Die enttäuschendsten Beziehungen 2010/2011
Avery & Jack (30 Rock)

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Schon seit Beginn der Serie galt Jack Donaghy als Frauenheld. Dennoch konnten die Zuschauer den smarten Geschäftsmann nie wirklich in einer Beziehung erleben. Sicherlich gab es hier und da ein kleines Techtelmechtel, doch die hielten meist nur wenige Episoden. Am Ende von Staffel vier stand Jack dann gleich vor dem Problem, sich zwischen zwei Frauen entscheiden zu müssen der smarten Journalistin Avery Jessup, die in vielen Belangen ein Ebenbild seiner selbst war oder seiner Jugendliebe Nancy Donovan. Die Entscheidung wurde ihm letztendlich vom Schicksal abgenommen, denn Avery wurde plötzlich schwanger und Hollywoodstar Julianne Moore hatte wohl anderweitig Verpflichtungen.

At some point you have to go home to the same house, unpack your dirty laundry, and have a life together.

Staffel fünf drehte sich schließlich nur darum, wie Jack und Avery zusammenwachsen und wie das Baby ihr beider Leben verändert. Na ja, es wäre jedenfalls interessant gewesen, dies mitzuerleben. Zunächst machte es auch durchaus Spaß, mit anzusehen, wie Jack und Avery mit der Situation umgingen und sich miteinander arrangieren mussten. Doch nach kurzer Zeit verschwand Avery von der Bildfläche, wurde nur noch hin und wieder von Jack erwähnt.

Kurz vor der Geburt des gemeinsamen Kindes taucht Avery schließlich wieder auf, geht vor allem Liz auf die Nerven, hat jedoch keinerlei Interaktion mit Jack. Jedenfalls keine, die der Zuschauer mitbekommt. Erst als die beiden ein letztes Mal gemeinsam nach Kanada verreisen, bekommt man einen Einblick, was die beiden füreinander empfinden. Dabei wird klar, dass beide nicht unbedingt sehr romantisch sind, sondern sehr pragmatisch ihr Leben und auch ihre Beziehung angehen. Sie fühlen sich voneinander angezogen, denn sie haben die gleichen Interessen, vertreten in vielem die gleiche Meinung und können sich über die gleichen Dinge aufregen.

Es folgt die unorthodoxe Geburt ihres Kindes in Kanada und dann verschwindet Karrierefrau Avery im Ausland, während Jack sich mehr oder minder alleine mit dem Neugeborenen auseinandersetzen muss. Episoden später taucht Avery dann in der Gewalt von Kim Jong Il wieder auf.

Die Beziehung von Jack und Avery in der fünften Staffel ist wirklich sehr kurios. Der Funke zwischen dem Paar und dem Zuschauer will einfach nie überspringen, was in erster Linie wohl daran liegt, dass Avery Jessup alles andere als sympathisch wirkt. Weswegen eine Karrierefrau jedoch immer emotionslos, kühl und berechnend sein muss, vermag ich nicht zu verstehen. Sicherlich, "30 Rock" ist eine Comedy-Serie und lebt von überspitzten Charakteren, von daher würde Avery eigentlich perfekt in die Charakterriege passen. Doch ihr Zusammenspiel mit Jack ist einfach oftmals recht lieblos arrangiert. Ich erwarte sicherlich keine schmalzige Liebesgeschichte, aber ein wenig mehr Emotion wären sicherlich nicht übertrieben gewesen.

Ob Avery jemals wieder in die USA zurückkommt oder ob die 'Entführung' durch Kim Jong Il ein Mittel zum Zweck war und Elizabeth Banks die Möglichkeit gab, sich von "30 Rock" möglichst unspektakulär zu verabschieden? Zugegeben muss ich nicht unbedingt weiterhin mitansehen, wie Jack mit Avery über Skype telefoniert. Aber da man sich entschieden hat, Jack mit einer Familie zu segnen, sollte der Zuschauer nun auch in den Genuss kommen, mitansehen zu dürfen, wie Jack und Avery zu einer zusammenwachsen.

Melanie Wolff - myFanbase

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