Bewertung

Review: #3.12 Das Sex-Duell

Foto: Max Greenfield & Bob Gunton, New Girl - Copyright: 2013 Fox Broadcasting Co.; Ray Mickshaw/FOX
Max Greenfield & Bob Gunton, New Girl
© 2013 Fox Broadcasting Co.; Ray Mickshaw/FOX

Jess versucht mal wieder, Freundschaft zu schließen. Dieses Mal ist es Coach, den sie für sich gewinnen will, denn auch Jess hat erkannt, dass er im Moment noch keinerlei Daseinsberechtigung in der Gruppe hat. Höchste Zeit also, ihn mal aus der Reserve zu locken, vor allem, nachdem er sie als "die Freundin eines Freundes" bezeichnet.

"Do not challenge me to a sex stand-off. I can channel all of my sexual energy into knitting. How do you think I made it through high school?"

Das einzige Hobby, das Coach zu haben scheint, ist Basketball. Also gibt sich Jess kurzerhand als riesiger Fan des Sports aus und verbringt die nächsten Abende mit Coach vor der Glotze. Das funktioniert sogar ganz gut, denn beide finden über den Sport endlich eine Grundlage, um miteinander zu reden, wenn eben auch nur über Basketball.

Damit die Geschichte nicht allzu langweilig wird, denn eigentlich ist das auch jede einzelne Szene zwischen Jess und Coach, erdichtet man eben mal einen kleinen Zwist zwischen Jess und Nick, der selbst seine Leidenschaft für Basketball entdeckt und der nicht akzeptieren kann, dass Jess sich auch nur als Fan der Detroit Pistons ausgibt. Nicht einmal nur, um Coach zu beeindrucken. Er schiebt vor, dass er als gebürtiger Chicagoer unbedingt eine Freundin braucht, die seinen Verein, die Bulls, unterstützt, und nicht jemanden, der das Team des Freundes anfeuert.

Bescheuert? Ist es, ja. Aber wenigstens ist das, was die alberne Sache nach sich zieht, durchaus amüsant. Nick beschließt nämlich kurzerhand, Jess unter Sexentzug zu stellen, bis sie vor Coach zugibt, kein Fan der Pistons zu sein. Jess nimmt dies erstmal so hin und geht auf Abstand zu Nick, denn das Freundschaftsgesuch zu Coach ist ihr im Moment einfach wichtiger als die Neurosen ihres Freundes. Nick versucht schließlich mit allen Mitteln Jess zu verführen, was in ein paar aberwitzigen Szenen und Nick in Shorts und Basketballtrikot endet. Natürlich kann Jess irgendwann nicht anders und sieht Nicks andauernde Anmachversuche als Herausforderung, es ihm mit gleicher Münze heimzuzahlen und ihm den Sex zu verweigern, als er schon kurz davor ist, sein dämliches Unterfangen aufzugeben.

"I may be dirty, but I play old."

Während Nick und Jess sich also gegenseitig in den Wahnsinn treiben wollen, sucht Winston nach einer neuen beruflichen Herausforderung und hängt sich kurzerhand an Schmidt, der ihn als persönlichen Assistenten einstellt. Ein unglaublich eintöniger und nerviger Job, wie Winston herausfinden muss, denn Schmidts Überheblichkeit bezüglich seiner Arbeit ist unübertroffen. Dies führt zu ein paar wundervollen Szenen zwischen Cece und Winston, die beide im Moment ein wenig in der Selbstfindungsphase sind und einander Halt und Trost spenden können, selbst wenn es nur über die Beziehung Gast/Barkeeper ist. Ja, richtig. Cece ist immernoch als Barkeeperin in Nicks Bar unterwegs. Irgendwie war an mir wohl vorbei gegangen, dass dieser kurze Witz in der letzten Episode durchaus ernst gemeint war und Cece nun tatsächlich einen neuen Job hat.

Nun ja, Winston verhilft am Ende Schmidt dazu, einen dummen Fehler wieder wett zu machen, der ihm aufgrund seiner Arroganz fast die Beförderung hätte kosten können. Es ist schön, dass Winston etwas mehr Profil erlangt und endlich etwas findet, worin er gut zu sein scheint. Das verspricht, den Charakter endlich mal aus dem Jammertal zu holen und besser in die Geschichten einzubinden. Vielleicht wird ja aus "Officer Winston" noch etwas.

Die Szenen zwischen Schmidt und seinem neuen, alten Widersacher waren ein klein wenig klischeehaft, aber gut. Immerhin diente es dem Zweck, Schmidt vor Augen zu führen, dass seine Arroganz ihm manchmal im Weg steht und er gut daran täte, hin und wieder einmal ernsthaft zu überlegen, was er eigentlich tut. Natürlich ist es schön, dass Winston ihm am Ende aus der Patsche hilft, doch eigentlich hätte es Schmidt nicht geschadet, wäre er von dem alten Knacker erfolgreich aufs Kreuz gelegt worden. Es sei den Autoren verziehen, dass sie am Ende nicht den ganzen Weg gegangen sind und sich stattdessen lieber mal wieder auf Nick und Jess eingeschossen haben, mit denen sich im Moment einfach wesentlich bessere Comedy zeigen lässt, ohne dass allzu viel Langeweile aufkommt.

Am Ende ist wieder alles gut im Loft. Nick und Jess können sich irgendwann ihrer Avancen nicht mehr entziehen, werfen ihren Streit über Bord und landen miteinander im Bett. Zuvor macht Nick Coach jedoch noch schnell klar, dass er sich unbedingt mit Jess anfreunden sollte, was dieser dann nach einigem Zögern auch tut. Jess ist darüber mehr als glücklich, doch so abgelenkt von ihrer Bettgeschichte, dass sie gar nicht so recht zu schätzen weiß, was Coach hier eigentlich tut.

Fazit

Nicht wirklich eine herausragende Episode, aber dank des tollen Zusammenspiels zwischen Nick und Jess stellenweise überaus witzig und interessant. Auch wenn Winstons und Schmidts Geschichte da nicht wirklich mithalten kann, ist sie nicht uninteressant, gerade weil man Winston hier endlich mal nicht als unfähigen Depp hinstellt, sondern etwas in Aussicht stellt, auf das er sein Leben aufbauen könnte.

Melanie Wolff - myFanbase

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