Bewertung: 7

Review: #5.01 Von NY nach L.A.

Es ist so ein bisschen seltsam mit der Serie "Californication". In der langen Sendepause kann man damit umgehen, dass sie gerade nicht läuft. Sobald aber die ersten Trailer zur neuen Staffel kommen, packt einen so sehr die Vorfreude, dass man einfach nur froh ist, dass die neue Staffel endlich kommt und man fragt sich, wie man nur so lange auf die Serie verzichten konnte.

Zeitsprung und neue Konstellationen

Die fünfte Staffel überrascht mit einem Zeitsprung von etwa drei Jahren. Was bedeutet das für den Zuschauer? Zunächst mal ist Hanks Bewährungsstrafe fast abgelaufen, was bedeutet, dass er noch nicht wieder in die Vollen gehen darf, eventuell aber schon wieder so wenig darüber nachdenkt, dass er den Zuschauer auf gewohnt derbe Art unterhalten wird. Er ist aber eben noch nicht aus dem Schneider. Desweiteren kann man sich einiger inhaltlichen Sprünge bedienen, die der Staffel viel Potenzial verleihen. Was haben wir jetzt also für Konstellationen? Das Kind von Charlie und Marcy ist geboren und schon gut unterwegs. Es gibt also keine Babyprobleme sondern nur Erziehungsfragen, die Charlie und Marcy aneinander geraten lassen. Deren Beziehung hat sich offenbar endgültig erledigt, ist Marcy doch noch immer mit Stu zusammen, was ich so nicht erwartet hätte. Da Marcy und Charlie schon lange nicht mehr zu den Highlights der Serie gehören, lasse ich mich hier einfach mal überraschen, was die Autoren sich vorgenommen haben.

Viel interessanter geht es natürlich im Hause Moody zu. Hank hat eine Freundin in New York, doch da kriselt es gewaltig. Carrie bietet Hank aber die Stirn, lässt sich nichts gefallen und neigt zur Überreaktion. Wie stark, soll man am Ende der Episode erfahren. Der Weg für Hank, in Kalifornien zu bleiben, ist jedenfalls frei. Und ehrlich gesagt gefällt es mir, dass Hank hier ordentlich was abbekommt. Es ist ja nicht die einzige Szene, in der man mit Hank Mitleid haben könnte, wenn man ihn nicht seit vier Staffeln kennen würde. Dass Karen nun mit Richard Bates verheiratet ist, ist für Hank sicherlich auch nicht die allerbeste Nachricht. Als Zuschauer muss man das auch erst mal verdauen, hatte man doch Ende der vierten Staffel noch das Gefühl, dass sie und Ben ein Paar werden. Jetzt ihre alte Liebe zu ihrem damaligen Dozenten aufleben zu lassen, den man in Staffel 3 in zwei Episoden zu Gesicht bekam, war doch eine große Überraschung. Allerdings ist er wohl auch der einzige Mensch, der es wirklich mit Hank aufnehmen kann, eine Hochzeit somit nicht an den Haaren herbei gezogen ist und es interessant sein könnte, wie Hank damit vor Ort nun umgehen wird. Zunächst ist er ja einer Meinung mit Bates. Der neue Freund von Becca passt nämlich beiden nicht. Als Vater bzw. Mann im Haus kann man es gut nachvollziehen, dass ein 24-jähriger Mann als Freund der Tochter nicht das ist, was man sich vorstellt. Als Außenstehender fand ich es aber gut. Das hat bei mir wohl vor allem damit zu tun, dass ich Scott Michael Foster in "Greek" super fand und er hier seine lässige Art auch bestens zur Geltung bringt. Ich hoffe, es wird viele Szenen mit ihm geben. Karens Einstellung gefällt mir da auch ziemlich gut. Auch das passt also bei diesem Auftakt.

Neue Aufgabe

Neben all dem Konstatieren der gegenwärtlichen Voraussetzungen beginnt auch diese Staffel wieder damit, dass Hank ein Job ins Haus steht. Er soll mal wieder ein Drehbuch schreiben, dieses Mal für einen berühmten Rapper und Schauspieler namens Samurai Apolcaypse. Hank hat eigentlich kein Interesse, aber nach dem Ende der Episode und durch Charlies Drängen wohl nun keine andere Wahl. Für die Serie passt das natürlich wie die Faust aufs Auge, denn wo gibt es sonst mehr Möglichkeiten, nackte Frauen in Szene zu setzen, als in der Rapper-Szene. Dass die Serie diesen Stil weiter verfolgt, ließ sie an mehreren Stellen auch schon wieder erkennen, wobei die Episode insgesamt regelrecht harmlos war. Das lag auch an einer älteren Frau, die Hank die Tour auf dem Flug vermasselt hat. Die Szene hatte ihren Charme, weil es von Anfang an auf das Eine hinaus lief, im entscheidenden Moment aber ein Rückzieher gemacht werden musste. Hank hatte also keinen Sex, obwohl er wollte. Gab es das schon mal? Ich finde es großartig, dass es nichts geworden ist. Das darf diese Staffel ruhig öfter passieren, weil ich doch irgendwie noch immer diese sadistische Ader habe, die Hank leiden sehen will. Dass Kali ausgerechnet noch die Freundin des Rappers ist, bringt natürlich zusätzlich Stimmung in die Geschichte. Mal schauen, was da nun noch kommen wird. Der Rapper selbst hat bei mir jetzt noch keinen Eindruck gemacht, aber dafür war das kurze Gespräch vielleicht auch noch nicht ausreichend, zumal ich ja ein eher reservierters Verhalten Rappern gegenüber an den Tag lege. Auch hier müssen die nächsten Episoden noch was machen.

Fazit

Diese Episode hatte vor allem damit zu tun, den Zuschauern zu zeigen, was in den etwa drei Jahre nach dem Finale der Staffel 4 passiert ist bzw. wie die Situationen jetzt sind. Die ersten Konflikte sind aber viel versprechend und die Episode hat ihre Aufgabe erfüllt, sich wieder voll auf die Serie zu freuen. Ein sehr solider EInstieg also.

Emil Groth - myFanbase

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