Bewertung: 6

Review: #2.18 Anfang oder Ende?

Keine schlechte Folge, die aber teilweise etwas seltsam anmutet, und mit einer Addison, die mich immer weniger interessiert...

You know, what'll make me okay? When they catch this guy...

Die Fälle in dieser Woche waren recht interessant, aber auch nicht überwältigend. Jills Story war zwar ganz nett, aber interessanter fand ich das Gefühl, dass Violet in ihrer "Sie muss die Kontrolle zurückgewinnen"-Rede irgendwie über sich gesprochen hat. Da es in keiner Weise erwähnt wurde, bin ich mir allerdings nicht wirklich sicher, denn die Vergewaltigung von Violet wurde zwar erwähnt, aber auch nie richtig zur Sprache gebracht. Dass Violet Recht behielt und Jill den Mann hinter Gittern bringen konnte, hat mich gefreut. Allerdings erschien das Ende der Episode fast wie ein Friede-Freude-Eierkuchen-Ende, dass es bei "Grey's Anatomy" in der Form eigentlich nie gibt und auch hier nicht. Bei jedem Patienten ging die Story irgendwie gut aus, was seltsam und etwas überraschend war. Ob gut oder schlecht, sei erstmal dahin gestellt.

We both know the truth: I'm gonna die in this hospital.

Der interessanteste und definitiv bewegendste Fall war allerdings der der kleinen Annie. Nicht das erste Mal, dass ich solch eine Thematik im Fernsehen gesehen habe, aber dennoch wurde sie gut von beiden Seiten beleuchtet, wenn man auch am Ende definitiv in eine Richtung tendierte. Ganz so einfach ist es dann natürlich nicht. Denn wie wir bereits in einer der vorigen Folgen gesehen haben, kommt es durchaus vor, dass Menschen glauben, mit dem Ende klar zu kommen, dann aber kurz vorher einen Rückzieher machen. Abgesehen davon ist es nun mal ein Fakt, dass Annie mit ihren 12 bis 13 Jahren die Folgen gar nicht wirklich abschätzen kann - es stellt sich sogar die Frage, ob jemand im Alter über 18 Jahre dazu fähig wäre... So, wie dieser Fall dargestellt wurde, war es allerdings klar, wie die Entscheidung lauten musste. Es gab also auch hier irgendwie ein Happy End, auch wenn man nicht die negativen Folgen der Entscheidungen zeigte, was nicht so ganz der Stil der Serie ist, aber in diesem Fall in Ordnung geht.

Finishing or Start?

Der dritte Fall war der von Morgan, der prinzipiell sicher bewegend ist, da man sich als Unbeteiligter wahrscheinlich gar nicht vorstellen kann, wie furchtbar es ist, ein Baby zu verlieren, besonders wenn es mehrfach geschieht. Allerdings gab die Darstellung des Falles diesbezüglich nicht viel her. Vielmehr ging es hier um den attraktiven Arzt, den Addison im Krankenhaus kennen lernt und der sich als Ehemann ihrer Patientin herausstellt. Bereits als Morgan zu Beginn mit ihrem Mann telefonierte und die Szene irgendwie seltsam endete, war mir klar, dass es mit dem Mann etwas auf sich hat. Dass es allerdings so ausgehen würde, hatte auch ich nicht erwartet. Addison kann eigentlich nur froh sein, dass sie nicht den Namen des Mannes wusste und so nicht gegenüber ihrer Patientin erwähnte.

Insgesamt war dies für mich der schwächste Teil der Episode. Nicht nur, dass ich Josh Hopkins nichts abgewinnen kann und die Chemie zwischen den beiden für mich einfach nicht greifbar war. Nein, auch Addisons Besessenheit mit ihrem Sexleben geht mir langsam auf die Nerven. Ist es denn wirklich das einzige, was sie in ihrem Leben beschäftigt - mit wem sie als nächstes in die Betten hüpft? Irgendwie scheint es so. Erst hat sie den sympathischen Kevin, dann macht sie plötzlich fast mit dem neuen Lackaffenarzt rum, der von einer Folge auf die nächste ohne guten Grund verschwindet, dann macht sie mit Kevin Schluss. Wie lange ist das bitte her? So lange kann es jedenfalls nicht sein. Allgemein nervt mich, welch großer Teil der Serie sich immer um Sex dreht, aber mit Addison kann ich mich momentan wirklich so gar nicht mehr anfreunden und frage mich langsam, was ich in "Grey's Anatomy" so toll an ihr fand...

Wenigstens tut sie am Ende das Richtige, was auch andernfalls etwas unglaubwürdig gewesen wäre, eben aus dem Grund, den sie selbst genannt hatte. Sie hat mitbekommen, wie ihre Fehlentscheidung ihre Ehe zerstört hat und sie lange Zeit belastete. Es würde keinerlei Sinn ergeben, wenn sie nun auf der anderen Seite stehend noch einmal sowas machen würde. Insgesamt interessiert mich die Story nicht, ich sehe keinerlei Potential darin und ich brauche sie wirklich nicht. Da gab es wahrlich Interessantes in dieser Episode.

Stop loving me!

Violets Story verwirrt mich momentan einfach nur. Erst schläft sie mit Pete, was für sich gesehen schon völlig absurd ist, dann schläft sie mit dem sympathischen Sheldon, wird schwanger und zieht dann mit Cooper zusammen. Wer jetzt noch mitkommt, hat einen Preis verdient. Denn diese abstruse Geschichte ist wirklich nicht mehr logisch nachvollziehbar. Ich hoffe ja heimlich, dass Sheldon der Vater ist, befürchte aber das Gegenteil, da man Pete sicher so schnell nicht aus der Serie schreiben wird, Sheldon aber durchaus in der nächsten Woche einfach verschwinden könnte, wie es mit Wyatt passiert ist. Andererseits könnte es der Serie auch entgegenkommen, wenn Sheldon vielleicht der Vater ist, aber mit der Verantwortung nicht zurechtkommt und verschwindet. Denn das Ende der Folge mutete schon ein wenig seltsam an, als Violet Cooper so über das Haar strich. War das nur eine freundschaftliche Geste oder bahnt sich da vielleicht doch wieder etwas an? Es war ohnehin mehr als komisch, dass die Freundschaft vs. Liebe zwischen den beiden seit der zweiten Staffel überhaupt nicht mehr annähernd thematisiert wird.

Hoffentlich wird dies nicht irgendwie unangenehm, denn Cooper scheint keinerlei Absichten diesbezüglich zu haben. Aber vielleicht interpretiere ich einfach nur zu viel hinein. Cooper jedenfalls scheint Charlotte wirklich zu lieben und es gefällt mir, denn obwohl ich am Anfang sehr skeptisch war, haben sich die beiden zu einem interessanten Paar gemausert, das leider in den letzten Wochen mit einem langweiligen Katz-und-Maus-Spiel beschäftigt wurde. Charlotte ist momentan definitiv einer der interessantesten Charaktere der Serie, da sie die einzige ist, die irgendwie mal fehlerbehaftet ist und dies auch offen gezeigt wird. Die einzigen Probleme, die die anderen haben, sind, mit wem sie als nächstes schlafen, während Charlotte wirklich schlimme Selbstwertprobleme hat und nicht damit klarkommt, dass jemand sie tatsächlich liebt. Die Szene zwischen ihr und Cooper hat mich sehr bewegt und sie sind wohl der Hauptgrund, warum ich die Serie immer noch schaue und diese Folge etwas besser bewerte, als sie es in meinen Augen eigentlich verdient hätte. Hoffentlich gibt es da in Zukunft noch mehr und wir werden nicht wieder mit einem "Warum lebst du eigentlich mit Violet zusammen, wenn du mich liebst?" abgespeist, was zwar nachvollziehbar und verständlich ist, einen allerdings auch nicht weiterbringt...

Best of the Rest

Naomi hilft Sam und die beiden scheinen wirklich Freunde geworden zu sein, was irgendwie nett anzusehen war. Am Ende überzeugt Dell sie, dass sie sich lieber um ihr eigenes Liebesleben kümmern sollte, und für einen kurzen Moment dachte ich: "Oh nein, jetzt bittet sie Dell um ein Date!" Denn diese abgedrehte Story wurde glücklicherweise ebenso mit Staffel 1 begraben wie zahlreiche andere, mehr oder weniger bedauerlicherweise. Wie es mit Archer zu Ende ging, kann ich mich ehrlich gesagt nur dunkel erinnern und mir auch nicht wirklich vorstellen, wie schlimm dies für Naomi angeblich gewesen sein soll. Sie hätte sich doch denken können, dass er ein Trottel ist und sich nicht ändern wird. Von daher kann ich das nicht wirklich ernst nehmen, sorry... Ich hoffe nur, man bringt jetzt nicht wieder Sam und Naomi zusammen, da es irgendwann mit den Kindereien auch genug ist. Ob diese Story in der Folge einen Wert hatte, wird sich also erst in den kommenden Wochen zeigen.

Dann gab es ja auch noch Violet mit ihrem Dilemma, das mich auch nicht wirklich berührt. Klar hat sie Schwierigkeiten, mit der neuen Situation klar zu kommen, aber sie war diejenige, die mit zwei Menschen gleichzeitig geschlafen hat, und ich stehe da auf Petes und Sheldons Seite, dass sie es sich etwas zu leicht macht und nicht deren Gefühle mitbedenkt. Das gefällt mir nicht und ich hoffe, es gibt da bald Fortschritte. Ich bin gespannt, wann das Baby kommt. Momentan deutet sich ja das Staffelfinale an, da es nur noch wenige Folgen bis dahin sind. Ich bin hier wirklich gespannt, wie die Planung mit dieser Storyline aussieht und wohin man damit gehen will. Momentan bin ich allerdings nicht sonderlich beeindruckt.

Fazit

Ein schönes Paar - Cooper & Charlotte - wertet diese Folge auf. Ansonsten war sie solide, aber nicht überdurchschnittlich und einige Charaktere beginnen, bei mir an Sympathiepunkten zu verlieren.

Nadine Watz - myFanbase

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