Mary Lynn Rajskub in "Modern Family"
#2.12 Unsere Kinder und wir

Foto:

Die im Single-Camera-Stil gedrehte Mockumentary "Modern Family" von "Frasier"-Produzent Christopher Lloyd und dessen Kollege Steven Levitan entpuppte sich bereits zu Beginn als großer Kritiker- und Publikumserfolg. Die Serie zeigt das Leben einer modernen Familie und fragt dabei gleichzeitig, was eine solche überhaupt ist.

Während Claire und Phil in #2.12 Unsere Kinder und wir Angst haben, dass sie nicht intelligent genug sind, müssen sich Gloria und Jay mit einem Pärchen rumschlagen, welches sie nicht leiden können. Mitchell trifft derweil auf seine Ex-Freundin Tracy (Mary Lynn Rajskub), mit der er vor einigen Jahren noch mal einen One-Night-Stand hatte, die ihm gegenüber jedoch sehr reserviert ist. Als Mitchell sie mit einer anderen Person sieht, glaubt er den Grund dafür gefunden zu haben und geht diesem nach.

"I didn't know it back then."

Neben den tollen Hauptdarstellern, den liebenswürdigen Charakteren und den witzigen Storylines, ist ein weiteres Highlight von "Modern Family" definitiv die Ansammlung von interessanten Gastdarstellern in der Serie. Man erinnere sich an den Auftritt von Schauspieler Edward Norton, der als verkapptes One-Hit-Wonder auftrat oder an James Marsden, der einen Esoterik-Obdachlosen verkörpert hat. Da hat man sich natürlich erhofft, dass auch der Auftritt von Mary Lynn Rajskub, die Zuschauern als Chloe O'Brian aus "24 - Twenty Four" bekannt sein dürfte, ebenso ein kleines Highlight der Serie werden könnte. Mary Lynn Rajskub hat sieben Jahre lang in "24 Twenty Four" einen Charakter verkörpert, der nur selten fähig war echte Gefühle zu zeigen, dementsprechend reserviert gewesen ist, aber durch ihre enge freundschaftliche Beziehung zu Jack Bauer immer menschliche Züge gezeigt hat. Sie in einer Comedy-Rolle zu sehen, wo sie einen ausgelassenen Charakter spielt, der nicht so steif ist wie ihre Paraderolle, wäre eine unterhaltsame Abwechslung gewesen.

Diese Hoffnung wurde jedoch keinesfalls erfüllt. In den kurzen Szenen, in denen Mary Lynn Rajskub als Tracy, eine Ex-Freundin von Mitchell, zu sehen ist, hat sie leider überhaupt nicht überzeugen können. Natürlich ist es verständlich, dass sie im ersten Moment sehr reserviert reagiert, als sie Mitchell wieder sieht, immerhin waren sie in der High School ein Paar und dann musste sie feststellen, dass er eigentlich homosexuell ist. Zu dieser Reserviertheit hat mit großer Sicherheit auch beigetragen, dass Mitchell noch einmal 'rückfällig' geworden ist und vor knapp acht Jahren noch einmal mit Tracy schlief, obwohl ihm mehr als bewusst gewesen ist, dass er eigentlich auf Männer steht. Hinzu kommt, dass Mitchell und Cameron mit ihrer kleinen Tochter völlig frei das Gespräch mit Tracy suchen und sogar vorschlagen, dass man sich mal gemeinsam treffen könnte. Dementsprechend ist diese erste Begegnung mit Tracy, bei der man deutlich spürt, wie unglaublich unangenehm ihr die gesamte Situation ist, sehr nachvollziehbar. Aber dennoch ist es einfach enttäuschend für den Zuschauer, dass Mary Lynn Rajskub hier etwas verkörpert, was man schon Jahrelang von ihr kennt und man muss sich fragen, warum ein Gaststar für eine solche Rolle verpflichtet wird, wenn sie doch nichts Spektakuläres oder Witziges zu bieten hat. Denn auch die Auflösung der ganzen Szenerie, in der Mitchell glaubt, dass Tracy ein Kind von ihm hat, war leider mehr als absehbar und konnte aus diesem Grund auch überhaupt nicht zünden.

Fazit

Eine Storyline, die leider nicht wirklich zünden wollte, bis auf die kleinen emotionalen Ausraster von Mitchell und Cameron, sowie ein Gaststar, der vollkommen irrelevant erscheint und deren Auftritt schnell in Vergessenheit geraten wird. Schade, dass man Mary Lynn Rajskub nicht eine Rolle gegeben hat, die aus dem üblichen Schema raus bricht und sie von einer vollkommen anderen Seite zeigt.

Annika Leichner - myFanbase