serie dranzubleiben. Es entwickeln sich sogleich Running Gags und es gibt noch viel mehr schöne Wiedersehen mit bekannten Figuren, aber durch die parallelen Welten auch mit komplett anderen Settings, was sehr erfrischend ist. In #1.02 musste ich mehrmals laut lachen und hatte meine Freude daran, was den Charakteren widerfährt und was die Dreharbeiten wohl für ein Spaß gewesen sein müssen. Ich hätte nicht gedacht, dass die Serie und auch meine Haltung ihr gegenüber innerhalb einer Episode eine solche Wendung nehmen. Und genau deshalb sollte man einer Serie immer mehr als eine Episode Zeit geben, sich zu entwickeln. So manche schafft es dann doch, einen zu überraschen.
Fazit
Episode 1 von "Stuart Fails to Save the Universe" hat mich absolut nicht vom Hocker gerissen. Doch mit Blick auf Folge 2 kann ich versprechen, dass die Serie (rasant) schnell besser wird. Zumindest meinen Humor hat sie damit dann getroffen, also lohnt es sich hoffentlich auch für andere durchzuhalten.
Catherine Bühnsack - myFanbase
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Informationen zur Episode
Englischer Titel: Spoiler: Gary DiesErstausstrahlung (US): 23.07.2026
Erstausstrahlung (DE): kein Termin
Erstausstrahlung (Pay-TV): 24.07.2026
Regie: Kyle Newacheck
Drehbuch: Chuck Lorre, Zak Penn & Bill Prady
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