Bewertung: 8

Review: #7.01 Unverhofft kommt oft

Foto: David Duchovny, Californication - Copyright: Paramount Pictures
David Duchovny, Californication
© Paramount Pictures

Wir steigen mit dem Beginn von Staffel 7 genau da ein, wo Staffel 6 beendet wurde. Und natürlich wollten wir unbedingt wissen, wie es mit Hank und Karen weiter geht und ob die letzte Staffel den Beiden ein Happy End verpassen kann. Dass dieses wenn überhaupt nur über Umwege geschehen wird, war zu erwarten, insofern war die Traumsequenz auch wenig überraschend und lediglich die gelungene Darstellung von Hanks Hoffnung.

"This is Chris, he is in my yoga class, and this is Hank, he is … from my life."

Natürlich läuft es nicht nach Hanks Plan und wie aggressiv er gegenüber Chris auftritt, zeigt, wie verunsichert er ist. Und seine Ahnung ist ja auch nicht so falsch. "This is not going as I hoped." Man muss Hank aber auch vorwerfen, dass er wirklich naiv ist. Eine größere Geste kann all seine Verfehlungen nicht einfach wettmachen, zumal Karen ihr Leben ja auch noch nebenbei lebt und sich bisher nie auf Hank verlassen konnte. Dass sie also auf ihn wartet, war ausgeschlossen. Entsprechend fand ich es fast schade, dass Karen sich kurz darauf entschuldigte, weil das eigentlich nicht sein müsste. Allerdings zeigt auch diese kleine Geste mal wieder, wie sehr Karen doch auch an Hank hängt und wie sehr sie auch möchte, dass es ihm gut geht. Jetzt wird man aber sehen müssen, wie sie mit den nächsten Überraschungen umgehen wird. Letztlich merkt man aber auch in diesem Staffelauftakt wieder, wie die Chemie zwischen Hank und Karen stimmt und dass die Staffel eigentlich auf ein Zusammensein der nie zur Ruhe Gekommenen hinführen darf.

"What about television?" ... "I could shit on that"

Auch die Jobsuche ist nicht so einfach, weil Arbeitgeber noch weniger verzeihen als die Mutter seiner Tochter. Charlie kann Hank also nichts anbieten, weil es niemanden mehr gibt, der mit Hank und all seinen Eigenheiten arbeiten will. Hank findet aber doch noch eine Nische, das Fernsehen, in welche er noch nicht so vorgedrungen ist. Für eine Serienumsetzung des Films "Santa Monica Cops" trifft er allerdings auch auf alte Bekannte und daher auf viel Widerstand. Hanks Überzeugungskünste müssen also wieder wirken. Wenigstens ließ sich an der ein oder anderen Stelle ein Funken Einsicht und Selbstkritik finden, doch irgendwie glaube ich nicht, dass sich Hank jetzt plötzlich hinreichend ändern könnte, zumindest nicht zum Zeitpunkt seiner Rede. Vielleicht sind grundlegende Veränderungen der richtige Ansatz, damit Hank sich nicht nur nach außen sondern auch mal wirklich tiefgründig hinterfragt.

"Let's not write any checks your limb bizkit can't cash"

Marcy ist alles andere als glücklich mit Charlie, weil ihr Sexleben noch trauriger ist als in der ersten Ehe. Dieses Mal ist Charlie nicht zu schnell sondern überhaupt nicht in der Lage, in Stimmung zu kommen.Dieses Paar ist eigentlich auch ein einziges Missverständnis und den Autoren fällt auch immer wieder ein, wie sie das Sexleben der beiden als besonders peinlich darstellen können. Dass Charlie beim Oralsex bei seiner Frau zu Weinen anfängt, ist mal wieder so herrlich skurril, dass man eigentlich nicht mehr weiß, was man davon halten soll. Getoppt werden konnte es eigentlich nur von Stus Ausführungen, die Charlies Selbstbewusstsein alles andere als steigern konnten. Das scheinbare Happy End des letzten Staffelfinales ist also erst mal nur der Anfang einer weiteren Tragödie, in der Charlie sexuell wieder frustrierend ist und Marcy ihre Entscheidung in Zweifel stellen will. Geht das jetzt also schon wieder los und fällt bei Charlie rechtzeitig der Groschen? In gewisser Hinsicht ist es bei diesem Paar gut, dass man weiß, dass man in nunmehr elf Episoden zu einem Abschluss kommen wird.

"When did this unfortunate moment [...] occur?" - "Hmm, I don't know, I guess about nine month before I was born"

Ganz nebenbei und wohl mehr aus Beschäftigungslosigkeit führt Hank ein eigentlich wenig bedeutsames Interview mit dem aufdringlichen Levon, der dann auch noch hartnäckig sehr persönliche Fragen stellt um dann am Ende sehr überraschend zum Ausdruck zu bringen, dass er Hanks Sohn sei. Hanks Gesicht war herrlich versteinert und der Gesichtsausdruck traf sicher auch das einiger Fans der Serie. Das war schon ein echter Paukenschlag am Ende der Episode, der vor allem deshalb so überraschend daher kommt, weil es eigentlich überaus logisch ist, dass Hank mit all seinen Eskapaden irgendwann auch mal einen Volltreffer gelandet haben sollte. Nur war das bisher eben nie ein Thema und daher auch nicht wirklich im Kopf. Jetzt ist das natürlich etwas ganz anderes und es stellt für diese Staffel dann doch die Weichen noch mal völlig neu.

Fazit

Die Autoren haben einen gelungenen Auftakt in die letzte Staffel kreiert, der mit seinen derben und direkten Dialogen, Situationskomik, Chemie zwischen den Charakteren und einem einschneidenden Ende Lust auf diese letzte Staffel macht.

Emil Groth - myFanbase

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