Bewertung: 8

Review: #6.16 Mutters kleiner Helfer

Von allen aktuellen Handlungssträngen ist es vor allem Gideons Geschichte, die mich mit am meisten interessiert hat. Bislang haben wir ja nur durch seine Aussagen erfahren, wie er unter der Schwarzen Fee gelitten hat. Doch mit dieser Folge bekommen wir endlich Einblicke in seine Vergangenheit.

"Do you really think you frighten me? Do you think anything frightens me? You have no idea what I've been through!"

Und Gideons Vergangenheit ist echt beklemmend. In einem Reich, in dem die Zeit anders abläuft, musste er in einer Zelle eingesperrt heranwachsen. Schon früh entwickelt er den Wunsch, ein Held zu sein, doch er wird stets von der Fee eingeschüchtert und traut sich sogar nicht, seinem Freund und Zellennachbar zu helfen, als dieser in Not ist. Da er unter fürchterlichen Bedingungen fernab von seinen Eltern aufwachsen musste, ist der abgrundtiefe Hass, den Gideon für seine "Mutter" empfindet, mehr als nachvollziehbar. Gut gefallen hat mir die Tatsache, dass Gideon im Kern doch einer von den Guten ist. Da ich mich auch frage, was im Verlauf der Geschehnisse mit Gideon passiert, wäre es schön, wenn ihm letztendlich doch ein normales Familienleben ermöglicht wird. Und vielleicht findet sich ja wie bei August damals ein Weg, ihn zurück in ein Kind zu verwandeln, um ihm und vor allem auch Belle die Chance auf eine glückliche Familie zu geben. Die Tatsache, dass die Schwarze Fee im Besitz seines Herzens ist und Gideon so zwingt, in ihrem Sinne zu handeln, ist keine neue Idee, aber da sehe ich gerne drüber hinweg. Letztere hat nun auch ihren Weg nach Storybrooke gefunden, was ich persönlich begrüße, da sie nun hoffentlich für weiteren Zündstoff sorgen wird. Auch wenn das Portal nur für sehr kurze Zeit geöffnet war, hat sie es dennoch geschafft hindurchzugehen. Vor allem die Bösewichte haben ja immer ein perfektes Gespür zur richtigen Zeit am richtigen Ort zu sein. Außerdem frage ich mich, wer die Fee in das Dunkle Reich verbannt hat und bin davon überzeugt, dass der Verantwortliche sehr gute Gründe dafür gehabt hat.

Die Schwarze Fee stellt für mich bislang einen der besten Schurken dar, den wir je innerhalb der Serie gesehen haben. Zum einen ist Jaime Murray aus meiner Sicht die perfekte Besetzung für die Rolle, da sie die Boshaftigkeit dieser Figur sehr authentisch und darüber hinaus unheimlich charmant darstellt. Zum anderen stellt die Rolle im Kontext mit den anderen Figuren auch eine Besonderheit dar. Nach Schurken wie Ingrid, den Königinnen der Dunkelheit, König Arthur und Hades ist sie die erste, die nach langer Zeit wieder aus der Familie eines Hauptcharakters stammt. Besonders interessant wird zu sehen sein, wie Mr. Gold auf die Ankunft seiner Mutter reagieren wird. Diese hat ja damals die Familie verlassen, bevor Rumpel überhaupt einen Namen hatte, worunter er lange Zeit sehr gelitten hat. An dieser Stelle wünsche ich mir, dass gerade ihre Beziehung in den kommenden Folgen ein wenig in den Vordergrund gerückt wird und bin gespannt, wie die beiden miteinander agieren. Außerdem warte ich sehnsüchtig auf die Hintergrundgeschichte der Schwarzen Fee und hoffe, dass die Autoren uns nicht mehr lange warten lassen.

Was mir ebenfalls sehr gut gefällt, ist dass man nun aufgeklärt hat, dass die Schwarze Fee den dunklen Fluch erschaffen hat. Nachdem damals herauskam, dass nicht Rumpelstilzchen diesen Fluch erfunden hat, hab ich mich immer gefragt, wer für den Fluch verantwortlich ist. Und die Antwort auf die Frage könnte treffender nicht sein. Nun da der Ursprung des dunklen Fluches thematisiert wird, kommt bei mir das Gefühl auf, als wenn sich nach langer Zeit ein großer Kreis schließt und das gefällt mir sehr gut. Die Frage, die nun im Raum steht, lautet, was die Schwarze Fee genau plant. Denn mit dem dunklen Feenstaub hat sie einst den dunklen Fluch erschaffen. Da sie nun, wie in den Rückblenden gezeigt wurde, weiterhin den Feenstaub sammelt, deuten alle Anzeichen darauf hin, dass Storybrooke demnächst etwas sehr Bedrohliches bevorsteht.

"Are you threatening my child?" - "I don't have a choice, was trying to kill me twice, I'm not giving him a third chance."

Worüber ich im Verlauf der Folge ein wenig erleichtert war, ist, dass Gideon Emma nun doch etwas vorgegaukelt hat und seinen bisherigen Plan weiterhin verfolgt, wenn auch nicht ganz freiwillig. Immerhin wissen wir nun, dass Gideon von der Schwarzen Fee zu diesem Vorgehen gezwungen wird und er Emma eigentlich nicht schaden will. Wie ich schon in meiner letzten Review erwähnt hatte, wäre es unglaublich schade gewesen, wenn er nun tatsächlich Emma "gezwungen" hätte, die Schwarze Fee zu töten. So wäre die Glaubwürdigkeit seines Charakters in meinen Augen vollkommen nichtig gewesen. Da er so unter der Schwarzen Fee gelitten hat, muss er sich ihr selbst stellen und diese besiegen. So hätte Gideon auch die Möglichkeit der Held zu werden, der er schon immer in den Tiefen seines Herzes sein wollte

Das Gideon irgendwelche guten Absichten hat, kann Emma wahrlich nicht bemerken, da es für sie so wirkt, als wenn er sie nun in Bezug auf die gigantische Spinne ein weiteres Mal töten wollte. So will sie diesen nun im Notfall bekämpfen. Diese Ausgangslage bietet weiteren interessanten Zündstoff. Sowohl die Charmings als auch Familie Gold befinden sich jetzt in derselben Lage, denn beide wollen ihre Kinder vor möglichem Schaden schützen. Da es Gideon jedoch auf Emma abgesehen hat und diese ihm nicht noch eine weitere Möglichkeit geben will sie zu töten, droht sogar ein Kleinkrieg zwischen den Familien. Denn vor allem Mr. Gold hat schon mehr als deutlich gemacht, im Notfall die "Interessen" seines Sohnes zu vertreten.

"Isaac, what happens at the end of the book?" -"The Savior fights the final battle and trust me, no one wants to be around to see that!"

Was passiert eigentlich am Ende des Märchenbuches? Eigentlich eine berechtigte Frage über die ich zugegeben noch nie nachgedacht habe. Wird die Geschichte vollkommen abgeschlossen, sodass dann alle Figuren ihr Happy End bekommen? Oder wird das Schicksal der Figuren offen gelassen und erst in einem vielleicht kommenden weiteren Märchenbuch aufgelöst? In Bezug auf das letzte Kapitel des Buches müssen wir einfach abwarten, was die Autoren uns in den kommenden Folgen präsentieren werden.

Besorgniserregend ist allerdings, dass Henry nun scheinbar die Kontrolle über seine Fähigkeiten verliert. Und wen könnte man am besten zu Schwierigkeiten in Bezug auf das Autoren-Dasein befragen? Richtig: den ehemaligen Autor Isaac . Nach seinem erfolglosen Versuch mit seiner eigenen Geschichte eine neue Realität zu erschaffen, wurde er wie die anderen Störenfriede einfach weggeschlossen. Im Gegenzug für seine Freiheit bringt Isaac ein wenig Licht ins Dunkeln, da nun tatsächlich das Ende des Märchenbuches naht, was einen großen Spannungsfaktor bietet. Des Weiteren frage ich mich, ob dies eventuell sogar Auswirkungen auf die Stadt Storybrooke haben könnte.

Und hat einer von euch kurz bevor Isaac die Stadt verlassen hat, auf das Nummernschild seines Wagens geachtet? Dort war nämlich ein kleines Easter Egg versteckt. Die Kennzeichen des Schildes waren WED 1901. Dies ist ein Vermerk auf Walt Disney, der als Walter Elias Disney im Jahre 1901 geboren wurde.

"Where are we?" -"Neverland!"

Mit der Storyline um Gideons Vergangenheit, dem Kampf gegen die riesige Spinne sowie Henrys außer Kontrolle geratenen Autorenfähigkeiten wirkten die Szenen um Hook stets so, als wenn die Autoren damit ein wenig Tempo aus der sehr ereignisreichen Folge herausnehmen wollten. Um ein Portal nach Hause zu erschaffen, liefert sich Hook ein Kartenspiel mit seinem Konkurrenten Black Beard, den er einst über die Planke geschickt hat. Auch die Tatsache, dass dieser beim Kartenspiel die Jolly Roger einsetzt, beweist wieder, dass Hook alles geben würde, um mit Emma vereint zu sein. Letztendlich gelingt es Hook tatsächlich ein Portal zu öffnen, jedoch führt es ihn nicht zurück nach Storybrooke sondern zu seinem Entsetzen nach Neverland. Mir persönlich gefällt es gut, dass wir nach einigen Staffeln noch einmal einen Abstecher nach Neverland machen, da dieser Ort vor allem in Hooks Vergangenheit eine herausragende Bedeutung hat. Interessant zu sehen wird sein, wie sich die Insel nach dem Weggang von Peter Pan verändert hat und wer in Neverland noch sein Unwesen treibt. Fürs Erste sehen wir nun die restlichen Verlorenen Jungs, die damals nicht mit nach Storybrooke gegangen sind.

Fazit

Obwohl vor allem die erste Staffelhälfte der sechsten Staffel eine schwungvolle Berg- und Talfahrt darstellte, gefällt mir die Richtung, die die Serie nun einschlägt, richtig gut. Während es am Anfang der Staffel so wirkte, als wenn sich die Autoren nicht sicher waren, welche Geschichte sie erzählen wollte, wirkt es nun, als hätten sie ein klares Ziel vor Augen, was der Serie sichtlich gut tut. Da es momentan noch unsicher ist, ob die Serie eine weitere Staffel erhält, freue ich mich sehr darüber, dass es nun so wirkt, als wenn sich der Kreis der Serie schließen würde. Denn der finale Kampf und somit das letzte Kapitel des Märchenbuches stehen laut Isaac unmittelbar bevor und es sieht ganz so aus, als würde die Geschichte einen runden Abschluss bekommen, falls sich das Märchenbuch für immer schließen sollte.

Marcel F. - myFanbase

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