Bewertung: 6
Shawn Levy

Date Night - Gangster für eine Nacht

One ordinary couple. One little white lie.

Foto: Copyright: 20th Century Fox
© 20th Century Fox

Inhalt

Das eingeschweißte Ehepaar Claire (Tina Fey) und Phil (Steve Carell) führt zwar ein glückliches, aber etwas in Routine geratenes Familienleben. Um ihre Beziehung wieder abwechslungsreicher und spannender zu gestalten, planen sie ein gemeinsames Abendessen in einem schicken Restaurant in Manhattan. Doch da sie nicht reserviert haben, bekommen sie auch keinen Tisch und der Abend scheint – wie so oft – gelaufen zu sein.

Phil will diesmal jedoch nicht aufgeben und wie es der Zufall so will, erscheint ein anderes Paar, die Tripplehorns, nicht. Phil gibt sich kurzerhand für das Ehepaar Tripplehorn aus und bekommt einen heiß begehrten Tisch. Das Glück hält nicht lange, denn schon werden sie von korrupten Cops verfolgt, die hinter den wahren und sehr kriminellen Tripplehorns (James Franco & Mila Kunis) her sind.

Kritik

Es kommen zahlreiche Komödien ins Kino und nur wenige stechen heraus in letzter Zeit. Bei Liebes- oder Actionkomödien hat man oftmals das selbe Programm und viele Komödien schaffen es nicht, wirklich zu überzeugen. Mit "Date Night – Gangster für eine Nacht" hat man es wieder mit einer Komödie zu tun, die dem Inhalt zufolge nichts Neues verspricht. Aber der prominente Cast regt Aufmerksamkeit an. Und in der Tat sind die Darsteller ein großer Pluspunkt des Films. Ein Blick in die Besetzungsliste zeigt, was für hochqualifizierte Schauspieler sich dem Film angeschlossen haben. Von Tina Fey und Steve Carell ist man eine Glanzleistung gewöhnt und die beiden harmonieren einfach grandios als Paar.

Die Nebenrollen sind ebenfalls gut besetzt. So sieht man Mark Ruffalo, der letztens in mehreren Kinohits wie etwa "Shutter Island" und "Wo die wilden Kerle wohnen" überzeugen konnte, als den unzufriedenen Brad. Fans von Ruffalo werden aber nicht auf ihre Kosten kommen, denn er ist mit seiner winzigen Rolle unterfordert. Brad hätte man auch mit einem beliebigen Schauspieler besetzen können, das tut nichts zu Sache. Dagegen sind weitere Stars wie James Franco, Mark Wahlberg und Mila Kunis zu sehen, die schon eine größere Rolle haben und allesamt überzeugen können. Vor allem Mark Wahlberg fällt durch seinen lustigen Charakter positiv auf.

Aber es liegt nicht an der guten Leistung der Schauspieler, dass die Charaktere gut rüberkommen. Verwunderndswert ist die Tiefgründigkeit der beiden Hauptrollen, was nicht oft bei solchen Komödien zu erleben ist. Schon von Anfang an kann man sich sehr gut in die beiden hineinversetzen, obwohl man vielleicht weder verheiratet ist noch eine Eheroutine lebt. Beide Charaktere sind wie aus dem Alltag gegriffen und werden glaubhaft umgesetzt, so dass sich der Zuschauer mit ihnen identifizieren kann und folglich den Film auch besser versteht und mitfiebert. Die Fosters bzw. Fey und Carell sind unbestritten der beste Teil des Films.

"Date Night" kann auch für eine humorreiche Unterhaltung sorgen. So können viele lustige Szenen punkten, ohne zu übertreiben oder mit aller Gewalt einen Lacher landen zu wollen. Das lockert die Atmosphäre und macht Lust auf mehr. Endlich eine Komödie, die es versteht, das Publikum ohne abgedroschene Witze zum Lachen bringen zu wollen. Die amüsanten Stellen sind ebenfalls gut in die Handlung integriert und kommen zur rechten Zeit an der rechten Stelle. Ein paar Witze mehr hätten zwar auch nicht geschadet, aber immerhin weiß der Film den Humor richtig einzusetzen und das Publikum zu unterhalten.

Weniger gut ist die Story geworden. Die ersten zwanzig Minuten versprechen viel und es ist spannend zu sehen, wie das Ehepaar Phil und Claire in die unglückliche Verwechslung hineinschlittern. Es scheint alles glaubwürdig zu sein. Doch nach der ersten halben Stunde kommt der Bruch. Die Action hält sich bis auf einige gut gelungenen Szenen in Grenzen. Die Verwicklungen werden immer unwahrscheinlicher und besonders das letzte Drittel und das Ende sind wieder viel zu hollywoodmäßig. So bleibt "Date Night" wieder nur ein "Verwechslung mit Verfolgung"–Film, der durchschnittlich statt außergewöhnlich ist.

Fazit

Es hapert eigentlich nur an der kontinuierlich abnehmenden und vorausschaubaren Story, weshalb "Date Night" nur eine Komödie von vielen bleibt. Der Humor und die Charaktere sowie die großartigen Darsteller können den Film noch anheben, aber letztendlich vergibt man die Chance, aus dieser Komödie mehr zu machen.

Tanya Sarikaya - myFanbase
21.04.2010

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