Bewertung: 8
Adam McKay

Etwas anderen Cops, Die

"Wären wir wilde Tiere, würd' ich dich angreifen, selbst wenn du nicht Teil meiner Nahrungskette wärst, würd' ich keinerlei Mühen scheuen, um dich anzugreifen. Wär ich ein Löwe und du ein Thunfisch, würde ich mitten in den Ozean rausschwimmen, und dich auffressen! Und dann leg ich deine Thunfischfreundin flach." - "Erst einmal. Ein Löwe der im Ozean schwimmt? Löwen sind Wasserscheu. Würde das an einem Fluss oder einer anderen Wasserquelle stattfinden, dann wär das noch plausibel. Aber du als Löwe im Ozean? Sechs Meter hohe Wellen, vor der Küste Südafrikas und dann greifst du einen ausgewachsenen 362 Kilo schweren Thunfisch an und 20 oder 30 seiner Freunde? Den Kampf verlierst du. Den verlierst du in 9 von 10 Fällen. Und was dann? Du bist unserem Thunfischschwarm zu nahe gekommen und wir sind jetzt auf den Geschmack gekommen. Wir reden miteinander, wir kommunizieren und sagen uns: "Löwe schmeckt gut! Los, holen wir uns noch mehr Löwe." Wir entwickeln ein System. Wir errichten einen Landekopf, und machen jagt auf dich und deine Familie. Und dann treiben wir euch in die Enge. Euren Rudel, eure Kinder..."

Foto: Copyright: 2010 Sony Pictures Releasing GmbH
© 2010 Sony Pictures Releasing GmbH

Inhalt

Der New Yorker Kriminalpolizist Allen Gamble (Will Ferrell) ist mit seiner Arbeit am Bürotisch voll und ganz zufrieden und verfolgt alle Ermittlungen von hier aus. Das genaue Gegenteil ist sein Kollege Terry Hoitz (Mark Wahlberg) - welcher nach einem seltsamen Vorfall zu Gamble versetzt wurde - welcher seine Arbeit am liebsten auf der Straße der Großstadt genießt. Sie haben nur eines gemeinsam. Sie haben beide die selben Idole. Das sind die beiden Supercops P.K. Highsmith (Samuel L. Jackson) und Christopher Danson (Dwayne Johnson).

Eines Tages erhalten die beiden einen Fall, bei dem selbst Gamble nicht vor seinem Schreibtisch sitzen bleiben kann. Der Investmentbanker David Ershon (Steve Coogan) hat bei einem Bauprojekt keine Genehmigung für das Gerüst. Kurzerhand nehmen sie ihn fest und geraten dadurch in eine verquere Situation, bei der Geld eine große Rolle spielt. Zunächst verstehen sie die komplette Aufregung um sie nicht, doch als ihr Leben mehr und mehr in Gefahr gerät, sehen die beiden normalen Polizisten die Gelegenheit, ihren Helden nachzueifern und nehmen die Fährte auf. Dies erweist sich schwieriger als gedacht.

Kritik

Und erneut gibt es eine Komödie mit dem neusten Vorzeigekomiker aus den USA, Will Ferrell ("Ricky Bobby", "Die Stiefbrüder"). Es scheint nach einem schlechten Omen zu klingen, denn dessen Humor ist so eigensinnig, dass er fast schon zu bemitleiden ist. Doch erstaunlicherweise funktioniert eben diese Komödie mit ihm wirklich gut. Dies liegt wohl auch zu einem großen Teil an seinem Schauspielkollegen Mark Wahlberg ("Max Payne", "The Happening"), der sich zwar nicht einen Namen in diesem Genre gemacht hat - besonders wegen Rollen in Gewaltfilmen wie "Vier Brüder" oder dem Actionfilm "The Italian Job" - aber sich diesen wohl noch verdienen könnte. Erst dieses Jahr gab Wahlberg sein Comedydebüt in einer Nebenrolle in dem Film "Date Night - Gangster für eine Nacht". Dies war recht überzeugend, wodurch er wohl von Adam McKay den Zuschlag für diese Produktion bekommen hat.

Doch bevor überhaupt ein Film dem Zuschauer schmackhaft gemacht werden kann, bedarf es einer langwierigen Prozedur im Marketing. Diese ist in visueller Hinsicht und der Print-Variante sehr widersprüchlich. Schauen wir uns das Plakat an, wirkt dieses absolut langweilig und überhaupt nicht kreativ. Wird der Trailer betrachtet, so liegen Welten dazwischen. Dies liegt an den großen Möglichkeiten, die Reize der Zuschauer per Video besser zu treffen, als auch an "Shaft"-Superstar Samuel L. Jackson ("The Spirit", "Jumper") und "The Rock" Dwayne Johnson ("Zahnfee auf Bewährung", "Daddy ohne Plan"), welche hier voll und ganz in ihr Element gesteckt worden sind. Cool, aggressiv und mit einem sehr ausgeprägten Ego.

Wie gut also, dass hier Ferrell und Wahlberg alias Gamble und Hoitz das absolute Gegenteil darstellen. Zwar sind keine großen schauspielerischen Leistungen vorzufinden, doch dies wird durch ausgeklügelte Kampf- und Actionszenen kompensiert. Ebenso beeindruckend, und wirklich sehr selten vorzufinden, ist die humoristische Standbild-Inszenierung, die hier wirklich perfekt eingesetzt wurde. Die Behauptung, dass diese Szene die wohl einprägsamste des gesamten Filmes ist, kann jederzeit Stand halten.

Ein großer Nachteil schlechter Komödien, ist die fehlende beziehungsweise uninteressante Handlung. In den meisten Fällen werden die Schauspieler in einen langatmigen Plot gesteckt, und die Produzenten hoffen, dass dabei irgendwie irgendwann irgendetwas lustiges herauskommt. Ein Glück, dass hier nicht so verfahren wurde. McKay wollte in seinem Drehbuch nicht nur einen Gag nach dem anderen bringen - und dies geschieht wirklich oft, dennoch bleiben allesamt sehr originell - sondern auch eine enorme Kritik an der heutigen Gesellschaft und der Politik auffahren. McKay wettert gegen das politische Hilfssystem für Banken und Investmentfirmen, als auch an der US-amerikanischen Finanzaufsichtsbehörde. Lehman, Merrill Lynch, AIG und Co. bekommen hier eindeutig ihr Fett weg.

Fazit

Eine sehr überzeugende Komödie, mit annehmbaren Schauspielern, mit einprägsamen Gags, und gut inszenierten Szenen überzeugen kann. Sie ist zwar nicht so gut wie "Hangover" aus dem Vorjahr, doch auf etwa diesem Niveau befindet sich dieser schlagkräftige Comedy-Brüller.

Ignat Kress - myFanbase
06.10.2010

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