Bewertung: 6

Review: #13.15 Schlagabtausch

Foto: Caterina Scorsone, Grey's Anatomy - Copyright: 2017 ABC Studios
Caterina Scorsone, Grey's Anatomy
© 2017 ABC Studios

Ich habe etwas Schwierigkeiten mit dem Titel dieser Episode. Zum einen, weil ich das Gefühl habe, dass der Konflikt rund um Minnick gerade am Abflachen ist bzw. seinen Fokus immer mehr verändert – wo zunächst Webbers Position im Krankenhaus und die Egos der Oberärzte im Vordergrund standen, sind es nun die Konflikte innerhalb der Familie Avery sowie die Beziehungen der Ärzte, die (endlich!) wieder in den Fokus gerückt werden. Zum anderen, weil diese Folge trotz sämtlicher Streits und Konflikte, die uns präsentiert werden, auf mich eher einen ruhigeren, nachdenklicheren Eindruck macht und eine typische Übergangsfolge darstellt: Der wahre "Civil War" müsste uns noch bevorstehen.

Owen und Amelia

Bestes Beispiel: Owen und Amelia. Amelia selbst sagt, dass sie noch nicht bereit ist, sich dem Streit mit Owen zu stellen und Angst vor dessen Konsequenzen hat, Owen, der schließlich mit Cristina dasselbe durchgemacht hat, meint dazu nur, dass es hier keine Gewinner geben kann. Immerhin wagt Amelia endlich den Schritt zurück ins Krankenhaus und schafft es auch wieder, an Owens Seite zu operieren. Owen ist natürlich erneut der Leidtragende und muss damit klarkommen, dass seine Frau lieber arbeitet, als ihren Streit zu schlichten und ihre Ehe zu retten. Generell gefällt es mir nicht wirklich, wie diese Storyline aufgebaut wird – anstatt dass, wie zunächst, der Fokus auf Amelias Trauma und dem Verlust ihres ersten Kindes gelegt wird, ist dieses erneute Auseinanderreißen von Owen und Amelia einfach nur schade und unnötig. Dennoch muss ich sagen, dass ich die Szenen zwischen den beiden eigentlich mochte und diese Vorfreude auf die nächsten Entwicklungen geschafft haben.

Meredith und Nathan

Die letzte Interaktion zwischen den beiden fand vor elf(!) Folgen statt, nun wird die Annäherung zwischen Meredith und Nathan fortgesetzt. Den Streit zwischen Alex und Nathan fand ich eher grenzwertig, da mir nicht klar wurde, warum sich Alex so sehr gegen die Herztransplantation gesträubt hat bzw. warum die beiden generell nur gegeneinander und nicht an einer gemeinsamen Lösung gearbeitet haben. Das Leben des Babys stand im Hintergrund, im Grunde genommen wollten beide nur recht haben. Dass sich Meredith dann noch eingemischt hat und das Ganze auf sich selbst übertragen hat, finde ich noch eine Stufe schlimmer – wieso sollte Nathan, um seine Chancen bei Meredith zu erhöhen, seinen Mann gegen Alex stehen und dabei das Leben eines Kindes aufs Spiel setzen? Verstehen muss ich das nicht, oder? Meredith ist mir in dieser Staffel leider meistens einfach absolut unsympathisch.

Dabei habe ich generell nichts gegen das Paar Nathan und Meredith – die beiden haben eine großartige Chemie, was sie am Ende wieder unter Beweis stellen konnten. Wie Nathan zugibt, nicht aufhören zu können an Meredith zu denken, ihr aber noch Zeit lassen will, fand ich großartig und macht ihn mir vor allem sehr sympathisch. Ob Maggie hier tatsächlich noch eine Rolle spielt, glaube ich, wie Alex, auch nicht – auszuschließen ist es aber natürlich nicht.

Arizona und Eliza

Es war nur eine Frage der Zeit, bis Arizona und Eliza von Webber erwischt wurden – auch hier werden die Nachwirkungen dieser Enthüllung noch lange nach sich ziehen und die Probleme für Arizona erst beginnen. Denn selbst wenn Minnicks Methode von Webber, Maggie und Co. mittlerweile angenommen wird, ist Minnick selbst nicht beliebt und für Arizona könnte es ziemlich heikel werden. Dennoch hat mir diese Storyline in dieser Folge eigentlich noch mit am besten gefallen. Das liegt zum einen daran, dass ich mich so langsam für Arizona und Eliza als Paar erwärmen kann: Ihre Szenen sind zwar rar gesät, doch die beiden entwickeln immer mehr eine großartige Chemie miteinander und insbesondere das gemeinsame Schlafen am Schluss fand ich sehr süß. Auch wird Minnick mir dadurch immer sympathischer. Auf der anderen Seite wurde mir in dieser Folge wieder bewusst, wie großartig die Freundschaft von Webber und Arizona ist: Sie ist im Krankenhaus nun eigentlich seine beste Freundin, nachdem er mit Bailey im Streit ist, und wie herzlich die beiden miteinander umgehen, ist einfach nur schön mit anzusehen. Ich hoffe wirklich inständig, dass diese Freundschaft nicht verloren geht.

Die Webber-Averys

Insbesondere in dieser Storyline ist der Fokuswechsel nicht zu übersehen: Wo es zunächst um Webbers Rolle im Krankenhaus ging, geht es nun viel mehr um die Familie Avery und die inneren Strukturen, die ihr zu Grunde liegen – insbesondere die Beziehung von Catherine und Jackson, die zwar nie die beste war, aber eigentlich bis jetzt einen innigen und liebevollen Eindruck gemacht hat. Nun, da Jackson und Catherine auf zwei verschiedenen Seiten stehen und ihre jeweiligen (Ex-)Partner ebenfalls mitmischen, wirkt diese Mutter-Sohn-Beziehung schon wesentlich ambivalenter und damit natürlich auch interessanter. Denn es ist vor allem Jackson, der weiterhin darauf pocht, Minnick aus dem Krankenhaus zu befördern, immer noch Jackson, der dafür sorgen will, dass alles wieder wird, wie es zuvor war, und dabei mit einer ziemlichen Aggression und Härte agiert. Seine scharfen Worte gegen und über seine Mutter, dass diese nur an ihre Karriere denkt und dafür auch ihre Familie verrät, können zwar generell auf Catherine zutreffen, doch ich finde nicht ganz, dass sie in diesem Fall passen.

Im Grunde genommen hatte Catherine nämlich recht mit dem Ausbildungsprogramm, das tatsächlich eine Renovierung benötigt hatte – es war nur falsch, dass sie und Bailey nicht mit Richard darüber geredet haben und es mit ihm ausdiskutiert hatten. Mit ihrer Familie und auch ihrer Ehe mit Richard hatte das Ganze eigentlich wenig zu tun. Andererseits sind auch Catherines Aussagen, dass Jackson kein richtiger Avery sei und sich diesen Titel erst verdienen müsse, ziemlich krass und ihrer Formulierung fragwürdig, doch offenbar trifft sie Jacksons wunden Punkt: So lange wir ihn kennen, hatte er Probleme, ein Avery zu sein, dieses große Erbe auf sich lasten zu spüren und die Möglichkeiten, die eigentlich damit kommen, zu nutzen. Deswegen hatte er seine Familie verschwiegen, deswegen die plastische Chirurgie gewählt und deswegen vermutlich sich in die aus einer traditionellen Familie stammende April verliebt. Jackson wirkte schon lange nicht mehr so interessant wie in dieser Folge und ich bin gespannt, in wieweit in den nächsten Folgen Jacksons Probleme sowie seine Beziehung zu Catherine aufgearbeitet werden.

Jacksons Konflikt mit April sowie Webbers mit Catherine sind in dieser Folge eher Nebenkriegsschauplätze, doch auch hier ergeben sich interessante Eindrücke. Webber zeigt nämlich wahre Größe, indem er Minnicks Methode anwendet und Ben eine OP leiten lässt, um nicht weiter zwischen Catherine und Jackson stehen zu müssen. Man sieht deutlich, wie es an ihm nagt, dass er für einen Konflikt zwischen den beiden verantwortlich ist und hier muss man Webber, trotz seiner Fehler, einfach wieder mögen. Dazu freut es mich immer mehr, wie sehr sich Catherine momentan um April kümmert, ihr Mut zuspricht und sie in ihrer Karriere unterstützen will. Diese Freundschaft gefällt mir einfach sehr gut, vor allem, weil April dadurch wirklich profitiert und sich wieder von ihrer starken Seite präsentieren kann.

Kurze Eindrücke

  • Merediths Kommentar, dass April ihren Job gestohlen hätte, fand ich einfach unangebracht.
  • Nachdem sie zuletzt ziemlich meine Nerven strapazierte, hat sich Maggie in dieser Folge von ihrer absolut besten Seite gezeigt und war eines meiner Highlights. Wie sie sich um Amelia kümmerte oder Nathan und Alex zusammenstauchte, hatte einfach Klasse.
  • Ben entwickelt sich in dieser Staffel immer mehr zu einer Art Underground-Hero – immer wieder schlichtet er Konflikte, kann sein chirurgisches Wissen demonstrieren und überzeugt in dieser Folge als Familientherapeut bei den Averys.
  • Die kleine Szene zwischen Jo und Andrew deutet für mich auf ein kommendes Love Triangle zwischen ihnen und Alex hin. Immerhin sind tatsächlich Andrew und Alex “cool“, was allerdings tatsächlich an Andrew lag, der mir durch sein besonnenes Verhalten in dieser Folge wieder mehr gefallen hat.



Fazit

Der Fokus der Hauptstoryline wird verschoben, neue Akzente werden gesetzt und neue Eindrücke entstehen. Obwohl mir Meredith und Alex in dieser Folge ziemlich unsympathisch waren, können die Entwicklungen rund um Arizona, Webber und Jackson überzeugen und stimmen vorfreudig auf die weiteren Episoden.

Lux H. - myFanbase

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