Bewertung

Review: #1.18 Die Wahrheit

Foto: Pamela Reed, Jericho - Copyright: Paramount Pictures
Pamela Reed, Jericho
© Paramount Pictures

In #1.17 Sie oder wir? wurde die Flüchtlingsproblematik vorerst gelöst, Roger nach seinen Kamikaze-Aktionen aus der Stadt verjagt und Gray sollte noch länger außer Gefecht sein: Ich befürchtete nun eine Füllepisode. Stattdessen offenbaren sich uns Abgründe und Antworten auf Fragen, die wir uns seit der Pilotfolge stellen. Nebenbei und schön garniert, geht auch noch das Dorfleben weiter.

Die Wahrheit ist da draußen

Was für ein Ding. Robert Hawkins erzählt uns nicht ganz freiwillig, was er seit zwei Jahren bis zu den Anschlägen erlebt hat. Teilweise in Flashbacks, teilweise als Nacherzählung. Die Kombination aus beidem baut noch mehr Spannung auf, als ohnehin schon in der Luft liegt. Das, was wir erfahren, reiht sich plausibel in alle bisherigen Andeutungen ein und auch das Gesamtbild passt. Ich bin gespannt, inwieweit die eigene Regierung in Form von Valente und anderen konspirativen Strippenziehern hinter den Anschlägen steckt und ob wir vielleicht einer noch größeren Verschwörung auf der Spur sind, als wir uns je erträumten.

Robert Hawkins hat dank der "Gesprächstherapie" mit Jake und der erneuten Beschäftigung mit seiner Vergangenheit neue Ideen und Spuren, denen er nachgehen kann. Jake wiederum wird künftig mit Hawkins zusammen unser Dream-Team bilden, wenn es darum geht, Jericho zu schützen und den Komplott hinter den Anschlägen aufzudecken. Jeder für sich alleine ist schon ein strategisches, organisatorisches und militärisches Genie. Zusammen werden sie ganz neue Arien kreieren. Ich freue mich schon jetzt darauf.

Jakes teilweise apathische Reaktionen auf das Erfahrene sind zu 100% glaubhaft und gut gespielt. Interessant finde ich noch, dass er aus Hawkins' Erzählungen heraus Sarah sofort als undichte Stelle verdächtigte, während Robert ihr vertraute. Ich denke, die Beziehung zu Sarah wird unserem CIA-Agent eine Lehre gewesen sein.

Schule ohne Schüler

Emily versucht durch Schulunterricht für die Jugendlichen wieder etwas Normalität nach Jericho zu bringen. Doch außer Allison haben die Kids andere Interessen, was verständlich ist. Verstehen kann ich auch Allison, die bei Emily in der Schule bleibt, da ihr ein Tapetenwechsel gut tut. Dass sie unter der familiären Situation und der Tatsache Sarah erschossen zu haben leidet, ist logisch. Weniger logisch erscheint mir das Verhalten von Emily. Ihr Ex-Verlobter und Fast-Mann Roger wird aus der Stadt gejagt und eine Woche später ist von Trauer oder Ähnlichem keine Spur bei ihr. Auch wenn uns wohl allen im Vorfeld klar war, dass Emily und Roger keine große Zukunft haben werden und die Gefühle zwischen den beiden doch etwas erkaltet waren, so überrascht ihre Reaktion durchaus. Schade. Denn diese Nebenhandlung trübt meine ansonsten positive Einschätzung der Episode.

Farmleben bei den Richmonds

Humorvoll, witzig und genial finde ich die Szenen zwischen Mimi und dem Huhn. Das ist genau die Art von Humor, die eine "Drama-Serie" mit melancholischen und actiongeladenen Zwischentönen ab und an braucht. Sehr schön dargestellt und an die Krankenhausszenen aus #1.16 Der Deal anknüpfend empfand ich die Momente zwischen Mimi und Bonnie. Auch ohne Stanley würde ich daher sagen: Es läuft auf der Farm der Richmonds.

Eine starke Frau für einen starken Mann

Es ist nur allzu verständlich, dass Johnston nach den politischen wie privaten Schicksalsschlägen in den letzten Wochen eine Auszeit braucht. Die nimmt er sich in der Natur auf dem Hochsitz bei der "Schein-Jagd". So wie Männer der alten Schule das eben tun. Seinem Zerfall entgegen wirkt Gail. Sie ist einmal mehr die Person, der den Laden "Familie Green" zusammenhält. Obwohl sie selbst sehr viel durchgemacht hat, hält sie mehr als standhaft ihre Position als Mutter und Ehefrau. Eine starke Gail für einen starken Johnston. Die Momente der beiden sind schön gespielt und werden glaubhaft vermittelt. Bitte weiter so mit den beiden.

Fazit

Die Wahrheit ist raus. Gott sei Dank werden wir nicht mehr mit Andeutungen gefoltert. Nein, jetzt kennen wir die offiziellen Hintergründe hinter den Anschlägen und wissen, weshalb es diese Serie überhaupt erst in der Form gibt. Doch was genau hat dieser Valente damit zu tun? Und gibt es vielleicht sogar eine noch größere Verschwörung als bisher geglaubt? Der rote Faden der Serie ist plausibel und bleibt nach wie vor spannend. Die zwischenmenschlichen Beziehungen im Dorfleben gehen auch glaubhaft weiter, können mich aber nicht ganz so überzeugen wie zuletzt, was aber auch an der Wichtigkeit und Spannung der Haupthandlung liegt.

Alexander L. - myFanbase

Die Serie "Jericho - Der Anschlag" ansehen:


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