Bewertung: 8

Review: #8.04 Meine alte Flamme

Führungslos gibt sich das Sacred Heart in dieser Episode und der Hausmeister weiß den neuen alten Zustand gleich zu nutzen. Cox verdeutlicht unterdessen wieder mal seine Haltung zu den Chirurgen und in das Verhältnis zwischen Elliot und J.D. kommt richtig Bewegung.

Arbeitsbeschaffungsmaßnahme

Wie lange kann ein Krankenhaus eigentlich ohne Chef überleben? In dieser Episode hat man es sich zunächst offen gehalten, schon einen neuen Chef zu präsentieren, aber das sollte sicherlich bald nachgeholt werden, denn so kann es doch eigentlich kaum funktionieren. Das hat man sehr gut mit Hilfe des Hausmeisters dargestellt, der sich wunderbar amüsant in seinen Job zurück geschummelt hat und sogar eine Gehaltserhöhung durchsetzte. Ohne den Chef ist wohl auch die Verwaltung sehr nachlässig. Wenn da aber erst wieder jemand ist, der aufs Geld schaut, wird der Hausmeister dann aber vielleicht nochmal Probleme bekommen. Immerhin hat er seinen geliebten Posten als Hausmeister wieder, auch wenn er zunächst Ted, der am meisten über die Rückkehr erfreut war, eigentlich fast schon ausnutzte. Da Ted aber sicherlich auch nichts Besseres zu tun hatte, kann er damit sicher leben. Immerhin war es wirklich witzig, wie der Hausmeister in Ruhe rumgesessen hat und Ted alles machte. Da haben sich zwei gefunden und mir summt doch tatsächlich wieder die Melodie von "Legal Custodians" in den Ohren.

Ebenso ist auch Jimmy wieder dabei, den ich eigentlich gleich als einmaligen Gastdarsteller abgeschrieben hatte. Doch sein körperbezogenes Agieren ist natürlich immer wieder eine Zwischensequenz wert und auch von der Sache her macht es Sinn, ihn wieder einzustellen, weil seine Entlassung ähnlich schnell von statten ging und für ihn offenbar noch kein Ersatz eingestellt wurde.

Keslo hat es unterdessen nicht wirklich geschafft, seinen Tag mit Arbeit zu füllen, sodass er realtiv ernüchtert mit seinem Ruhestand regelrecht hadert. Das hatte er sich anders vorgetellt, doch statt sich eine richtige Beschäftigung zu suchen, hält er sich lieber wieder im Sacred Heart auf und genießt sein Recht auf lebenslange Gratismuffins. Ein bisschen schreit es danach, dass Kelso wieder zu arbeiten anfängt, immerhin wurde er vom Vorstand am Ende der siebten Staffel dazu gebeten und selbst Cox hat zugegeben, dass er ihn vermisst. Auf jeden Fall muss der Zuschauer keine Angst haben, Kelso zu vermissen, denn er ist auf jeden Fall weiterhin im Sacred Heart zugegen.

Der beste Chirurg

Eine der beiden Hauptgeschichten dieser Episode entwickelte sich zwischen Dr. Cox und Turk, die immer mal einen Kampf auszutragen haben, generell aber inzwischen ganz gut miteinander auskommen. Trotzdem fehlt es am vollen Zutrauen, denn Cox mag Chirurgen einfach nicht. Er hält sich generell schon für den besten Arzt der Welt und mit seiner abfälligen Meinung über Chirurgen hat man kaum eine Chance. Selbst der einäugige Chirurg (Turk) unter all den blinden Chirurgen (Todd und Konsorten) ist somit noch lange nicht vertrauenswürdig. Insofern kann sich Turk von dem Titel gar nichts kaufen, zumal er das auch nur in Cox’ Augen ist. Dr. Wen hatte vor Jahren mal Todd als besten Chirurgen bezeichnet und da er bis heute im Sacred Heart arbeitet, scheint er wirklich gut zu sein. Dass er sonst vielleicht nicht ganz die Leuchte ist, wie Dr. Cox eindrucksvoll und höchst amüsant beweisen konnte, sei mal dahin gestellt. Immerhin ist es in dieser Geschichte auch Todd, der Cox mit einer fast banalen Aussage eine Lektion erteilt. Vertrauen macht so vieles einfacher. Cox sieht das ein und verwirrt Turk regelrecht, weil er seinen Umgang geändert hat. Zumindest für ein paar Stunden, denn wenn man ganz ehrlich ist, dann wird Cox niemals jemanden voll und ganz vertrauen. Er wird immer seine Fühler ausstrecken und einen Blick auf alles haben. Anders kann er gar nicht. Allein der Ansatz ist für seine Verhältnisse aber schon ein riesiges Kompliment. Einziger Schwachpunkt dieser Geschichte ist, dass man das Gefühl hat, man kennt diese Story schon. Es fehlt also ein Tick Innovativität.

Fast ein Paar

Nachdem drei Episoden lang ziemlich geschickt von dem momentanen Verhältnis von Elliot und J.D. abgelenkt wurde, hatte es in dieser vierten Episode einen sehr starken Schwerpunkt. Ich kann mir nicht helfen, aber die beiden harmonieren einfach wunderbar zusammen und ich genieße jede Szene der beiden. Schon in den ersten Minuten machten sie einen so wunderbar harmonischen Eindruck, dass es fast keine andere Möglichkeit gibt, als sie wieder zusammen zu führen. Interessanterweise scheinen die beiden aber seit einiger Zeit überhaupt nicht darüber nachgedacht zu haben, sondern sind in ihrer Freundschaft voll und ganz aufgegangen. Das ist natürlich auch etwas sehr Schönes, aber irgendwann muss man sich auch mit sich auseinander setzen. Kelso bringt sie schließlich zu der Erkenntnis, dass sie sich wie ein Paar verhalten, was beide entschieden ablehnen. Sie merken aber, dass ein Gespräch inzwischen notwendig ist. Dieses wurde dann wunderbar auf einer Metaebene inszeniert, indem man die Umgebung völlig ausblendete und nur die beiden am Tisch sich gegenüber sitzend zeigte. Das Gespräch war dann unheimlich intensiv, sehr ehrlich und hatte genau die richtige Länge. Auch haben beide meiner Meinung genau das gesagt, was ihre Charaktere nach sieben Jahren hergeben. Es stimmt einfach alles und dafür muss man den Schauspielern und vor allem den Autoren ein großes Lob aussprechen.

Was an dieser Geschichte außerdem noch überzeugen konnte, ist die abwechslungsreiche Gestaltung, in der trotz der großen Ernsthaftigkeit des Themas unglaublich viel Humor steckte. Wie Elliot die Tagtraummacke von J.D. auszunutzen wusste, war schon ganz großes Kino und die Fragen nach der sexuellen Spannung zwischen den beiden wurde auch großartig umgesetzt. Hier waren einige Momente, bei denen man herzlich lachen konnte. Was mir einzig ein paar Sorgen macht, ist das Ende der Episode. Elliot und J.D. gehen Händchen haltend aus dem Sacred Heart und so sehr ich mich darüber gefreut habe, so sehr fürchte ich, dass es doch etwas verfrüht dazu gekommen ist und es wieder zu einem Hin und Her kommen könnte. Ich bin aber sehr gespannt, was sich die Autoren für die beiden ausgedacht haben.

Fazit

Eine sehr gelungene Episode, die ein Lob an alle Beteiligten erfordert. Der Titel der Episode spricht für sich. Es wurde unterhaltsam, mit viel Humor und genau so viel Ernsthaftigkeit inszeniert und auch Todd war wieder mit von der Partie. Man ist fast an der vollen Punktzahl dran.

Emil Groth - myFanbase

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