Review: #11.08 Triple Threat
"Chicago Med" ist ebenfalls aus der Winterpause zurück und macht seine Sache verdammt gut. Es war aber auch nicht anders zu erwarten, wenn man mal bedenkt, zu was für einem Selbstläufer die Serie geworden ist. Ein cleverer Zug war dabei auch, die Ereignisse in Rückblenden zu erzählen und dabei auch gleich bisherige begonnene Handlungsstränge aufzubauen.
Anders als "Chicago Fire" hat man in der Krankenhausserie einen Tag vergehen lassen und erlebt die Ereignisse in einigen Rückblenden. Das ist in meinen Augen ein cleverer Zug. So kann man noch weitere Spannung aufbauen und rätseln, wie es zu manchen Entwicklungen gekommen ist. Meine einzige Sorge ist bisher lediglich, ob man diese kleinen Dinge auch benennt. Aber das erst einmal nur am Rande. Diesmal lag für mich der Hauptfokus auf Daniel Charles und Caitlin Lenox. Gerne möchte ich mit Ersterem beginnen. Bereits in meiner Review zum Herbstfinale hatte ich die Vermutung angestellt, Daniel könnte eine ernsthafte Erkrankung oder Psychose haben. Wobei ich sagen muss, dass man es in der letzten Episode lediglich angedeutet hat und es auch hätte als Lückenfüller oder einfach als Geplänkel dienen können. Aber nachdem man mit Allen MacDonald einen neuen Showrunner eingesetzt hat, sollte man auch auf der Hut sein, dass auch die kleinen Dinge eine große Bedeutung haben könnten und gerade bei dieser Erzählweise in dieser Episode war irgendwie klar, dass man noch etwas Großes in der Hinterhand hat. Dass Daniel seit einer Weile nicht mehr er selbst ist, das hat man schon bemerkt. Allerdings hätte man da sein Verhalten noch damit erklären können, dass er über sein Leben nachgedacht hat und etwas anderes noch machen möchte. Doch diesmal war es mehr als offensichtlich, dass ihn noch etwas ganz Anderes beschäftigt, was er auch (erst einmal) nicht mit Sharon Goodwin besprechen könnte, weil es vielleicht auch berufliche Auswirkungen haben könnte. Ich glaube allerdings auch, dass man manchmal ohnehin an einen Punkt kommt, bei dem man sich fragt, ob man noch gut genug dafür ist, was man tut. Zeitweise hätte man auch in dieser Episode davon ausgehen können, dass es Daniel ebenso geht. Allerdings haben die Rückblenden auch gezeigt, dass er eine gewisse Wesensänderung durchlebt, die aber auch nicht einfach mit Überarbeitung erklärt werden könnte. Wobei man sagen muss, dass Justin Morris ein Kollege mit einer Art ist, bei der man schnell mal die Nerven verlieren kann und da ist Daniel nicht der einzige. Aber auch sein Umgang mit den Geschwistern hat eben durchblicken lassen, dass er sich ein bisschen erhaben sieht und das ist einfach nicht seine Art, genauso wenig, dass er so schnell klein beigibt und Patienten abschreibt. Dass er angeblich gleich ihr Todesurteil unterschrieben hat, das ist zwar sehr dramatisch und vielleicht auch ein bisschen übertrieben, aber wenn man sich noch einmal die letzte Rückblende in Erinnerung ruft, dann wird schnell klar, dass Daniel selbst diese Todesangst hat und glaubt, dass sein Todesurteil unterschrieben ist. Ich kann vollkommen verstehen, dass er bei den Anzeichen und dem Nasenbluten Angst hat. Ich gehe mal davon aus, dass uns diese Handlung für längere Zeit begleitet, vielleicht auch für den restlichen Staffelverlauf und ich bin mir über den Ausgang nicht ganz sicher. Wie dem auch sei und egal, was Daniel hat. Es wäre denkbar, dass Daniel jede Unterstützung brauchen wird, die er bekommt und vielleicht bringt das auch ein paar Ehemalige in die Serie zurück. In den letzten Staffeln kamen zwar immer wieder Gerüchte auf, Oliver Platt könnte aussteigen. Es wäre ein herber Verlust, könnte die Seriendynamik allerdings auch verändern und möglicherweise auch Theo Rabari (dauerhaft) zurückbringen.
Das Schicksal von Caitlin wurde enthüllt und wie ich angenommen habe, ist sie mit dem Leben davon gekommen. Es hätte mich aber auch sehr gewundert, wenn man sie den Serientod hätte sterben lassen. Dafür hat man in meinen Augen eine viel zu große Handlung begonnen, die jetzt aber erst einmal in den Hintergrund rücken wird. Nachdem sie von Devin Carter mit der Pistole niedergeschlagen wurde, war auch klar, dass sie erst einmal zusammen mit Faye Carter um ihr Leben fürchten muss. Auch wenn Devin in den Krankenhausszenen in den letzten Episoden nicht sonderlich bedrohlich wirkte, machte er das in den dunklen Kellerszenen durchaus wieder wett. Für mich ist noch immer fraglich, wie er offenbar unbemerkt aus dem Krankenhaus fliehen konnte. Das wäre eine Sache, die ich noch aufgeklärt haben wollen würde. Aber das nur nebenbei. Man hat es in den Kellerszenen auch geschafft, eine durchaus bedrohliche Stimmung zu erschaffen. Anders als von mir erhofft, hat man die Befreiung doch nicht länger in die Länge gezogen. Etwas schade finde ich das schon, denn gerade bei Devin wäre es interessant gewesen, zu erfahren, warum er so besessen von Faye war und diese sich hat so manipulieren lassen. Auch wenn ihr Leben manchmal auf der Kippe stand, hoffe ich doch, das dies ein gutes Zeichen ist und wir sie noch einmal wiedersehen werden. Die Befragung von Caitlin im Verhörraum hat ohnehin für mich schon darauf schließen lassen, dass Faye sie aus Dankbarkeit schützt und dass Caitlin nun eine gewisse Verbundenheit mit Mitch Ripley hat, was ich durchaus interessant finde. Ich erhoffe mir davon, dass man den beiden nun mehr gemeinsame Szenen geben wird. Diese werden wohl auch unvermeidlich sein. Detective Benjamin Gonsiorek macht nicht gerade den Anschein, als würde er klein beigeben und hat Caitlin bereits ins Kreuzverhör genommen. Ich hoffe, man lässt die Sache nicht einfach fallen. Dafür ist sie schon so gut aufgebaut und hat für mich noch einmal unterstrichen, wie gut Sarah Ramos spielen kann.
Etwas ruhigerer Töne werden bei Dean Archer und Hannah Asher angeschlagen, wobei ich befürchte, dass man hier was Spannendes aufgebaut hat, was aber irgendwie mit einem Püffchen geendet hat. Hannahs Albträume gingen ganz klar mit ihrer Angst einher, dass sie das gleiche Schicksal wie ihre Mutter haben wird, was ich ihr nicht verdenken kann und dann noch die Sache mit ihrer Schwester. Es lastet schwer auf sie. Daher hoffe ich auch, dass mit der Feststellung des Geschlechts nicht alles wieder gut ist. Dafür hat Hannah für mich eine spannende Vergangenheit, die man noch besser einbinden kann. Mir hat jedoch gut gefallen, wie selbstsicher er gegenüber Hannah aufgetreten ist und einfach nur seine beste Freundin zurückwill, gleichzeitig hat er ihr mit dem Ergebnis aber auch ihre Angst genommen.
Kommen wir zu den Lockharts. Man könnte den Ausgang um Jeremy Lockhart und Devin fast als: Ein Leben für ein anderes bezeichnen. Jeremys Leben stand sehr auf der Kippe und ist eigentlich auch schon besiegelt, da es Dean und Jennifer Kingston bei der OP darum ging, dass er die Geburt seiner Tochter noch erleben kann und dafür sind die beiden ein großes Wagnis eingegangen, was vor allem wieder mal Peter Kalmick auf den Plan gerufen hat. Ich bin echt froh, dass er nur eine Nebenfigur ist. Mit seiner Art könnte ich ihn nicht dauerhaft ertragen. Auch diesmal hat man wieder feststellen können, dass es ihm nur ums Krankenhaus geht, was in seiner Position auch nicht falsch ist. Dennoch schadet ihm ein bisschen Empathie auch nicht. Als Kontrast war Sharon dabei, bei der man mal wieder merken konnte, dass sie beide Seiten sieht. Mal sehen, ob Dean und Jennifer anbandeln werden. Kleine Akzente wurden ja auch diesmal gesetzt.
Fazit
An Stärke hat diese Staffel auch bei ihr Rückkehr aus der Winterpause nicht verloren. Die weiteren Handlungsstränge wurden gut vorangetrieben und auch die Weiterentwicklung der jeweiligen Charaktere sind gut zu erkennen. "Chicago Med" macht nach wie vor Spaß.
Daniela S. - myFanbase
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Informationen zur Episode
Englischer Titel: Triple ThreatErstausstrahlung (US): 07.01.2026
Erstausstrahlung (DE): kein Termin
Regie: Jonathan Brown
Drehbuch: Stephen Hootstein
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