Bewertung

Review: #2.09 Eigenkopie

Foto: Smallville - Copyright: Warner Bros. Entertainment Inc.
Smallville
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Die letzten Folgen von "Smallville" haben die Handlung in großen Schritten vorangetrieben und die Charakterentwicklung ist deutlich besser fortgeschritten, als wir es noch in Staffel 1 gesehen haben. Dennoch war es in dieser Episode mal wieder an der Zeit, etwas Luft zu holen. Schnell wird klar, dass wir es hier mit einer "Freak of the Week"-Episode zu tun haben.

Anders als noch in Staffel 1 schafft man es inzwischen sehr gut, diese Freak-Folgen mit der Haupthandlung zu verknüpfen. Nachdem Chloe Sullivan Lana Lang in der vergangenen Episode angeboten hat, zu ihr zu ziehen, wenn deren Tante Nell Potter nach Metropolis zieht, sehen wir nun, wie das in die Tat umgesetzt wird. Eigentlich sind die beiden noch gar nicht so lange und bisher auch nicht sonderlich eng befreundet, dennoch hat Chloe keinen Moment gezögert, ihr ein neues Zuhause anzubieten. Während Lana ihre Eltern früh verloren hat, hatte Chloe damit zu kämpfen, von ihrer Mutter verlassen worden zu sein. Dass Nell nun Lanas Leben auf den Kopf stellen wollte, konnte Chloe daher wohl nicht zulassen. Man könnte annehmen, dass Lana und Chloe charakterlich sehr unterschiedliche Personen sind, die eine intro-, die andere extrovertiert. Aber dennoch lassen sich viele Gemeinsamkeiten finden, die in dieser Episode näher herausgearbeitet werden – und damit ist nicht alleine ihre Zuneigung für Clark Kent gemeint.

Dass Clark es in dieser Folge mit der Eifersucht zu tun bekommt, ist nicht verwunderlich. Wie schnell Ian die Aufmerksamkeit der beiden Mädchen auf sich zieht, ist schon beeindruckend. Als Clark zu Beginn noch scherzhaft um einen Termin bitten muss, um sich auch abseits der Schule und des Umzugs mit ihnen treffen zu können, wird dann auf die Spitze getrieben, als sie nur zu gern Zeit für Ian finden, als Clark ihnen nach dem Unfall seines Vaters absagen muss. Doch es ist nicht allein die Eifersucht, die Clark anstachelt, auch wenn das alle in seinem Umfeld vermuten. Er hat einfach ein sehr gutes Bauchgefühl, was Ian angeht, und auch eine sehr gute Beobachtungsgabe – nicht nur dank seines Röntgenblicks. Wie Ian es schafft, quasi an zwei Orten gleichzeitig zu sein, erklärt sich dann bald recht simpel, er kann sich klonen. Nur so hat er es auch geschafft, die Mengen an Lernstoff zu bewältigen, die er für einen verfrühten Schulabschluss mit Stipendium benötigt hat. Dass er diese Fähigkeit nicht nur zum Guten einsetzt, sieht man spätestens bei seinem Angriff auf den Werken-Lehrer. So fixiert auf seine Zukunft an einer Elite-Universität, die ihm durch ein Stipendium der Luthor-Stiftung ermöglicht werden soll, geht er wortwörtlich über Leichen, um sein Ziel zu erreichen. Clark wird schnell klar, dass er Lana und Chloe nur benutzt, um voranzukommen und nicht, weil er ernsthaft Gefühle für die Mädchen entwickelt. Clark macht sich zurecht Sorgen um die beiden, deshalb ist es schade, dass sie sich über ihn lustig machen und dadurch sogar noch mehr in Ians Falle geraten. Man sollte meinen, dass Clark bisher schon oft genug unter Beweis gestellt hat, dass er nur ihr Bestes im Sinn hat, deshalb kann ich verstehen, dass er am Ende nicht so nachgiebig ist, als Lana und Chloe das Gespräch mit ihm suchen. Dabei fand ich es aber durchaus gerechtfertigt, dass Lana ihm vorhält, dass er ihnen Fehler zugestehen müsse und dass er schließlich auch nicht unfehlbar sei. Schon oft genug wurde angedeutet, dass Lana seine Geheimniskrämerei seltsam findet und so langsam scheint sie auch das Selbstbewusstsein zu haben, ihn darauf hinzuweisen, dass es schon ein wenig scheinheilig ist, wie er sich verhält. Umso schöner, dass die ganze Geschichte Chloe und Lana einander näher gebracht hat. Ob sie aber tatsächlich sowas wie Schwestern werden?

Clark musste sich in dieser Folge aber nicht nur um Lana und Chloe sorgen, auch die Ehe seiner Eltern hat einen kleinen Knacks bekommen. Dass Martha Kent für Lionel Luthor arbeitet, zerrt an ihrer Ehe mit Jonathan. Nicht nur, dass er eine tiefe Ablehnung gegenüber ihrem Arbeitgeber verspürt, es ärgert ihn auch, dass Martha dadurch weniger Zeit für die Farm und für ihn hat. Der Beinbruch zwingt ihn eigentlich dazu, es ruhiger angehen zu lassen, doch Jonathan ist nicht der Typ dafür, einfach nur auf dem Sofa zu sitzen. Hier sieht man mal wieder, wieviel ihm die Farm bedeutet – sie ist sein Leben. Er kann sich daher wohl auch nicht vorstellen, wie sein Leben ohne die Farm aussehen würde. Vielleicht kann er es deshalb auch nicht nachvollziehen, dass Martha durch ihren neuen Job auch außerhalb dieses Lebens Erfüllung findet. Da sie dadurch oft wieder in ihrer alten Heimat Metropolis ist, besorgt Jonathan vielleicht insgeheim, dass ihr das Leben in Smallville zu wenig ist. Während es sonst Jonathan ist, der ein bisschen eigenbrötlerisch die Last der Welt zu tragen scheint, ist es diesmal Martha, die sich mit Schuldgefühlen plagt. Sie hat nicht nur ein schlechtes Gewissen, dass sie weniger für die Familie und die Arbeit auf der Farm da ist, sie plagt es auch, dass ihr der Job bei Lionel Spaß macht. Sie kann sich neuen Herausforderungen stellen. Daher war ich beruhigt, als es am Ende zur Aussprache zwischen den Kents kommt, denn ich hätte es unfair gefunden, wenn Jonathan es ihr vorhält, dass sie sich ihre Träume verwirklicht.

Lex Luthor wird in dieser Episode ein wenig von der Vergangenheit eingeholt. Eigentlich hatte er in der letzten Zeit große Fortschritte gemacht, sein altes arrogantes Verhalten ein wenig abzulegen. Man hatte den Eindruck, dass das Leben in der Kleinstadt und die Freundschaften mit Clark und Lana ihn ein wenig geerdet hätten. Er ist zwar immer noch ein knallharter Geschäftsmann, aber er versucht damit Gutes für die Stadt zu bewirken. Dass viele Beschäftigte von ihm abhängig sind, scheint ihm dabei aber auch ein wenig zu Kopf zu steigen. Wie schnell ihn ein wenig Stress ausrasten lässt, so dass er ein Auto mit seinem Golfschläger zertrümmert, ist schon bedenklich. Kein Wunder, dass er im Anschluss daran ein Seminar zur Wutbewältigung besuchen muss. Es bleibt abzuwarten, wie oft er noch in alte Muster verfallen wird. Gleichzeitig wird hier aber auch eine neue Liebesgeschichte für ihn angeteasert. Dr. Helen Bryce hat eindeutig Eindruck bei ihm hinterlassen. Bei Victoria Hardwick war das Verhältnis ja eher berechnend, daher bin ich gespannt, welche Seiten Helen nun an ihm hervorlocken wird.

Fazit

"Smallville" gönnt uns eine kleine Verschnaufpause, nachdem die vergangenen Folgen große Sprünge in der Charakterentwicklung gemacht haben. Dennoch gibt es auch diesmal wieder einige schöne Beziehungsmomente – vor allem in der Freundschaft zwischen Chloe und Lana.

Catherine Bühnsack - myFanbase

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