Bewertung

Review: #1.04 Das Herz eines Soldaten

Foto: Sadhbh Malin, Sam Retford, Harriet Slater & Séamus McLean Ross, Outlander: Blood of My Blood - Copyright: 2025 Sony Pictures Connect Inc. All Rights Reserved.; 2024 Starz Entertainment, LLC; Victoria Will/Starz/Sony Pictures Television
Sadhbh Malin, Sam Retford, Harriet Slater & Séamus McLean Ross, Outlander: Blood of My Blood
© 2025 Sony Pictures Connect Inc. All Rights Reserved.; 2024 Starz Entertainment, LLC; Victoria Will/Starz/Sony Pictures Television

Nach der etwas schwächeren Episode der vergangenen Woche schafft es #1.04 A Soldier's Heart wieder deutlich besser, mich für "Outlander: Blood of My Blood" zu begeistern. Und das liegt vor allem an einer Entscheidung, auf die ich eigentlich seit dem Auftakt gewartet habe, denn endlich werden die Geschichten von Ellen und Brian sowie Julia und Henry parallel erzählt. Dadurch, dass die Figuren sich langsam aufeinander zu bewegen, fühlt sich diese Episode wesentlich runder an.

A Soldier's Heart

Dass Henrys Erfahrungen im Ersten Weltkrieg tiefe Spuren hinterlassen haben, wissen wir bereits seit #1.02 S.W.A.K., bislang war das allerdings hauptsächlich Teil seiner Vorgeschichte. Diesmal zeigt sich erstmals wirklich, dass Henry den Krieg keineswegs einfach hinter sich lassen konnte, nur weil er sich plötzlich mehr als 200 Jahre in der Vergangenheit befindet. Gewalt und Gefahr können ihn innerhalb kürzester Zeit wieder an einen Ort zurückversetzen, den er eigentlich längst hinter sich lassen möchte. Dass die Serie dabei nicht versucht, uns Henrys Trauma in einem großen Monolog zu erklären, sondern es über seine Reaktionen und sein Verhalten zeigt, funktioniert sehr gut. Ohnehin tut es Henry gut, ein wenig mehr Profil zu bekommen, denn bisher wurde er vor allem dadurch definiert, dass er seine Frau wiederfinden möchte. Nun bekommt auch er einen Konflikt, der unabhängig von Julia existiert. Besonders bitter ist dabei, dass Henry eigentlich genau das gefunden hatte, was ihn nach dem Krieg wieder ins Leben zurückgeholt hat: Julia. Ausgerechnet sie ist nun erneut verschwunden und Henry befindet sich wieder in einer Welt voller Gewalt, ohne zu wissen, ob er sie jemals wiedersehen wird. Dass alte Wunden unter diesen Umständen aufbrechen, überrascht wohl kaum.

Während Henry mit seiner Vergangenheit kämpft, beeindruckt Julia einmal mehr damit, wie schnell sie gelernt hat, sich in ihrer neuen Realität zurechtzufinden. Natürlich ist ihre Situation bei Lord Lovat nach wie vor alles andere als angenehm, doch sie ist längst nicht mehr nur das hilflose Opfer, das darauf wartet, dass sich irgendwie eine Fluchtmöglichkeit ergibt. Ihre Idee mit den Brennnesseln erinnerte dabei herrlich an Claire. Julia verfügt zwar nicht über das medizinische Wissen ihrer Tochter, aber die Fähigkeit, vorhandenes Wissen ziemlich kreativ für die eigenen Zwecke einzusetzen. Dass sie in diesem Zusammenhang Brian mit ins Boot holt, kam nicht sonderlich überraschend, da er auf Castle Leathers die einzige potentielle Kontaktperson ist, die ihr wirklich helfen kann. Genau solche Verbindungen hatte ich mir von der Serie erhofft.

Auch Brian profitiert von dieser Episode. Nach der ersten Folge mochte man ihn zwar, allerdings war Ellen eindeutig diejenige, die ihre gemeinsame Geschichte vorangetrieben hat. Gegen sie wirkte Brian noch etwas substanzlos und blass, wurde er doch häufig nur als der Mann dargestellt, der Ellen liebt und darauf hofft, dass sich irgendwie eine Möglichkeit für die beiden ergibt. Dass er nun selbst in Aktion tritt, kommt ihm auf jeden Fall zu Gute. Gut gelungen ist auch, wie die Episode Beltane nutzt, um die bislang getrennten Geschichten auf einen gemeinsamen Punkt zuzubewegen. Ellen und Brian sehen darin die Möglichkeit für ein Wiedersehen, während Julia aus Gründen der Zeitreise unbedingt dorthin möchte.

Als Julia von Davina die Geschichten über die Feen und Menschen hört, die in der Nähe der Steine verschwunden sein sollen, musste man unweigerlich an Claire denken. Schließlich war es einst ebenfalls eine Geschichte über Craigh na Dun, die ihre Neugier geweckt hat.

Randnotizen

  • Bei der Erwähnung von Maura Grant sind Fans der Mutterserie bestimmt hellhörig geworden. Ausgerechnet die Frau, deren geplatzte Verlobung Colum als Warnung für Ellen heranzieht, wird schließlich einmal Teil der Familie werden.
  • Wenn Gegenstände oder Informationen später noch wichtig werden sollen, kann man teilweise fast dabei zusehen, wie die Serie einen gedanklichen Textmarker zückt. Besonders bei der Lotterie und der St.-Antonius-Medaille hatte ich sofort dieses nachdrückliche Gefühl. Natürlich müssen solche Dinge vorbereitet werden, aber ein bisschen mehr Vertrauen darin, dass das Publikum auch subtilere Hinweise versteht, würde sicherlich nicht schaden.
  • Und dann wäre da noch Lord Lovat. Dass dieser Mann kein besonders angenehmer Zeitgenosse ist, haben wir inzwischen verstanden. Wirklich. Die Serie muss nicht bei jeder Gelegenheit noch einen draufsetzen, um uns daran zu erinnern, wie abstoßend er ist. Viel interessanter wäre es, endlich ein paar zusätzliche Facetten an ihm kennenzulernen. Gerade weil Julia vorerst in seiner Welt gefangen ist, braucht dieser Handlungsstrang auf Dauer einen etwas komplexeren Gegenspieler als einfach nur den widerlichen Lord Lovat.

Fazit

Plötzlich fühlt sich die Serie nicht mehr so an, als würde sie jede Woche eine Hälfte ihrer Geschichte pausieren, sondern als würden Ellen, Brian, Julia und Henry tatsächlich Teile derselben Erzählung sein. Mit Beltane gibt es einen gemeinsamen Fixpunkt, auf den alle Handlungsstränge zulaufen und der hoffentlich dafür sorgt, dass die bisher getrennten Welten noch stärker miteinander kollidieren.

Marie Müller - myFanbase

Die Serie "Outlander: Blood of My Blood" ansehen:

myFanbase integriert in diesem Artikel Links zu Partnerprogrammen (bspw. Amazon, Apple TV, WOW, RTL+ oder Joyn). Kommt es nach dem Aufruf dieser Links zu qualifizierten Käufen der Produkte, erhält myFanbase eine Provision. Damit unterstützt ihr unsere redaktionelle Arbeit. Welche Cookies dabei gesetzt werden und welche Daten die jeweiligen Partner dabei verarbeiten, erfahrt ihr in unserer Datenschutzerklärung.


Vorherige Review:
#1.03 Schule des Mondes
Alle Reviews

Diskussion zu dieser Episode

Du kannst hier mit anderen Fans von "Outlander: Blood of My Blood" über die Folge #1.04 Das Herz eines Soldaten diskutieren.