Bewertung

Review: #1.17 Leben unter Gorillas

Foto: How I Met Your Mother - Copyright: Twentieth Century Fox Home Entertainment
How I Met Your Mother
© Twentieth Century Fox Home Entertainment

In dieser How I Met Your Mother-Folge geht es storytechnisch ziemlich voran und am Ende erwartete uns auch noch ein großer Cliffhanger.

"Ted, you’re a great guy. I know it, you know it, she knows it. I would bet you a gazillion dollars, no, I’m even more confident: I would bet you a floppady gillion dollars that she’s not calling to break up with you." "Thanks. You’re right. I’m being crazy. So I should still buy that plane ticket, right?" "I’d wait."

Ted und Victoria haben sich dazu entschlossen, den Versuch einer Fernbeziehung zu wagen. Dass dies nicht einfach werden würde, war natürlich von vornherein klar. Ein besonderes Hindernis stellen hierbei auch noch die unterschiedlichen Zeitzonen dar, denn Deutschland und die USA sind eben doch ein ganzes Stück auseinander. Victoria bemüht sich aber nach Kräften, Ted eine gute Freundin zu sein und schickt ihm regelmäßig Pakete mit Cupcakes und ähnlichen Aufmerksamkeiten. Das Problem rund um Ted, der am Telefon einschläft, nicht mehr weiß, was er jeden Abend erzählen soll und frustriert ist aufgrund dieser Entfernung, ist so einfach wie natürlich und realistisch. Doch Ted ist von seiner Beziehung zu Victoria trotzdem überzeugt, was sie anders zu sehen scheint. Sie kündigt einen ernst klingenden Anruf an und Ted vermutet, dass es auf eine Trennung hinauslaufen wird.

"The girl I used to like is now helping me impress the girl I know like." "The irony is clear, Ted."

Interessant an dieser ganzen Geschichte ist natürlich die Rolle von Robin. Denn wie der Zuschauer ja mittlerweile weiß, hat Robin Gefühle für Ted und sieht dabei der herannahenden Trennung von ihm und Victoria nur halb bestürzt entgegen. Umso amüsanter war es, dabei zuzusehen, wie Robin durch ein Wechselbad der Gefühle geht und sich eigentlich insgeheim wünscht, Ted und Victoria würden sich trennen.

Die Szenen zwischen Robin und Ted haben mir hier sehr gut gefallen und ich muss sagen, dass ich es schon schade fände, würde man Ted und Victoria sofort auseinander bringen. Erstens mag ich sie unglaublich gerne - wobei es leider momentan nicht danach aussieht, als würde man sie allzu bald wiedersehen – und zweitens ist es auch mal interessant zu sehen, wie Robin sich mit dieser Situation herumschlägt. Es führt einfach zu herrlich komischen Szenen zwischen den beiden.
Als Ted am Ende der Folge auf Victorias Anruf wartet, ist es beim Klingeln des Handys jedoch nicht sie am anderen Ende der Leitung, sondern Robin. Diese Wendung kam überraschend und Robins Einladung an Ted bietet großes Potential für aufkommendes Drama. Noch ist Ted schließlich in einer Beziehung mit Victoria, allerdings merkte man schon bei seiner Reaktion, dass diese Einladung ihn alles andere als kalt ließ. Jetzt ist die Frage, wie er damit umgehen und wie es weitergehen wird. Das erste Mal bei HIMYM sehen wir so etwas wie einen Cliffhanger und der lässt einen wirklich auf den Ausgang dieser Geschichte hinfiebern.


"I guess you could try to love yourself for the unique snowflake that you are. Or you could change your entire personality, which is just so much easier."

Ganz unabhängig vom Drama rund um Ted, Victoria und Robin hat auch Marshall in dieser Folge mit Problemen zu kämpfen, und zwar mit ganz moralischen Grundsatzproblemen. Seit er bei Barney arbeitet, befindet er sich in einer Gesellschaft, die ihm ganz und gar nicht behagt. Barneys Kollegen sind fürchterliche Machos, die nur Sprüche klopfen – die absolut nicht witzig sind – und ihn dazu bringen wollen, auch zu einem proletischer Frauenfeind zu werden. Gerade Marshall, der ja nun wirklich die Liebenswürdigkeit in Person ist, weiß zunächst gar nicht, wie er mit dieser Situation umgehen soll. Ich fand diesen Konflikt sehr interessant, griff er doch eine Grundfrage auf: Wie viel Anpassung ist gesellschaftlich nötig und wie viel wäre selbstverleugnende Verstellung des eigenen Charakters? Der Bezug zu Marshalls Vergangenheit, in der sich eine von Marshall bewunderte Anthropologin von ihm unter Gorillas angepasst und eingelebt hat, war sehr geschickt gewählt und gleichzeitig urkomisch. Er führt außerdem zu der vorübergehenden Erkenntnis von Marshall, dass er auch zum Gorilla werden muss, um ordentlich arbeiten zu können. Das freut Barney natürlich ungemein und er trainiert ihn dazu. Alle Szenen zwischen Marshall und Barney sind immer herrlich witzig, weil die beiden eben so grundverschieden sind und da zwei so unterschiedliche Ansichten aufeinander prallen. Zum Schießen ist außerdem der Running Gag rund um Barneys Job "Seriously, what is it that you do?", der hier immer wieder aufkommt.

Dieser Handlungsstrang hatte zum Glück eine sehr schöne Moral. Denn als Marshall sich zu stark verstellte, machte Lily ihm klar, dass dies nicht nötig sei, er auf keinen Fall diesen Job behalten müsse und sie ihn und alles, was er ihr geben kann, über alles liebt. Eine sehr schöne Szene und man kann Lily nur beipflichten bei ihrem Seitenhieb auf die fiesen Kollegen:

"Screw those guys, we’re adorable!"

So hat Marshall verstanden, dass Anpassung in Ordnung ist, er sich aber auf keinen Fall völlig verbiegen und all seine Moralvorstellungen aufgeben sollte. Außerdem ist es schön zu sehen, wie sehr ihn Lily unterstützt und ihr glaubt man nun wirklich, dass ihr all die Dinge, von denen Barney Marshall einreden möchte, dass sie ihr irgendwann fehlen werden, nie wichtiger sein werden als Marshall selbst.


Fazit

Eine solide Folge, die natürlich wie immer viele lustige Momente beinhaltet und großen Spaß gemacht hat. Die Handlung wurde ganz schön voran getrieben und besonders die Schlussszene bietet großes Potential für einen aufkommenden Konflikt. Umgehauen hat einen die Folge trotzdem nicht, also "nur" sieben Punkte.

Klara G. - myFanbase

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