Bewertung: 8

Review: #8.05 Meine Sesamstraße

Anfänger können einem aber auch den letzten Nerv rauben. Was Dr. Cox schon lange weiß, müssen auch J.D. und Elliot erfahren. Umrandet wird all dies mit einer der beliebtesten Kinderserie.

Ed

Cox hatte noch nie etwas für Neulinge übrig und hat ihnen zur Prüfung gerne das Leben extra schwer gemacht. Mit Ed ist er jetzt auf einen Menschen getroffen, der ihm aber den letzten Zahn zieht. Ed ist locker und lässig, macht sich kaum Gedanken um den Job, lebt wie es ihm gefällt und gehört trotzdem zu den besten Neulingen. Das macht Cox zurecht rasend vor Wut und er kann sich nicht anders helfen, als diesen Faulpelz einfach zu hassen. Ich denke, dass jeder, der sich für etwas voll ins Zeug gelegt hat und dann jemanden sieht, der mit halber Kraft das gleiche erreicht, absolut nachvollziehen kann, wie es Cox gerade geht. Er will sehen, dass sich die Neuen reinhängen und sich für den Job aufopfern, dass es für sie wirklich nichts Wichtigeres gibt, als Menschenleben zu retten. Ed allerdings fällt alles zu. Er genießt sein Leben richtig und da er damit offenbar fast der erste ist, der diesen Vorzug hat und sich dadurch als Faulpelz auszeichnet, kann Cox damit gar nicht leben. Ich bin mir aber sicher, dass er sich etwas einfallen lassen wird, um Ed richtig zu fordern und ihm das Leben schwerer zu machen.

Katie

Am Ende der dritten Episode hatte man den Eindruck, dass Katie doch dazu gelernt hätte und die Mitarbeiter als Freunde ansieht, doch ganz so schnell geht es doch nicht. Sie ist immer noch darauf erpicht, so erfolgreich wie möglich zu sein und geht dabei auch über Leichen. Sie hat sich mit Elliot zwar richtig angefreundet, nutzt diese Beziehung nun aber auch aus. Sie bringt Elliot dazu, bei Turk ein gutes Wort einzulegen, damit sie die Recherche für dessen Artikel betreiben darf und somit weitere Zusatzpunkte sammelt. Die Strebsamkeit von Katie ist natürlich nicht zu verachten und ein großes Lob wert. Doch die Methoden sind dann doch anzuzweifeln. Dass sie um Elliots Hilfe bittet, ist dabei nicht mal das Problem, wenn sie mit offenen Karten spielen würde. Vielleicht hätte Elliot ihr trotzdem geholfen. So hat sie Elliot aber hintergangen und ist dann sogar noch so fies und macht sich darüber lustig, wie einfach sie Elliot um ihren Finger wickeln konnte. Jetzt hat sie allerdings einen Feind mehr und Katie sollte aufpassen, dass sie mit ihren Methoden nicht doch noch gegen die Wand läuft. Carlas Drohung ist mir noch gegenwärtig und die Möglichkeit ist auch nicht so abwegig. Darüber sollte Katie mal nachdenken. Ich freue mich jedenfalls, dass es den Eindruck macht, dass man von ihr wohl regelmäßig hören wird.

Denise

Denise kümmert sich mit J.D. um einen Patienten und offenbart erneut ihre Schwäche im Umgang mit Patienten, wobei dies nicht nur nachteilig ist. Ihre menschliche Kälte führt immerhin dazu, dass Mrs. Fremont den baldigen Tod ihres Mannes akzeptiert und nicht unnötig mit ihrem Optimismus alles nur hinauszögert und schmerzhafter macht. In dieser Hinsicht ist ein deutliches Wort wohl gar nicht so schlecht. Die Geschichte selbst ist aber natürlich traurig, auch wenn sie sehr durchschaubar war. Natürlich gibt es einen achtjährigen Jungen, der damit klar kommen muss. J.D. nehmen all diese Tatsachen richtig mit, sodass ihm sogar eine Träne entlockt wird. Im starken Kontrast steht dazu dann aber eben Denise, die sowohl der Situation selbst nichts abgewinnen kann und als i-Tüpfelchen dann sogar J.D.s Emphatie amüsant findet. Wie soll man ihr nur sowas wie Mitgefühl beibringen? Wie schon bei den anderen Neulingen finde ich es gut, dass auch ihre Auftritte regelmäßig sind.

Sesamstraße

Wie lassen sich diese drei kleinen Geschichten nun eigentlich in den Zusammenhang bringen? Natürlich haben sich die Autoren dafür wieder eine tolle Lösung ausgedacht. Relativ unscheinbar wird die Sesamstraße ins Spiel gebracht, die eigentlich nur für Turks Tochter im Aufenthaltsraum lief. Fortan kommt J.D. nicht mehr davon los und hat einige amüsante Visionen mit Elmo und Konsorten. Besonders die Vision mit Denise hat mir gefallen. Doch all diese Ideen waren nicht einfach nur ein Aufhänger, sondern stellten den roten Faden der gesamten Episode dar. Denn zum Schluss wird J.D. (und dem Zuschauer) die Bedeutung der Sesamstraße klar, denn sie vermittelt simple Regeln oder Verhaltensweisen, mit welchen die drei Neulinge nicht komplett ausgestatten wurden. Die gesamte Darstellung ist dabei natürlich ganz typisch für diese Serie und einfach immer wieder schön. Vielleicht kann man hier sogar ein bisschen Gesellschaftskritik über die Jugend von heute, die keine Manieren mehr hat, herauslesen, aber so viel Gewicht muss man dem Ganzen auch nicht geben.

Fazit

Eine absolut gelungene Episode, die mit dezenten Witzen und einer großen Portion Ernsthaftigkeit seine Geschichten über drei Neulinge am Sacred Heart erzählt und allein schon deshalb punkten kann, weil man diesen Nebencharakteren weiterhin eine größere Bedeutung beimisst.

Emil Groth - myFanbase

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