Bewertung: 4

Review: #7.05 Internet Stalker

Das soziale Netz ist gefährlich und böse und es kann ganz schön peinlich werden. Das fasst die Folge von "Castle" kurz und knapp zusammen. Ansonsten ist nämlich nicht wirklich etwas passiert.

In der ganzen Folge wurde nicht ein Wort über Richard Castles Verschwinden erwähnt. Anscheinend ist dies für die Autoren nicht interessant oder in irgendeiner Weise relevant für das weitere Geschehen. Auch in der Beziehung von Kate und Rick scheint alles wieder zu funktionieren und es gibt keinerlei Nachwirkungen der zwei Monate, in welchen Castle abwesend war und man immer noch keine Ahnung hat, was da passiert ist. Immerhin musste Kate diese Zeit Minute für Minute durchleben wohingegen Richard immerhin den Vorteil hat, dass er sich daran überhaupt nicht mehr erinnern kann. Vor zwei Folgen wurden zwar Probleme angesprochen, doch auch da ging es eher um alltägliche Dinge. In zwei Monaten ändern sich Sachen, Routinen werden geändert und eine Person, die all dies verpasst hat müsste sich eigentlich ausgeschlossen fühlen oder zumindest Anzeichen davon zeigen, doch bei Castle und Beckett scheint alles wieder voll im Lot zu sein. Schade, dass dieses Thema nicht aufgegriffen wurde, wenigstens in Blicken oder kurzen Dialogen.

Bei dem Fall der Woche ging es um Cyber-Mobbing, dessen Auswirkungen und die Macht des Social Networks. Das Opfer war ein Erfolgskind des Internets. Sie hat durch Posts auf einer Fotoseite so viele Follower bekommen, dass Sponsoren auf sie aufmerksam wurden. Doch wo Geld fließt, ist der Neid nicht weit her. Zudem war Abby nicht gerade nett in ihren Kritiken anderen gegenüber. Und genau wegen dieser Macht, die das Internet den Menschen gibt, rächt sich der Netslayer.

Als Jugendlicher wurde Adam von seinen Mitschülern mit Mails gepiesackt und terrorisiert. Allerdings konnte der ermittelnde Polizist nichts dagegen tun, weil die Gerichte Cyber-Mobbing noch nicht als Straftat angesehen haben. Jetzt, Jahre später, nutzt Adam das Internet um an Leute heranzukommen, die sein Leben zur Hölle gemacht haben. Er sucht sich die Menschen im Netz raus, die nicht nur Geld haben, sondern auch noch damit angeben und sich über andere Leute lustig machen.

An und für sich wäre es eine interessante Folge gewesen, allerdings wurde der Netslayer dann zu selbstbewusst. Er fing an mit der Polizei Spielchen zu spielen und schlussendlich gab es noch eine Internetseite auf der für und gegen den Tod von zwei Jungs gevotet werden sollte. Klar hat dies auch der Gesellschaft den Spiegel vorhalten sollen, weil Menschen abgestimmt haben, weil immer mehr Leute dem Netslayer bei den sozialen Medien gefolgt sind, aber es war für eine Folge "Castle" zu überzogen. Die Schreiber sind ein wenig über das Ziel hinausgeschossen. Leider.

Als positiven Aspekt der Folge kann man jedoch noch Castle Promotion Video erwähnen. Am Anfang ist Rick noch ganz cool und professionell. Immerhin ist er es gewohnt vor der Kamera zu stehen, aber es läuft rein gar nichts so, wie er es will. Und es liegt nur an ihm! Dem Video zu urteilen hatte Nathan Fillion bestimmt viel Spaß beim Dreh der Szenen gehabt, denn es hat auch dem Zuschauer viel Spass gemacht, ihm dabei zuzusehen. Rick Castle bekommt für seine Liebe zum Internet dann auch die Quittung, denn sein Verlag hat sein so herbeigesehntes Video komplett anders zusammengeschnitten, als er es erwartet hat. Er wurde komplett zur Witzfigur und das nicht nur vor seiner Familie, sondern vor seiner kompletten Fangemeinde, denn das Video ist auf www.richardcastle.com zu sehen. Man kann es Martha und vor allem Kate auch nicht vergönnen, dass sie Lachen, immerhin steht gerade Kate dem Internet und deren Möglichkeiten und Gefahren sehr skeptisch gegenüber. Sie hatte Recht.

Leider kann dieser kurze Sketch die Gesamtfolge nur ein wenig aufwerten, denn insgesamt war die Show und das Konzept der Serie mit dem Fall doch etwas überfordert. Es passte einfach nicht zu "Castle". Eher ein Thema und eine Dramatik, die zu "Criminal Minds" passt. Diese Show könnte es auch besser verarbeiten. Zudem war es wirklich ein Fehler der Autoren Castle und Beckett einfach so ihr Leben leben zu lassen. Ein solches Trauma muss einfach irgendetwas hinterlassen. Das erste Tief der Staffel. Hoffentlich kommt es nicht all zu oft vor.

Anna Sörries - myFanbase

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