Bewertung: 4
Michael Lembeck

Zahnfee auf Bewährung

Der härteste Job seines Lebens

Foto: Copyright: Twentieth Century Fox Home Entertainment
© Twentieth Century Fox Home Entertainment

Inhalt

Derek Thompson (Dwayne "The Rock" Johnson) war ein Profi-Eishockeyspieler. Jetzt sitzt er auf der Ersatzbank und wird nur auf das Eis gelassen, um das Publikum zu amüsieren. Dabei schlägt er seinen Gegnern auch gerne mal einen Zahn aus und verteidigt daher seinen Titel als "Zahnfee". An die Zahnfee selbst glaubt er aber nicht, sondern verachtet eher die Träumereien der Teenager. Als die Tochter seiner Freundin Carly (Ashley Judd) einen Zahn verliert und abends auf die Zahnfee wartet, macht er der kleinen Tess (Destiny Whitlock) deutlich, dass es keine Zahnfee gibt. Am Abend trifft ihn der Schlag. Er wird ins Feenreich eingeladen und trifft auf die Oberfee Lily (Julie Andrews), die ihn prompt zu zwei Wochen Strafarbeit als Zahnfee verdonnert. Jeder nicht beschaffte Zahn heißt noch länger als Zahnfee zu arbeiten. Derek bleibt keine Wahl, doch sein Dienst als Zahnfee bringt überraschende Wendungen in sein Leben.

Kritik

Die Hauptattraktion in diesem Film ist mit Klarheit Dwayne "The Rock" Johnson, der Actionheld in einer Komödie. Diese Umstellung scheint ihm überhaupt nicht schwer zu fallen, denn er stellt den harten Eishockeyspieler Derek ohne Probleme glaubwürdig dar. Es scheint, als könnte er in jede Rolle schlüpfen, sogar in eine Zahnfee mit Flügeln und einem Kleidchen. Das Outfit mag zwar lächerlich aussehen, aber Johnson spielt seinen Charakter mit so einer Ernsthaftigkeit, dass man ihm jedes Wort abkauft. Seine Kollegin und die Chefin des Instituts für Zahnfeen ist Julie Andrews, die unzählige Male ihr Talent beweisen konnte. Ihre strenge Rolle passt sehr gut zu ihr und auch sie konnte ein weiteres Mal zeigen, dass sie die perfekte Besetzung ist. Sehr gut gefallen hat mir Stephen Merchant, dessen duseligen Charakter man einfach gern haben muss.

Es liegt also weder an den Charakteren, noch an den Darstellern des Films, sondern am Drehbuch. Die Story mag zwar auf den ersten Blick kreativ und außergewöhnlich erscheinen, aber in Wirklichkeit steckt wieder nur die eine Botschaft drin: Sei du selbst, dann gelingt dir alles. Und mit diesem Slogan plätschert der Film so vor sich hin und hält sich strengstens nach dieser Regel. So ist es kaum verwunderlich, dass Derek wieder ein Star wird und mit seiner Traumfrau zusammenkommt. Um das Sahnehäubchen noch hinzuzufügen, bekommt jeder sein eigenes Happy End, wie etwa der schusselige Tracy oder der kleine Sohn Ben. Von Spannung kann hier kaum die Rede sein, denn man weiß sowieso, wie der Film ausgeht. Die fünfköpfigen Drehbuchautoren waren sich wohl allesamt einig, dass man keine großen Überraschungen oder Wendungen braucht. Dagegen haben sie auf den Star "The Rock" gesetzt, der zwar sein Bestes tut, aber dadurch das Drehbuch auch nicht besser zaubern kann.

Es bleiben also nur noch die lustigen Szenen, auf die man hoffen kann, und da gehen die Meinungen sehr auseinander. Die jüngeren Zuschauer werden sicherlich ihren Gefallen an dem Film finden. Ohne eine komplizierte Handlung und ein paar schönen und süßen Lachern werden sie befriedigt den Kinosaal verlassen. Im Gegensatz zu den Teenagern und Erwachsenen, für die der Film nichts anderes als langweilig sein wird. So erscheint es äußerst lächerlich und unoriginell, dass Derek aus dem Eishockeystadion herausfliegt und anschließend Tracy mit einer überdimensionalen Vergessensmaschine kommt und den zahlreichen Fans so eben mal das Gedächtnis löscht. Es sind zwar ein oder zwei ganz gute Gags dabei, doch die Mehrheit an lustigen Szenen entspricht eher einem niedrigeren Niveau, was gut für die kleineren aber schlecht für die größeren unter den Zuschauern ist.

Fazit

Für das jüngere Publikum ohne jegliche Ansprüche ist "Zahnfee auf Bewährung" sicher gut geeignet, ansonsten ist es eine Komödie von vielen, die man nach einmal Anschauen sicherlich wieder vergisst, ohne viel Spaß dabei zu haben. Der Film ist höchstens etwas für Eltern mit Kindern.

Tanya Sarikaya - myFanbase
27.03.2010

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