Bewertung: 9

Review: #5.01 Ein Medium für die Liebe und den Tod

Foto: David Boreanaz & Emily Deschanel, Bones - Copyright: 2006 Fox Broadcasting Co.; Art Streiber/FOX
David Boreanaz & Emily Deschanel, Bones
© 2006 Fox Broadcasting Co.; Art Streiber/FOX

Dieser Staffelauftakt ist im Vergleich zum Staffelauftakt der vierten Staffel sehr gelungen, was vor allem an den sehr guten Darstellerleistungen von David Boreanaz und Emily Deschanel lag. David und Emily überzeugten auf ganzer Linie und spielten ihre Rollen mit sehr viel Tiefgang. Der Fall in #5.01 Harbingers In The Fountain war zwar mit der Booth-Brennan-Storyline verbunden, rückte aber dennoch ein wenig in den Hintergrund, was aber nicht störte.

"Don't worry. I'm 110 procent."
"I did forget that I wore goofy socks."

Dass Booth alles andere als 110 Prozent fit ist, stellte David Boreanaz sehr gut dar. Aus dem alten Booth, den die Fans aus den vergangenen vier Staffeln kannten, wurde ein stiller, nachdenklicher und sensibler Mann. Dass er sein Gedächtnis vollkommen wiedererlangt hat, kann man nun nicht gerade behaupten. Es sind Kleinigkeiten, die man dem Zuschauer gut vor Augen führte. Angefangen bei seinen auffälligen Socken, dem Hätscheln mit Caroline oder als er überhaupt gar keinen Wert darauf legte, sich mit Sweets zu streiten. Selbst vom Frühstück mit Brennan wusste Booth nichts mehr und auch nicht, dass er Clowns hasst. Diese Szene gehörte zu meinen Lieblingsszenen, da man wirklich nicht ahnen konnte, was als Nächstes passiert. Ich war auf alles gefasst, nur nicht, dass Booth nach der Quietschnase fasst, woraufhin ich gar nicht mehr aus dem Lachen herauskam. Es spricht für Brennan, dass ihr das alles nicht entgeht, trotzdem hätte ich es besser gefunden, wenn sie ihm nicht immer verraten hätte, was er trug oder tat. Darauf sollte er schon alleine kommen, denn so heilt man keine Amnesie, indem man dem Erkrankten alles erzählt. Doch das ist nur ein winziger Kritikpunkt.

Besonders gefallen hat mir, wie großartig David Boreanaz die Existenzängste von Booth dargestellt hat. Er verglich sich immer mit dem Typen aus dem komatösen Traum, der er unbedingt sein wollte. Auch das Gespräch mit Cam gefiel mir, die sich sichtlich Sorgen um ihn machte, als sie glaubte, er höre Stimmen oder sein Gehirn hätte einen bleibenden Schaden davongetragen. Besonders als sie ihm wieder das Gefühl gab, ein einzigartiger Cop zu sein, selbst ohne seine "goofy socks". Dass Cam und Booth trotz ihrer kurzen Affäre doch noch so gute Freunde sein können, finde ich hervorragend. Das spricht einfach für beide Charaktere, die sich schon seit langer Zeit kennen.

"Forget the bruised brain and go with your lion heart. Except, be sure about your feelings."
"Your feelings are not real and will fade away."

Der Fokus der Episode lag hauptsächlich auf Booth und dessen Gefühle für Brennan. Eigentlich war ich kein Fürsprecher dieses Pairing, weil allein die letzte Staffel, insbesondere das Finale, so einiges kaputt machte, doch in dieser Episode merkte ich dann, dass es so ganz ohne das Pairing Booth-Brennan nun doch nicht geht. Es wäre aber trotzdem schön, wenn die Serie mit dieser Beziehung endet und bis dahin noch oft die Fetzen und Funken zwischen diesen beiden großartigen Charakteren fliegen. Und so schnell möchte ich auf die Serie noch nicht verzichten.

Interessant waren die Gespräche, die Booth mit Cam und Sweets freiwillig und einmal wider Willen führte. Cam ist einfach großartig seit der dritten Staffel. Ihr Ratschlag, auf sein Herz zu hören und endlich mal die ganze Komasache zu vergessen, aber gleichzeitig nichts zu überstürzen und sich somit in seinen Gefühlen für Brennan sicher zu sein, fiel etwas aus dem Rahmen und war aus diesem Grund ungewöhnlich schön. Allein, wenn ich da an ihr breites Grinsen denke, weil sie längst weiß, dass Booth Brennan liebt. Dagegen war Sweets ganz anders drauf. Er sah mal wieder alles aus den Augen eines Psychologen, obwohl er spätestens seit dem Zusammentreffen mit Dr. Gordon Wyatt weiß, dass einer der beiden sich seiner Gefühle für den anderen sicher ist. Ein wenig hat es mich schon verärgert, dass er Booth, der eh schon an sich selbst zweifelte, fast einredete, dass seine Gefühle für Brennan nicht real sind. Da würde ich mich doch lieber an Cams Ratschlag halten, denn CT-Aufnahmen geben nun wirklich keine Auskunft über Booths Gefühle.

Lustig und gleichzeitig bitter war die Szene, als Booth schließlich Brennan seine Liebe gesteht, aber im nächsten Moment sofort hinzufügt "in a professional, attagirl kind of way". Dieser Moment entschädigte zwar Sweets' Szene mit den drei CT-Aufnahmen, doch ich litt mit Booth mit. Er war sich seiner Gefühle auf der einen Seite so sicher, andererseits jedoch hatte er Angst, dass seine Gefühle das Vertrauen zu Brennan zerstören würde und somit alles verändert. Wer hätte da schon gerne in seiner Haut gesteckt?

"Turning over a card has no effect at all."

Cyndi Lauper als Medium. Medium, hm… So glaubwürdig spielte sie ihren Charakter nicht, was wohl daran lag, dass der Charakter allein schon von Anfang an nicht glaubwürdig war. Doch das ist jetzt wieder Ansichtssache. Jeder muss wissen, ob er solchen Leuten und deren Fähigkeiten Glauben schenkt oder nicht. Für mich war Avalon Harmonia auch kein richtiges Medium, sondern lediglich eine Tarotkartenlegerin. Das kann jeder, wenn man viel Fantasie hat. Brennans Blick am Anfang der Episode, als sie Angela misstrauisch und zweifelnd anstarrte, sagte im Prinzip das aus, was ich von Avalon hielt. Avalon und Angela sind Freundinnen oder was auch immer. Daher hätte sie die Informationen über Booth und Brennan genauso gut von Angela erhalten können, aus denen sie sich dann quasi ihre Geschichten zusammenbastelt. Dass Angela gerne über das Leben anderer redet, zeigte die Anfangsszene. Dort wurde Brennans verletzliche Seite dargestellt, die man viel zu selten zeigt. Auch Emily Deschanel konnte in dieser Folge überzeugen.

Dazu kam der Leichenfund unter dem Brunnen, unter denen sich ihre Schwester Jenny befindet. Laupers Charakter wurde immer unglaubwürdiger, was mit dem Fund anfing, den ausgerechnet sie prophezeite, und mit ihrem Engagement bei den "Harbingers of a New Day" endete. Der Fall an für sich war interessant, nicht spannend genug, aber schon die Idee und Vorstellung, dass sich über ein Dutzend Leute einer Sekte (für mich stellte sich das so dar) anschließen, die alle vor dem 20. Jahrhundert Angst haben und an MCS litten, fand ich außergewöhnlich und abnormal. Man kann Leuten ja so einiges einreden, aber das ging wirklich über meinen Horizont. Des Weiteren fand ich die Anzahl der Verdächtigen nicht gerade einfallsreich; auch bei dem mysteriösen Arzt blieb die eine oder andere Frage offen.

Fazit

Ein gelungener Staffelauftakt mit einem Fall, bei dem man sich nicht in Geduld fassen musste, denn dafür stand Booth im Fokus dieser Episode. Dies lässt auf weitere anspruchsvolle Folgen hoffen, vor allem aber auf eine bessere Staffel, denn das Auf und Ab der letzten Staffel hat mich doch ziemlich genervt. Genug Stoff hat Serienmacher Hart Hanson jedenfalls nach Booths Koma und seiner Amnesie, die wohl noch andauern wird. Und gut zu machen hat Hanson eh einiges bei mir nach seinen falschen Versprechungen für das vergangene Staffelfinale.

Allerdings erhoffe ich mir im Moment nicht jede Woche ein Liebesgeständnis oder ähnliches von Brennan oder Booth. Vielmehr erwarte ich, dass auch die Fälle wieder spannender werden; meinetwegen können diese auch mal über eine Episode andauern. Doch ebenso sollten die restlichen Hauptcharaktere, allen voran Hodgins und Cam, mehr Tiefgang bekommen. Trotz des nüchternen Falls vergebe ich für diesen Staffelauftakt die volle Punktzahl, da Booths Storyline auf ganzer Linie überzeugt und mich dazu sehr berührt hat, was der ausgezeichneten Darstellung von David zu verdanken ist.

Dana Greve - myFanbase

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