Bewertung

Review: #1.08 Mein Geheimnis, dein Geheimnis

Foto: Jake McLauglin & Tate Ellington, Quantico - Copyright: 2016 ABC Studios; ABC/Jonathan Wenk
Jake McLauglin & Tate Ellington, Quantico
© 2016 ABC Studios; ABC/Jonathan Wenk

Obwohl Alex in jeder Episode einen Freund mehr aus ihrer Vergangenheit davon überzeugen kann, dass sie unschuldig ist, sieht es für sie immer enger aus. In dieser Folge bangte man sehr um Alex, weshalb es umso überraschender kommt, dass sie sich zum Schluss freiwillig ausliefert.

"Being free isn't the same as having your freedom."

Nachdem Ryan in der vorherigen Episode angeschossen wurde, bringt man das Thema relativ schnell zum Abschluss, da Alex einfach selbst Hand anlegt und die Kugel eigenhändig entfernt. Obwohl die Notoperation recht dramatisch verlief, konnten mich die Szenen nicht so recht fesseln, da ich es als recht unglaubwürdig empfand, dass Alex nun auch noch chirurgisches Können an den Tag legt. Besser gefallen hat mir dagegen die erneute Zusammenarbeit mit den Unbekannten. Durch die Hilfe von Duncan und Mia werden ganz neue Fakten ans Licht gebracht, die nicht nur für den Zuschauer überraschend sind. Ich persönlich hatte nicht damit gerechnet, dass der massive Terroranschlag aus dem Serienauftakt nur ein Testlauf war und dass es die Mission von Alex wird, eine noch verheerendere Detonation aufzuhalten. Diese Idee finde ich äußerst interessant, auch wenn man für meinen Geschmack etwas zu krampfhaft versucht, Alex als die ultimative Heldin darzustellen. Dennoch ist ihre Selbstaufopferung bewundernswert und ich war mehr als verblüfft, als Alex Ryan im Hubschrauber davonbringen lässt, um sich selbst für das größere Wohl zu opfern. Denn indem sie sich im FBI stellt, wagt Alex einen gefährlichen Schritt. Auch wenn dort viele ihrer Freunde mitarbeiten, haben jene keine so wichtigen Positionen inne, dass sie Liam oder Clayton davon überzeugen könnten, dass Alex tatsächlich unschuldig ist. Es wird also mehr als spannend, zu sehen, wie das FBI nun mit Alex verfährt und wie sich dies auf die Dynamik der nächsten Episode auswirkt.

Auch in den Gegenwarts-Szenen sind wichtige Dinge geschehen. Ich empfinde die schnelle Versöhnung zwischen Alex und Ryan als sehr angenehm, da ich persönlich kein ewiges Drama brauche, bei dem Alex über den Vertrauensbruch jammert. Es ist zwar auch nicht ganz sinnvoll, dass Alex so schnell darüber hinwegkommt, dass ihr Geliebter sie hintergangen hat, aber da die beiden nicht sofort wieder ein Paar geworden sind, will ich mal darüber hinwegsehen. Die lockere Zusammenarbeit der beiden hat auf jeden Fall Spaß gemacht und wirkte wunderbar unbeschwert. Auch der Part von Liam als ewiger Gegenspieler hat sehr gepasst, besonders gefallen hat mir allerdings die Wendung, bei der er Alex sein Geheimnis (oder wenigstens eins davon) gesteht. Seine plötzliche Ehrlichkeit kam sehr überraschend und wirft natürlich sofort die Frage auf, wie viel davon gespielt war. Dass Miranda ihm den Rücken stärkt war ebenfalls verwunderlich und man fragt sich unwillkürlich, ob man den beiden tatsächlich einfach so vertrauen kann. Bei Miranda gab es da bisher keine Zweifel, doch Liam wurde bisher als Alex' größter Gegner dargestellt.

"Whatever you like about me, maybe you can find it in her."

Da die Katze nun aus dem Sack ist und alle Rekruten erfahren haben, dass es zwei Amins gibt, boten sich in dieser Episode einige interessante Neuerungen. Ich hätte ja vermutet, dass es Raina ist, die bei allen Anklang findet und der es leicht fällt, sich mit den anderen Rekruten anzufreunden. Doch wundersamer Weise ist es genau anders herum. Nimah, die nun ihr Kopftuch abgelegt hat und dadurch sogleich befreit wirkt, strahlt eine ganz andere Energie aus, als wir es bisher im Unterricht von ihr gesehen haben. Sie ist eine sehr starke Frau, die sich nun nicht mehr hinter ihrer Schwester verstecken muss, während man in Raina ein kleines Mäuschen sieht, das verzweifelt nach Anschluss sucht. Zu Beginn der Serie war es eher Rainas Können, das von allen bewundert wurde, doch damit ist nun Schluss. Besonders in der Zusammenarbeit mit Simon scheint Nimah unschlagbar zu sein und die beiden bilden ein äußerst gutes Team. Während die Zwillinge zuvor immer ihr Bestes gegen mussten, um als eine Person dazustehen, wobei ihre Persönlichkeiten mit einander verschmolzen sind, zieht man nun ganz klare Linien zwischen den beiden und unterstreicht deutlich, wie unähnlich sie sich sind.

Gleichzeitig bleibt die Lovestory zwischen Simon und Raina allerdings auf der Strecke, da jener erkennen muss, dass Vieles, was er anziehend findet, durch Nimah ausgelöst wurde, während es allerdings Raina ist, die sich zu Simon hingezogen fühlt. Nimah macht Simon sofort klar, dass sie kein romantisches Interesse an ihm hat, während man Raina ansehen kann, dass sie Simon sogar ein wenig anhimmelt. Wie sich diese Dreiecksgeschichte auflöst und besonders die Frage, ob Raina es schafft, etwas dominanter aufzutreten, um neben ihrer Schwester nicht unterzugehen, interessiert mich wirklich sehr.

"I'm so ashamed that the last time someone cared about me the way you care about me, they were lying to get what they wanted. I never really believed that someone could like me for me."

Shelby und Caleb sind schon ein süßes Paar, doch wir wissen ja leider, dass ihre Beziehung die Ausbildung in Quantico nicht überleben wird und bald in die Brüche geht. Dennoch genießt man die ausgelassene Zeit mit ihnen und den neckischen Schlagabtausch, den sich die beiden liefern. Neben den ernsten Themen der Serie bringen die zwei eine leichte Brise in das Geschehen, bei der man einfach durchatmen und entspannen kann. Gleichzeitig werden allerdings auch wieder ein paar Geheimnisse aufgeklärt und man erfährt, weshalb Shelby so viel Geld überwiesen hat. Durch diese Enthüllung wirkt Shelby immer weniger verdächtig, doch im gleichen Atemzug will man sich von den Autoren natürlich nicht aufs Glatteis führen lassen und sich nicht vollkommen darauf einlassen, dass Shelby tatsächlich nichts mit dem Attentat zu tun hat. Gegen ihre komplette Unschuld spricht auch die Beziehung mit Clayton, aus der ich noch nicht ganz schlau geworden bin. Dafür, dass sie sich innig geküsst haben, herrscht nun geradezu eisige Stille zwischen ihnen und Clayton wahrt seine professionelle Distanz.

Nicht weniger spannend ist der Blick in Calebs Vergangenheit, den man uns gegeben hat. Er sprach zu Shelby von einer Gruppe, in die er hineingezogen wurde, die ihm etwas vorgespielt hat. Am Ende der Episode ist Caleb dann unter einem Decknamen unterwegs und man fragt sich unwillkürlich, was dies zu bedeuten hat und ob es da einen Zusammenhang zu seiner Vergangenheit gibt. Außerdem stellt sich mir die Frage, ob es dort vielleicht eine Parallele zu Charlie gibt, der ebenfalls mit einer Gruppe Fremder in Kontakt steht, die ihm vielleicht nur Freundschaft vorheucheln.

Fazit

Ich finde es wunderbar, dass man es schafft, in jeder Episode ein paar Antworten zu liefern und außerdem neuen Verbindungen aufzeigt, durch die sich wieder genau so viele Fragen stellen. Es besteht ein gutes Gleichgewicht, wodurch man nie das Gefühl bekommt, überrannt zu werden und stets gierig auf die nächste Folge wartet.

Marie Florschütz - myFanbase

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