Bewertung: 9

Review: #2.17 Arrivederci, Fiero

Eine sehr gute Episode, die den Zuschauer ein wenig mehr in die Freundschaften und deren Zustandekommen eintauchen lässt und zudem noch unglaublich viel Spaß macht.
 
Das erste eigene Auto
 
Das erste eigene Auto ist, zusammen mit der ersten eigenen Wohnung und dem ersten Job, eines der einschneidenden Erlebnisse auf dem Weg zum Erwachsenwerden. Deswegen ist für viele Menschen auch gerade dieses Ereignis mit vielen Erinnerungen verbunden: so passt es auch, dass Marshall sehr sentimental reagiert, als sein geliebter Fiero, den er zu seinem 16. Geburtstag von seinen Brüder bekam, zur Reparatur muss. Ein guter Anlass also, um die Geschehnisse rund um den Wagen noch einmal Revue passieren zu lassen.
 
Von der Schreckensnachricht über das nahende Ende des Fieros mehr oder weniger mitgenommen, treffen sich die Freunde in der Werkstatt, um gemeinsam ihre Anekdoten, die sie mit dem Fiero verbinden, zu erzählen und so die Zeit bis zur Diagnose zu überbrücken. Es ist eine schöne Idee, dass die gesamte Gruppe aufgrund des Autos zusammen findet, weil es gut den Zusammenhalt der Fünf beschreibt.
 
Dadurch, dass die Fiero-Anekdoten allesamt unterschiedlich und unterhaltsam sind, kommt keine Langeweile auf: so wird unter anderem erklärt, warum im Wagen sowohl Trink- als auch Essverbot gilt und wie Barney, als totales Stadtkind, zum Autofahren steht. Die wichtigsten Passagen sind jedoch die, die erklären, wie sowohl Lily und Robin als auch Ted und Marshall beste Freunde wurden. Dabei ist die Geschichte zwischen Ted und Marshall ein Highlight der Episode. Die Szenen über die Collegezeit der Jungs sind meist einen Blick wert, diese hier ist jedoch ein Glanzstück der Staffel, da sie einerseits gut die Beziehung zwischen den beiden beschreibt, aber andererseits auch zum Brüllen komisch ist. Sehr zu empfehlen ist auch der Rückblick, in dem Marshall  und seine Brüder zu sehen sind: Marshall mit Vokuhila und Pickeln sieht einfach ulkig aus und Teds altes College-Ich, das enorm pseudo-alternativ wirkt, ist auf seine übertrieben-neunmalkluge Art auch amüsant.
 
"But I would walk 500 miles"
 
Der Roadtrip, zu dem College-Ted und College-Marshall  ziemlich zu Anfang der Folge im Fiero aufbrechen, ist eine der besten Szenen der beiden, die ich in dieser Staffel gesehen habe.
Da das Radio des Fieros kaputt ist, läuft der "The Proclaimers"-Song "I'm gonna be (500 miles)" in Endlosschleife im Hintergrund. Ted, der den Song zunächst duldet, durchläuft während der Fahrt jegliche Gemütsschwankung: von kompletter Verzweiflung bis hin zum enthusiastischen Mitsingen. Das großartige Zusammenspiel zwischen Jason Segel und Josh Radnor animiert schon fast dazu, den Song selber zu kaufen, um ihn im Auto zu hören.
 
Während des Roadtrips merkt man, wie Ted und Marshall immer mehr von bloßen Zimmergenossen zu "Bros" werden: Im Auto eingeschneit müssen die beiden erst eine Nahtod-Erfahrung machen (die in Wirklichkeit keine ist), um beste Freunde zu werden. Der Werdegang dieser Freundschaft passt einfach vollkommen in Teds und Marshalls Beziehung.
 
Die beiden anderen größeren Fiero-Anekdoten lohnen sich ebenfalls: Zwar muss man sagen, dass die Lily/Robin-Erzählung die schwächste ist (jedoch keinesfalls schlecht), aber die Story über Barney ist wieder einmal ein Highlight, bei der ich wiederholt in der Episode richtig lachen musste. Die Szene ist sehr kurz, aber für mich (zusammen mit dem Roadtrip) genau die Szene, die ich immer wieder sehen kann, da die Situationskomik und die Mimik von Josh Radnor und Neil Patrick Harris einfach grandios ist. Leider wird Barney ansonsten in dieser Episode ein wenig außen vor gelassen, aber das scheint unglücklicherweise manchmal der Fluch des Charakters zu sein.
 
"Der Wagen rollt nirgendwo hin"
 
Neben den ganzen Rückblenden gibt es immer wieder kurze Szenen zwischen den Freunden in der Werkstatt, in denen es schließlich auch darum geht, was mit dem Fiero passieren soll. So, als würde er einen geliebten Menschen verlieren, bangt und trauert Marshall um seinen Fiero, nachdem eine eher schlechte Diagnose gestellt wurde. Und genau diese ehrliche Trauer passt einfach zu Marshall und untermauert die Liebenswürdigkeit des Hünen. Das Auto einfach so zu verschrotten, hätte so gar nicht in sein Profil gepasst.

Fazit

Nun wissen die Zuschauer endlich, wie (einige) der Männer- und Frauenfreundschaften geschlossen wurden. Zwar trägt diese Episode nicht wirklich zu dem weiteren Verlauf der Staffel bei, ist aber unglaublich unterhaltsam. Barney kommt ein wenig kurz, aber wenn er auftritt, dann ist er wieder die Figur mit dem größten Spaßfaktor. Deswegen bleibt es eine durchaus gelungene Folge, die immer wieder Freude bereitet. Ausserdem läuft man Gefahr, den "The Proclaimers"-Song danach noch tagelang summen.

Amelie L. - myFanbase

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