Bewertung: 7

Cowboys & Aliens

"Demons took your gold. When you get to Hell, you can ask for it back."

Foto: Copyright: Paramount Pictures
© Paramount Pictures

Inhalt

Ohne Erinnerungen erwacht ein mysteriöse Mann (Daniel Craig) in der Wüste von Arizona im Jahr 1873. Nur mit einem seltsamen Metallband an der Hand und ein paar Kleidern am Körper. In dem nahegelegenen Wüstenort Absolution wird schnell klar, dass der Name des Mannes Jake Lonergan ist und er vom griesgrämigen Colonel Woodrow Dolarhyd (Harrison Ford) gesucht wird. Doch gerade als dieser sich Jake vornehmen möchte, wird Absolution von einer seltsamen Bedrohung heimgesucht: Unbekannte Flugobjekte, die das Dorf in Schutt und Asche legen und nur Jake kann mit seinem metallenen Handband etwas Gegenwehr leisten. Viele Dorfbewohner werden von den Flugobjekten mitgenommen und die Dorfbewohner wollen Rache nehmen, während Jake langsam aber sicher immer mehr Erinnerungen zurückerhält…

Kritik

"Cowboys & Aliens" - es gibt wohl kaum Filmgenres die so unterschiedlich sind, wie das der Cowboy- bzw. Westernfilme und das der Alien- bzw. Science-Fiction-Filme. In dem einen wird zumeist eine naturverbundene, sehr realistische Geschichte eines Cowboys in seiner Heimat erzählt, in dem anderen eine Geschichte von Außerirdischen und von seltsamen Erscheinungen. Da stößt schon der Filmname "Cowboys & Aliens" auf Verwunderung, hat es zuvor doch tatsächlich noch niemand versucht, den Western und den Science-Fiction-Film zu kombinieren. Und nein, auch wenn Mal Reynolds in "Firefly" gerne mal als Spacecowboy bezeichnet wird, so ist dies doch längst nicht das Gleiche.

"Cowboys & Aliens" beginnt mit vielen Fragen, die sowohl der Zuschauer, als auch sein Hauptcharakter hat. Mit dem ersten Bild des Films hat der Zuschauer auch gleich den Dreh- und Angelpunkt des Filmes vor Augen, denn anhand von Daniel Craigs Jake wird der Film erzählt und auch wenn dieser immer wieder neue Charaktere kennen lernt, so verlässt der Film nur sehr spärlich die Seite von Craigs Charakter. Seine Rätsel werden die Rätsel des Films und seine Fragen sind auch jene Fragen, die sich der Zuschauer stellt. Genau dies ist ein großer Vorteil des Films, hat man in Jake auch gleich die perfekte Bezugsperson.

Dennoch bleibt das Problem des Films dadurch nicht unerkannt, denn obwohl große Schreiber wie Roberto Orci & Alex Kurtzman ("Alias - Die Agentin", "Hawaii Five-0 (2010)", "Fringe - Grenzfälle des FBI") sowie Damon Lindelof ("Lost") am Drehbuch mitschrieben, so bleibt der Plot doch extrem dünn. Die Geschichte an sich ist zwar spannend und keinesfalls unterirdisch, ist jedoch leider etwas flach und hat so einige Logikfehler. Außerdem trifft sie oftmals falschen Entscheidungen. Gerade was die Nebencharaktere angeht, so setzt der Film oft falsche Schwerpunkte auf gerade jene Charaktere, die zwar mit den berühmteren Schauspielern, jedoch weniger mit der besseren Geschichte ausgestattet sind. Hier hätte man – wenn man das Beispiel Sam Rockwell betrachtet – seinem Barkeeper-Charakter entweder etwas mehr Tiefe verleihen müssen, oder sich einfach – so traurig dies bei dem großartig Rockwell auch ist – von ein paar seiner massenweise auftreten und häufig nutzlosen Szenen trennen müssen.

Logikfehler sind in solchen Werken zwar auch nicht unbedingt Mangelwaren, doch mit der Entwicklung von Olivia Wildes Charakter hätte wohl keiner gerechnet – aus gutem Grund. Die Herleitung, ebenso wie die Erklärung scheint völlig an den Haaren herbeigezogen und verdirbt einem auch noch im Nachhinein ein bisschen das Glück, Olivia Wilde dann tatsächlich einmal in einer Rolle zu sehen, in der sie gefordert wird und endlich auch mal mit ihren Schauspiel – ebenso wie mit ihren optischen - Qualitäten überzeugen kann. Besser gemacht hat man dies eindeutig bei Harrison Fords Colonel Woodrow Dolarhyde, in dem Ford endlich wieder eine herausragende Figur macht und einem nicht nur mit seinem herrlichen Reitstil, sondern auch einigen, wirklich überzeugenden Dialogen zum Lachen bringt. Ford zeigt einmal mehr, dass er der geborene Cowboy ist, ohne dabei jedoch zu sehr an seine Paraderolle "Indiana Jones" zu erinnern.

Die Figur des Jake, die zu Beginn der Vorproduktion fest in der Hand von "Iron Man" Robert Downey Jr. war, schein in der vollendeten Fassung des Films kaum mehr zu ihm zu passen: Zu gut ist Daniel Craig, gerade weil er es – sehr viel besser als Downey Jr. - beherrscht, auch die kalte Seite eines Menschens darzustellen. Dabei ist es dann noch herrlicher zu hören, dass Craig - obwohl schon als James Bond auf der Kinoleinwand zu sehen - eigentlich immer einen Cowboy spielen wollte. Das tut er hier tatsächlich, denn Craig gelingt es perfekt, den rauen Charakter von Jake einzufangen und wiederzuspiegeln. Dabei bilden Craig und Ford ein neues Traumteam auf der Leinwand. Alleine das Agieren der beiden Schauspieler miteinander und die herrlichen Diagloge, sind den Preis des Kinotickets schon fast wert.

Neben dem herrlichen Duo Ford und Craig ist auch die Optik des Film – wie wohl nicht anders erwartet – großartig geworden. An Originalschausplätzen in New Mexiko gedreht, fühlt man sich in den ersten Minuten des Films in einen alten Western oder das Spiel "Dead Read Redemption" versetzt, bevor mit den Aliens dann die tatsächliche Bedrohung kommt. Die Kamera tut ihr übriges dazu bei und zeigt uns ein herrliches, scharfes Bild, so dass man sich später eigentlich nur noch auf die Blu-ray des Films freuen kann. Auch die Action überzeugt, ebenso wie die Animation der Aliens.

Fazit

Alles in allem macht "Cowboys & Aliens" wirklich Spaß. Der Film hält genau das, was er mit dem Filmtitel verspricht. Es gibt Cowboys, es gibt Aliens, doch zudem leider einen schwachen Plot. Die geniale Chemie von Ford und Craig, ebenso wie die schönen Panoramaaufnahmen und hervorragenden Actionszenen können diesen dann leider auch nicht vergessen lassen.

Eva Klose - myFanbase
21.08.2011

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