Bewertung: 6

Review: #3.12 Die große Stille

Foto: Eric Dane, Grey's Anatomy - Copyright: 2006 American Broadcasting Companies, Inc. All rights reserved. No Archive. No Resale./Bob D'Amico
Eric Dane, Grey's Anatomy
© 2006 American Broadcasting Companies, Inc. All rights reserved. No Archive. No Resale./Bob D'Amico

Und wieder hat einer der Hauptcharaktere einen schweren Schicksalsschlag zu verkraften, und dieses Mal trifft es zur Abwechslung nicht Meredith, sondern George.

We need more Drama!

Es ist beinahe schon selbst ein Drama, dass sich "Grey's Anatomy" von einer humorvollen Ärzteserie in eine Tragödie verwandelt hat. Während der Zuschauer in der ersten Staffel noch genüsslich über die Tollpatschigkeit der Charaktere lachen konnte, so ist einem momentan eigentlich nur zum Heulen zumute. Und das nicht unbedingt, weil "Grey's Anatomy" besonders emotional geworden ist, sondern weil man sich an die guten alten Zeiten zurück erinnert und dabei erkennt, dass die Serie immer mehr zur Seifenoper wird.


Oberärzte und Assistenzärzte

Bestes Beispiel dafür: Addison und Alex. Warum nur präsentiert man uns hier schon wieder ein Oberarzt/Assistenzarzt-Paar? Hat denn keiner der Oberärzte andere Sorgen? Und was wollen sie uns mit Addison & Alex beweisen? Dass Alex im Kern ein guter Mensch ist, auch wenn er manchmal oberflächlich erscheint? Been there, done that! Absolut nichts neues.

Burke & Cristina sprechen noch immer nicht miteinander, wobei ich längst wieder vergessen habe, warum eigentlich. Zwei Sturköpfe rennen gegen einander und keiner will den ersten Schritt auf den anderen zugehen, obwohl klar ersichtlich ist, dass den beiden noch immer viel aneinander liegt. Ich hoffe, die verfahrene Situation löst sich bald.

Bei der kleinen Geschichte um Meredith und Derek bin ich sogar gewillt, sie als positiv zu bewerten, da das Paar zwar immer wieder kleinere Differenzen hat, dennoch auch mehr oder minder amüsante Wege findet, diese zu überwinden. Dabei hapert es zwar gewaltig an der Kommunikation zwischen den beiden, doch generell sind die Szenen der beiden wesentlich erträglicher geworden als in der letzen Staffel.

Mark Sloan oder Was tu ich eigentlich hier?

Ich frage mich, ob sich der Darsteller Eric Dane diese Frage schon selbst einmal gestellt hat, denn bisher hat man es nicht verstanden, ihn irgendwie gewinnbringend in den Cast einzubeziehen. Die Arschloch-Attitüde weicht diese Woche einer wesentlich softeren, die ich jedoch nicht so recht glauben mag. Sie wirkt aufgesetzt und gezwungen, aber das ist nicht Danes Schuld, sondern nur die von Serienmacherin Shonda Rhimes. Warum sie den Charakter Mark Sloan ins Boot geholt hat, bleibt für mich unverständlich.

Lichtblicke

"Grey's Anatomy" verliert den Faden, entwickelt sich von einer lebenslustigen Serie in eine Ansammlung gebrochener Menschen mit unnatürlich vielen Problemen. Immerhin blitzt hier und da ein kleiner Silberstreif am Horizont auf. Dieses mal in Form von Callie und Addison. Die Freundschaft, die sich zwischen ihnen langsam entwickelt hat, ist ein guter Gegenpol zu den vielen, vielen Schatten, die sich über das Seattle Grace gelegt haben. Das Abtreibungsgeständnis von Addison lasse ich jetzt absichtlich unkommentiert, um die schöne Stimmung nicht kaputt zu machen.

Und was macht eigentlich Izzie? Die ist mal wieder hin und her gerissen zwischen Emotionen und Pflichtgefühl und entscheidet sich für das Richtige! Ein Arzt sollte niemals seine Emotionen außen vor lassen. Und wenn Izzie eine emotionale Person ist, die auch mal einen Fall zu sehr an sich ran lässt, dann macht sie das doch nur umso menschlicher. Toll, dass Izzie allmählich wieder zu sich selbst findet. Doch damit sollte jetzt auch genug sein – zum Teufel mit der Bewährung und ab zurück ans Krankenbett der Patienten!

Melanie Brandt - myFanbase

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