Review: #1.05 Notfeuer

© 2025 Sony Pictures Connect Inc. All Rights Reserved.; 2024 Starz Entertainment, LLC; Sanne Gault/Starz/Sony Pictures Television
Beltane wurde in der vergangenen Woche bereits ausführlich vorbereitet und dementsprechend hoch waren meine Erwartungen an diese Episode. Und was soll ich sagen? Ich wurde definitiv nicht enttäuscht. Endlich erreicht die große Romanze zwischen Ellen und Brian eine neue Stufe und die ersten Konsequenzen ihrer Entscheidung bekommen wir auch gleich noch zu spüren. Gleichzeitig werden Murtaghs Gefühle für Ellen, Julias immer gefährlichere Situation und eine Prophezeiung miteinander verwoben. Genau diese Mischung aus Romantik, Drama und einer ordentlichen Portion "Outlander"-Mystik funktioniert ausgesprochen gut.
"Ruin me."
Dass Ellen und Brian zusammengehören, wissen wir natürlich längst, dennoch gelingt es "Outlander: Blood of My Blood" erstaunlich gut, uns mitfiebern zu lassen. In #1.05 Needfire bekommen die beiden nun endlich den Moment, auf den eigentlich seit ihrer ersten Begegnung hingearbeitet wurde. Ellen weiß inzwischen ziemlich genau, wie sie die Erwartungen ihrer Familie zu ihrem Vorteil nutzen kann. Dass sie dabei allerdings längst nicht so genau weiß, was danach passieren soll, macht sie für mich deutlich interessanter. So clever Ellen bei ihren kleinen Täuschungsmanövern auch sein mag, letztendlich ist sie eben immer noch eine junge Frau, die verliebt ist und für einen Moment sämtliche Konsequenzen ausblenden möchte. Und diese Konsequenzen haben es in sich, denn mit dem Handfasting überschreiten Ellen und Brian endgültig eine Grenze. Bislang konnten sie ihre Gefühle füreinander noch irgendwie als heimliche Romanze behandeln, aber nun treffen sie eine bewusste Entscheidung füreinander, obwohl Ellen einem anderen Mann versprochen ist und beide wissen, dass ihre Familien diese Verbindung niemals einfach akzeptieren würden.
Die Szene selbst ist dabei natürlich "Outlander" in Reinform. Kerzenschein, große Gefühle, schottische Traditionen und zwei Menschen, die für einen kurzen Moment so tun, als gäbe es außerhalb dieses Raumes keine Probleme. Dazu kommen die Worte des Handfastings, die wunderbar unter die Haut gehen. Vor allem aber glaubt man Ellen und Brian ihre Gefühle inzwischen. Gerade bei Brian hatte zuletzt noch ein wenig Substanz gefehlt, weil er hauptsächlich über seine Liebe zu Ellen und das schwierige Verhältnis zu seinem Vater definiert wurde. Daran ändert diese Episode nicht plötzlich alles, aber zumindest wird seine Beziehung zu Ellen nun zu einer bewussten Entscheidung und nicht mehr nur zu etwas, das ihm einfach passiert.
Ellen und Brian wollen zusammen sein und sind inzwischen sogar bereit, dafür einiges zu riskieren. Aber wie soll das funktionieren? Ellen ist Malcolm Grant versprochen, hinter dieser Verbindung stehen wichtige politische Interessen und weder Colum noch Lord Lovat dürften begeistert reagieren, wenn sie von Ellen und Brian erfahren. Genau diese Planlosigkeit gefällt mir einerseits, weil sie zu der überschäumenden Liebe der beiden passt. Sie handeln in diesem Moment aus ihren Gefühlen heraus und denken nicht fünf Schritte voraus. Andererseits hoffe ich sehr, dass die Serie die Konsequenzen nun auch wirklich ernst nimmt. Nach dem Handfasting kann man schließlich nicht einfach wieder zum heimlichen Anschmachten zurückkehren.
Diese Episode vermittelt erstmals wirklich das Gefühl, dass ihre Liebe nicht nur romantisch ist, sondern für mehrere Menschen ziemlich gefährlich werden könnte. Einer dieser Menschen ist Malcolm Grant. Bei ihm schafft die Episode etwas, das ich mir zuletzt noch gewünscht hatte, denn er wird endlich mehr als das lästige Hindernis zwischen Ellen und Brian. Malcolm ist kein widerlicher Mann, von dem wir Ellen unbedingt befreien wollen. Im Gegenteil, er scheint tatsächlich schon lange Gefühle für sie zu haben und geht vollkommen selbstverständlich davon aus, dass die beiden eine gemeinsame Zukunft haben werden. Während wir also Ellen und Brian dabei zusehen, wie sie sich füreinander entscheiden, ahnt Malcolm überhaupt nicht, dass seine vermeintliche Zukunft gerade vor seinen Augen auseinanderfällt. Und plötzlich tut er einem leid. Das macht den Konflikt automatisch wesentlich interessanter. Wäre Malcolm einfach nur ein unsympathischer Kerl, könnten wir Ellen problemlos dabei zujubeln, wie sie ihn hintergeht, aber so bleibt ein unangenehmer Beigeschmack. Ellen hat natürlich jedes Recht, selbst zu entscheiden, wen sie lieben und heiraten möchte. Malcolm hat aber ebenso wenig verdient, belogen und vorgeführt zu werden.
Und dann wäre da natürlich noch Murtagh. Wir wissen aus "Outlander" längst, dass seine Gefühle für Ellen nicht einfach irgendeine kleine Jugendliebe waren. Trotzdem ist es etwas anderes, nun tatsächlich dabei zuzusehen, wie ihm langsam klar wird, dass Ellen einen anderen Mann liebt. Und ausgerechnet dieser Mann ist auch noch Brian. Murtaghs Enttäuschung funktioniert deshalb ausgesprochen gut. Er hat sich vermutlich viel zu lange eingeredet, dass er bei Ellen tatsächlich eine Chance besitzt und wird nun ziemlich unsanft mit der Realität konfrontiert. Dass er anschließend ausgerechnet bei Jocasta Trost sucht, kann eigentlich nur schiefgehen und natürlich tut es das. Als er sie dann auch noch Ellen nennt, ist es gleichermaßen unangenehm wie tragisch. Allerdings muss ich zugeben, dass mir dieser Moment zu stark konstruiert ist. Hier konnte ich die Drehbuchautoren im Hintergrund beinahe dabei beobachten, wie sie den nächsten Konflikt in Position bringen.
Prophecy
Während bei Beltane die Gefühle hochkochen, läuft es für Julia dagegen überhaupt nicht nach Plan. Bei ihr präsentiert uns die Serie eine Prophezeiung rund um Julias Kind, bei der man gerade genügend Informationen bekommt, um sofort mit dem Spekulieren anzufangen. Besonders spannend ist dabei natürlich die Frage, von welchem Kind eigentlich die Rede ist. Lord Lovat geht selbstverständlich davon aus, dass sich die Prophezeiung auf ihn und seine eigene Blutlinie bezieht, wir wissen dagegen, dass Julias Kind von Henry stammt. Und wenn hier tatsächlich eine besondere Blutlinie angekündigt wird, führt der Gedanke zwangsläufig irgendwann zu Claire. Noch ist allerdings vollkommen unklar, wie genau all das zusammenhängen soll. Nach den vergangenen Episoden, in denen die Zeitreise selbst stellenweise in den Hintergrund gerückt war, bringt die Prophezeiung endlich wieder etwas von diesem mystischen Element zurück. Ich hoffe nur, dass man nicht versucht, am Ende wirklich jede Besonderheit von Jamie und Claire durch irgendeine große Vorsehung zu erklären. Ein bisschen Zufall darf es in dieser Familie gerne noch geben.
Kommen wir zum Schluss noch zu Julia und Henry, die es durch Julias Fernbleiben nicht geschafft haben, sich zu treffen. Noch funktioniert das, weil ihre Trennung erst wenige Episoden andauert und beide unabhängig voneinander interessante Geschichten bekommen. Allzu lange sollte die Serie dieses Spiel allerdings nicht treiben. Wenn Julia und Henry sich in den kommenden Episoden noch fünfmal um wenige Minuten verpassen, könnte aus Spannung irgendwann ziemlich schnell Frust werden.
Fazit
Diese Episode gehört bislang zu den stärksten Episoden von "Outlander: Blood of My Blood". Beltane bietet nicht nur eine wunderschöne Kulisse, sondern sorgt endlich dafür, dass aus all den heimlichen Gefühlen Entscheidungen mit Konsequenzen werden. Ellen und Brians Handfasting ist ohne Frage der emotionale Mittelpunkt und schafft es trotz unseres Wissens über ihre gemeinsame Zukunft, ihrer Geschichte neue Spannung zu verleihen.
Marie Müller - myFanbase
Die Serie "Outlander: Blood of My Blood" ansehen:
| Vorherige Review: #1.04 Das Herz eines Soldaten | Alle Reviews | Nächste Review: #1.06 Geburtsrecht |
Diskussion zu dieser Episode
Du kannst hier mit anderen Fans von "Outlander: Blood of My Blood" über die Folge #1.05 Notfeuer diskutieren.
Informationen zur Episode
Englischer Titel: NeedfireErstausstrahlung (US): 30.08.2025
Erstausstrahlung (DE): kein Termin
Erstausstrahlung (Pay-TV): 31.08.2025
Regie: Emer Conroy
Drehbuch: Taylor Mallory
Links
Meistgelesen
Aktuelle Kommentare
25.08.2026 20:52 von Chilli_vanilli
News: Diese Serien nimmt Disney+ für Februar 2026 neu ins Programm auf
Aktuell hat Disney+ wirklich viel im Angebot was mich... mehr
24.08.2026 19:04 von Chilli_vanilli
Furious: Furious
Eben die neuste Episode gesehen und mir gefällt die... mehr