Bewertung: 8

Review: #5.02 Fäuste, hier entlang!

Die zweite Episode greift zwar Hanks Problem mit seiner nun Ex-Freundin nicht mehr auf, alle anderen Geschichten werden aber behutsam weiter geführt. Eine davon sorgt schon zum Ende der Episode zu einem in der Schnelle unerwarteten Knall.

Verbotene Frucht

Doch fangen wir mal vorne an. Ich dachte wirklich, es kann doch nicht wahr sein, dass Hank Kali jetzt doch so schnell in sein Bett bekommen hat und war richtig erleichtert, dass sich der forsche Beginn als Traum heraus stellt. Allerdings ist er gar nicht so weit hergeholt, dass Samurai Apocalypse (kurz Sam) so oder so ähnlich reagieren würde, wenn er Hank mit Kali erwischen sollte. Hier entwickelt sich auf jeden Fall eine spannende Konstellation. Hank spielt mit dem Feuer, macht Kali immer wieder ein paar Avancen, die diese gerne annimmt und ihrerseits Hanks Interesse aufrecht erhält, indem sie deutlich macht, dass Sam kein Anrecht auf sie habe. Das ist für Hank natürlich verlockend, auch wenn ihm durch Sams Kumpel gleich mal deutlich gemacht wird, wie lange seine Geschichten nachwirken können. Hierbei muss man allerdings sagen, dass Peter wirklich ein Arschloch ist, überhaupt nicht einsieht, dass er allein Schuld an der Trennung zu Michelle hat, und lieber den Harten raushängen lässt, statt sich wirklich mit seinen Emotionen auseinander zu setzen. Das hilft Hank auch nicht weiter und so ein Veilchen steht ihm ja auch ganz gut. Es könnte durchaus wieder in diese Richtung gehen, wenn er Kali im falschen Moment zu nahe kommen sollte. Ich finde diese Spannung zwischen den Charakteren jedenfalls gut und hoffe, dass sie noch eine Weile aufrecht erhalten bleibt. Außerdem ist mir jede Episode, in der Hank nicht auf seine sexuellen Kosten kommt, recht. Da kann er sich mal auf die wirklich wichtigen Dinge konzentrieren, wie zum Beispiel auf Becca.

"He's a Good Guy, Dad, I Know It. I Know It Like I Know You are a Good Guy Deep Down"

Hank setzt sich natürlich auch weiter mit Tyler auseinander, der Becca völlig für sich gewonnen hat. Eigentlich hatte man Mitte der Episode kurz das Gefühl, dass Hank sich damit anfreunden könne und Becca vertraut, doch dann muss er Tyler in der Bar mit einer Anderen rumknutschen sehen. Gibt es etwas Schlimmeres, was einem Kerl passieren könnte? Der Vater der Freundin erwischt dich? Eigentlich nicht, doch Tyler schafft es hier auf unglaublich coole Weise (und dafür ist Scott Michael Foster auch einfach die richtige Wahl), völlig gelassen damit umzugehen und die Situation auch noch für sich zu nutzen. Ganz relaxt spielt er seine Karten aus und macht Hank klar, dass er Becca verlieren würde, wenn er ihn verpetzt. Doch Tyler hat sich zu sicher gefühlt, denn es gibt immer noch jemanden, der härter ist. Sam versuchte die gesamte Episode über, Hank für seinen Film zu begeistern. Als Hank sich kurz über Tyler aufregt, sieht er seine Chance. Ich dachte mir schon, dass er Tyler als nützlich erachten würde. Dass er aber so schnell seine Gang auf Tyler loshetzt, hatte ich nicht erwartet. Tyler mag es verdient haben, Hank nützt das nur nichts, denn jetzt steht er erst recht zwischen den Stühlen und muss wohl für Sam arbeiten, denn wenn heraus kommt, dass Hank indirekt den Impuls gegeben hat, dass Tyler verprügelt wird, wird es für ihn schwer, Becca jemals wieder in die Augen schauen zu können. Dabei sind es doch die beiden, die immer wieder tolle, emotionale Szenen haben, wie auch diese Episode am Ende zu zeigen wusste.

Don't You Want to Show Me Yours?

Da bei Hank in Sachen Sex tote Hose ist, bekommt Charlie wieder die versaute Storyline und hier haben sich die Autoren mal wieder selbst übertroffen. Ich wusste eigentlich nicht, ob ich es einfach nur widerlich oder nicht doch lustig finden sollte, was hier passiert ist. Stuart hat im Kindergarten vor einem kleinen Mädchen onaniert, was aufgrund des ausschweifenden Sexlebens von Marcy und Stu durchaus nachvollziehbar ist und nicht ausschließlich bedenklich ist, kann man es doch auch als Entdeckung des Körpers deuten, die durchaus natürliche Züge hat. Jedenfalls versucht Charlie den Ärger der Familie des Mädchens zu begrenzen und stellt fest, dass die Mutter die eigentlich Schlimmste von allen ist. Allerdings steigt Charlie auf das Spiel auch noch ein, was eigentlich auch ganz schnell hätte schief gehen können. Doch Alison ist tatsächlich der Domina-Typ mit Dirty Talk-Bestrebungen und tut Charlie mehr einen Gefallen. Die Offenbarung der Babysitterin ist dann letztlich also das verstörendste der Storyline, die sich die ganze Zeit sehr weit weg von der Normalität bewegt. Wie gesagt, als Zuschauer steckt man zwischen Lachen und Verabscheuen fest, aber so ist "Californication". Nach vier Jahren muss man mit solchen Szenen eben rechnen. Das gibt es und eigentlich wäre es wohl viel langweiliger, wenn man diese Geschichten nicht mehr bringen würde. Man würde sie wohl auch irgendwie vermissen. Die Sexeskapaden gehören dazu und letztendlich hat man hier eine stimmige Geschichte erzählt, die der Episode Abwechslung zu Hanks Bestrebungen gebracht hat.

Fazit

Eine gelungene Episode, die zwar erst zum Ende hin richtig Tempo aufnimmt, letztlich aber die meisten Entwicklungen bei Hank sinnvoll voran bringt, spannende Konstellationen baut und mit Charlies Geschichte die Grenze der verstörten Sexpraktiken der gelangweilten Kalifornier typisch für die Serie aufdeckt.

Emil Groth - myFanbase

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