Nine Perfect Strangers - Review des Piloten

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Buchadaptionen sind schon seit einigen Jahren in Form von Filmen, aber besonders Serien, nicht mehr wegzudenken und dadurch eben auch keine Seltenheit mehr. Mit "Nine Perfect Strangers" steht eine weitere solche an, die von David E. Kelley und John Henry Butterworth für den Streamingdienst Hulu in Serienform gebracht wurde. Die Vorlage dafür lieferte der gleichnamige Roman von Liane Moriarty. Zudem ist es nicht Kelleys erste Adaption, denn bereits mit "Big Little Lies" feierte er große Erfolge. Mit Nicole Kidman hat man nicht nur eine bekannte und erfolgreiche Darstellerin an Bord, jene wirkte auch in "Big Little Lies" mit, aber ob das Konzept mit ihr in einer der wichtigen Hauptrollen noch einmal funktionieren wird?

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Foto: Nine Perfect Strangers - Copyright: 2021 Hulu; Vince Valitutti
Nine Perfect Strangers
© 2021 Hulu; Vince Valitutti

Handelt es sich tatsächlich nur um ein Spa?

Auch hier muss ich sagen, dass ich das Buch nicht kenne, was ich aber auch nicht schlimm finde, da ich eben dadurch keine 'Vorurteile' habe und somit keine Vergleichsmöglichkeit. Warum ich die Serie dennoch angefangen habe? Aus Neugier natürlich und weil mich die Konstellation Melissa McCarthy und Nicole Kidman dann doch irgendwie gereizt hat. McCarthy habe ich bereits als Sookie bei den "Gilmore Girls" lieben gelernt, Kidman erst beim Netflix-Film "The Prom". Zugegeben war dann auch das Setting schuld daran, dass ich einen Blick in die Serie riskiert habe.

Die Serie dreht sich um ein Spa, eine Gesundheits- und Wellnessoase, aber ich weiß nicht genau. Ich glaube, ich werde davon niemals eine Freundin werden. Natürlich ist es wichtig, dass gestresste Leute Erholung finden und zur Ruhe kommen. Nun tja, das Problem ist ja auch oft, dass sie auch im schönsten Paradies nicht dazu kommen, weil der Stress nun mal von ihnen selbst kommt. Da müssen schon andere Methoden her und hier setzt die Serie an. Neun Fremde, wobei das nun auch nicht ganz stimmt. Denn mit Napoleon Marconi (Michael Shannon), Heather (Asher Keddie) und Zoe (Grace Van Patten) haben wir eine Familie und mit Jessica (Samara Weaving) und Ben (Melvin Gregg) haben wir ein Ehepaar. Aber ist ja auch erst einmal egal. Es sind Personen, die sich fremd sind und durch Mundpropaganda auf dieses Resort oder Spa aufmerksam geworden sind, da dieses auf Social Media verzichtet und den Gästen Handys und alles Weitere bei der Ankunft für zehn Tage entzieht. Ich gebe zu, dass es für mich auch der absolute Horror wäre, allerdings schaffe ich es auch, der Technik mal keine Beachtung zu schenken oder besser gesagt, mich nicht davon vereinnahmen und fertig machen zu lassen. Mit Jessica und eigentlich auch Frances (McCarthy) haben wir zwei perfekte Beispiele dafür, wie vereinnahmt sie davon sind. Jessica scheint ihr Handy keine Minute aus der Hand legen zu können, denn sie muss ständig alles auf Social Media posten, was sie in meinen Augen schon anstrengend und irgendwie unsympathisch erscheinen lässt. Frances ist eine bekannte Autorin, die aber gerade mal eben von ihrem Verlag gefeuert wurde, weil sie ihre Hauptfigur in ihrem EIGENEN Roman nicht gekillt hat und somit nicht mit der Zeit gegangen ist. Ich wusste gar nicht, dass das der Fall sein muss, denn immerhin gibt es ja verschiedene Geschmäcker, die nicht nur mit der heutigen Zeit gehen möchten. Demnach kann ich Frances' Wut und ihren Ausraster mitten am Straßenrand schon verstehen. Die Szene im Spa, in ihrem Zimmer zeigte allerdings sehr deutlich, dass die Frau eine Pause braucht.

Foto: Bobby Cannavale, Nine Perfect Strangers - Copyright: 2021 Hulu; Vince Valitutti
Bobby Cannavale, Nine Perfect Strangers
© 2021 Hulu; Vince Valitutti

Kommen wir zu Jessicas Mann Ben, der nicht ganz so schlimm zu sein scheint, aber irgendwie ziemlich verliebt in sein Auto ist und seiner Frau eher weniger Beachtung schenkt. Hier kann ich mir definitiv vorstellen, dass die beiden einfach wieder die Zweisamkeit für sich entdecken müssen. Anders sieht es da bei Carmel (Regina Hall) aus. Sie ist wie das kleine scheue Reh, was sich nichts traut, dafür aber ihre Kinder über alles liebt. Mit Lars (Luke Evans) kann ich noch nicht sonderlich viel anfangen, kommt aber wohl noch. Am unterhaltsamsten finde ich bisher Tony (Bobby Cannavale). Er hat zwar die große Fresse, Ratschläge die keiner hören will und wirkt eben wie der arrogante Macho. Doch seine ganze Art, wie er es rüberbringt, ist unterhaltsam.

Kommen wir mal zu Napoleon, Heather und Zoe Marconi, der Familie, die ein Trauma zu bewältigen hat. Er ist ja eine Labertasche durch und durch, also es ist schon anstrengend, seinem Redeschwall zu folgen und ihn dabei irgendwie sympathisch zu finden. Seine Frau ist irgendwie ein Schatten ihrer selbst und auch gewissermaßen unsympathisch. Zoe hingegen wirkt traurig und traumatisiert, was aber eigentlich auch kein Wunder ist, da ihr Zwillingsbruder Zach (Hal Cumpston) gestorben ist. Zwar weiß man noch nicht, was passiert ist, dass es tragisch gewesen und die Familie noch immer damit am Kämpfen ist, steht außer Frage.

Zuletzt unter den wichtigsten Figuren haben wir Masha, die wir ziemlich spät kennenlernen. Ich muss aber zugeben, als die Bezeichnung 'Russenfrau' fiel, war mir sofort klar, dass diese von Nicole Kidman gespielt wird. Auch gebe ich zu, dass sie durchaus eine wahre Erscheinung ist, um dieses angedachte Rollenprofil erfüllen zu können. Ihr habt ein 'aber' herausgehört? Dann habt ihr richtig gehört. Aber ich finde die Backstory zu Masha, und warum sie dieses Resort eröffnet hat, zu blass. Klar, Geschäftsfrau, immer beschäftigt, Russin und wie sie selbst sagt -, nach einem Schuss klinisch tot gewesen. Letztlich hat sie das erkennen lassen, dass sie ihr Leben ändern muss und dass sie (fragwürdige) Methoden hat, damit auch ihre Gäste über ihr Leben nachdenken. Klingt für mich leider nicht aufregend, aber wer weiß.

Fazit

Der Pilot zu der neuen Hulu-Serie "Nine Perfect Strangers", die hierzulande bei Amazon Prime Video zu sehen ist, haut einen nicht unbedingt vom Hocker. Kann am großen Cast liegen oder weil man noch nicht so wirklich groß über die Gäste erfahren hat. Zudem wirkt Kidmans Rolle der Masha auf mich ziemlich klischeehaft, dass ich hoffe, dass man im Verlauf der Staffel noch die ein oder andere Überraschung erleben wird, sonst denke ich, wird das Ganze kein Vergnügen zum Ansehen werden.

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Daniela S. - myFanbase

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