Bewertung: 7

Review: #1.15 I'll Tell You a Story

Foto: Aria Shahghasemi, Legacies - Copyright: Warner Bros. Entertainment Inc.
Aria Shahghasemi, Legacies
© Warner Bros. Entertainment Inc.

In den vergangenen Episoden ging es Schlag auf Schlag mit der Hauptstory voran. Eine neue Information jagt die nächste und langsam aber sicher fügt sich das Puzzle von Malivore zusammen. Nachdem herauskam, was für eine übernatürliche Kreatur Landon ist und sich MGs Mutter Veronica als Anführerin von Triad Industries herausgestellt hat, blieb eigentlich nur noch ein großes Geheimnis offen: Die Identität von Landons Vater. Und siehe da, schon bekommen wir in #1.15 I'll Tell You a Story die Antwort darauf. Wobei die gar nicht so einfach ist.

"No, Landon. Your father is the golem."

Ich fand schon, dass es eine ungewöhnliche Entscheidung war, aus Landon einen Phönix zu machen, aber das war noch nichts gegen seinen Vater. Denn der ist nicht etwa ein Phönix, der in Malivore gefangen wurde. Nein, er ist Malivore selbst, einst Schlamm-Golem, jetzt gerade Matschpfütze. Okay, zugegeben, da musste auch ich als eingesessener Fantasy-Fan kurz schlucken. Zu ihrer Verteidigung muss man sagen, dass die Geschichte von Malivore wirklich gut war. Ein bisschen erinnert mich die Entstehungsgeschichte zwar an The Hollow aus "The Originals", aber da sie gut funktioniert, kann ich da gerne drüber hinwegsehen. Denn diese Mythen, in denen verschiedene Wesen einen Pakt schließen, um eine Waffe gegen das Böse herzustellen und sie das schlussendlich teuer zu stehen kommt, sind eigentlich immer spannend. Auch hier ist das der Fall, wobei es für den weiteren Verlauf der Serie natürlich mehr als praktisch ist, dass ausgerechnet die drei Wesen geschützt sind, die sich in der Salvatore School tummeln. Während Clarkes Erzählung ist der irgendwann so offensichtlich emotional geworden, dass ich fest damit gerechnet habe, dass er sich als Landons Vater herausstellt. Letztlich ist er dann doch nur der Bruder (kann man da von einem Bruder sprechen?), der seinen Vater einst hintergangen hat und dies nun zutiefst bereut. Trotzdem bin ich mir noch nicht sicher, ob man Clarke so richtig trauen kann. Manipulativ ist er auf jeden Fall, so wie er versucht, Landon auf seine Seite zu ziehen. Am Ende will Triad einfach nur den dritten Schlüssel finden, Malivore befreien und ihn auf alle Monster hetzen. Genug Zeit für passende Forschung in diese Richtung hatten sie ja. Wie dem auch sei, Landon ist der Schlüssel zu dem Ganzen. Er ist der einzige, der das Blut von Malivore in sich trägt und ihn demnach befreien kann.

"So one of us is going to kill the other?"

Während Landons Entführung noch überraschend entspannt vonstatten geht, eskaliert die Krise von Lizzie und Josie immer mehr. Nachdem Josie im Verlauf der letzten Folgen immer unwilliger war, sich auf die Sonderbehandlung ihrer Schwester einzulassen, konnte einem Lizzie inzwischen einfach nur leidtun. Sie hat wirklich ihr Möglichstes getan, wieder auf Josie zuzugehen und ihr kleines Friedensangebot in Form von Essen war echt süß. Nur ist Josie eben nicht mehr bereit, so schnell kleinbei zu geben. Das kann ich zwar gut verstehen, aber irgendwie finde ich ihren plötzlichen Sinneswandel doch etwas merkwürdig. Haben die letzten Ereignisse und Penelopes Weggang wirklich so viel verändert, während all die Jahre davor nie etwas bewirkt haben? Oder wollte man hier nur aus storytechnischen Gründen einen kleinen Keil zwischen die Zwillinge treiben? Diese neue Josie hat auf jeden Fall einige Sympathiepunkte bei mir verloren, kommt sie teilweise doch recht kalt herüber. Wie auch immer, es hatte Erfolg, und plötzlich sind sich ausgerechnet Lizzie und Hope nicht mehr Spinnefeind. Diese Entwicklung wiederum freut mich unglaublich, denn wie man gemerkt hat, harmonieren die beiden wunderbar zusammen, wenn man sie denn nur lässt.

Viel spannender war allerdings die lang erwartete Enthüllung des Zwillingsfluches, der auf dem Geminizirkel liegt. "Vampire Diaries"-Veteranen war die Geschichte mit dem Verschmelzungsritual bereits wohlbekannt und jetzt findet sie auch offiziell ihren Weg zu "Legacies". Glücklicherweise hat Alaric seinen Töchtern doch noch die Wahrheit gesagt, sodass sie es zumindest nicht über Bücher herausfinden mussten. Viel leichter macht das die ganze Sache aber auch nicht, besonders für Alaric, der verständlicherweise sehr damit zu kämpfen hat, Lizzie und Josie keine besseren Nachrichten überbringen zu können. Es war eine starke und berührende Szene der Saltzman-Familie und ich bin schon gespannt, ob diese Neuigkeiten etwas an der angestrengten Beziehung der Schwestern ändern.

Dies und das

Jenseits der Hauptstory hat auch Rafael weiter mit den jüngsten traumatischen Erlebnissen zu kämpfen. Dabei wird er immer angriffslustiger, was wohl ein Zeichen dafür ist, dass er sich näher als gewollt an seiner Werwolfnatur befindet. Während Kabbeleien zwischen den Werwölfen und Vampiren noch normal sind, ist die Situation endgültig eskaliert, als Raf Alaric in die Ecke schmeißt (was einen nur mal wieder daran erinnert, dass Alaric als Normalsterblicher in einer Schule voller übernatürlicher Teenager auch ein riskantes Dasein fristet). Immerhin hat das auch Rafael die Augen geöffnet und Hope hat ihm die perfekte Lösung für sein Problem gegeben: Zeit. Zeit, wieder in Ruhe zu sich selbst zu finden. Zeit, die Geschehnisse zu verarbeiten. Zeit, Werwolf und Mensch wieder klar zu trennen.

Hope wiederum nutzt die freie Zeit, um sich endlich ihrer Gefühle für Landon klarzuwerden. Natürlich gibt es in der magischen Welt auch hierfür eine clevere Möglichkeit in Form eines Gedankensteines. Das war eine unterhaltsame und interessante Variante, diesen inneren Monolog von Hope nach außen zu bringen. Denn das Gespräch zwischen Hope und dem Gedanken-Landon hat einfach Spaß gemacht mit Landons betont lockerer Art, mit der er Hope langsam aber sicher zu ihrer eigenen Wahrheit führt. Und dabei muss sich Hope einiger harter Wahrheiten bewusst werden. Dass sie Landon beschützen wollte. Dass sie sehr wohl weiß, wie es ist, eine Waise und vollkommen allein zu sein. Dass sie sich selbst als kosmischen Fehler sieht, der gar nicht existieren sollte. Dass sie Landon liebt und nicht wollte, dass er geht. Gerade der Schluss ist natürlich etwas, was Hope unbedingt auch dem echten Landon sagen muss und ich hoffe doch sehr, dass wir das in der nächsten Folge zu sehen bekommen werden.

Fazit

Das war eine Folge, in der weniger die Action und umso mehr die Gefühle und Gedanken der Charaktere im Mittelpunkt standen. Es war auch eine Folge der Erkenntnisse, ob nun von Landon, der erfahren hat, dass Malivore sein Vater ist, Hope, die sich eingestanden hat, dass sie Landon liebt, oder Lizzie und Josie, die endlich die Wahrheit über den Zwillingsfluch kennen. Mit dieser Fülle an neuen Informationen geht es nun ins Staffelfinale und nachdem in den letzten Momenten der Folge Triad Industries vor den Toren der Salvatore School angekommen ist, kann man wohl davon ausgehen, dass es nun zum großen Showdown kommen wird.

Denise D. - myFanbase

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