Bewertung

Review: #7.16 Hunderttausend Engel

Foto: Sam Heughan & Charles Vandervaart, Outlander - Copyright: 2023, 2024, 2025 Sony Pictures Television Inc. All Rights Reserved.; 2023 Starz Entertainment, LLC; Robert Wilson/Starz/Sony Pictures Television
Sam Heughan & Charles Vandervaart, Outlander
© 2023, 2024, 2025 Sony Pictures Television Inc. All Rights Reserved.; 2023 Starz Entertainment, LLC; Robert Wilson/Starz/Sony Pictures Television

Staffel 7 von "Outlander" war voll von Kämpfen und Schlachten, sie stellt einen Abschnitt der Geschichte dar, in dem die Familie auseinandergerissen wird. Das Staffelfinale jedoch ist anders und bringt vor allein eines mit sich: den Glauben daran, dass nun alles besser wird.

"Blood of my blood."

In den letzten beiden Staffeln ließ uns das Finale jeweils ernüchtert zurück. Nicht, weil es an sich schlechte Episoden waren, sondern weil die Figuren einen Tiefpunkt erreichten und dringend Rettung bedurften. Dieses Mal jedoch haben wir diesen Punkt bereits überschritten und befinden uns auf einem vielversprechenden Weg. Der Krieg ist – für die Frasers zumindest – beendet und man will sich auf den Heimweg begeben. Alle sind wohlauf und die Reise zurück an einen idyllischen Ort, den man als Zuhause betrachtet, steht kurz bevor. Dieser Gedanke durchsetzt alle Handlungen und bietet ein rundes und harmonisches Ende für diese Staffel. Der Familiensinn, mit dem diese Episode indes einhergeht, fügt sich dabei wunderbar in das Bild, dass alles gut wird, mit ein. Die Familie steht hier ganz eindeutig an erster Stelle und mir gefällt, wie erschüttert Denzell nach dem erfolgreichen Eingriff an Claire ist, da er noch nie so etwas schweres tun musste, wie einen geliebten Menschen zu operieren. Es ist herzerwärmend, dass Claire Denzell so sehr ans Herz gewachsen ist. Auch Denzells Schwester Rachel und Ian können einige emotionale Momente teilen. Denn Ians Rückkehr von der Rettungsmission rund um William, sowie die Aussicht, dass sie bald eine eigene kleine Familie sein werden, lassen einem sofort Freudentränen in die Augen schießen. Leider ist die Freude an dieser Stelle etwas getrübt, denn während wir über den Nachwuchs bei Familie Murray jubeln dürfen, müssen wir uns gleichzeitig von Rollo verabschieden. Dass Rollo erst dann geht, wenn er weiß, dass Ian nicht allein sein wird, unterstreicht dabei ein letztes Mal die tiefe Verbundenheit zwischen Ian und Rollo.

Verbundenheit darf auch William erfahren, was besonders deshalb eine große Erleichterung ist, da er sich zuvor von seinen beiden Vätern entfernte. In dem Handlungsbogen rund um ihn herrscht ein schönes Gleichgewicht zwischen seinen Bitten an John und Jamie. Er bezieht beide Väter in seine Rettungsmission mit ein und erhält von beiden Unterstützung. Zudem gibt uns diese Episode das lang ersehnte Gespräch zwischen Jamie und William. Man versteht es gut, die Situation zwischen den beiden nicht zu rosarot darzustellen, denn auch wenn Jamie optimistisch an die Unterhaltung herangeht, gefällt es mir, dass William nicht sofort einknickt und Jamie als seinen Vater anerkennt. So ein Verhalten würde nicht zu dem sturen und gerechtigkeitsorientierten Charakter passen, als den man uns William vorgestellt hat. Auf diese Erzählweise kann man einerseits Jamies einfühlsame Art unterstreichen und andererseits Charakterzüge Williams, die an seine Mutter erinnern lassen. Verstärkt wird das Band zwischen William und Jamie zusätzlich, durch Fanny, die nun ein Teil der Familie Fraser ist – und das auf so vielen Ebenen, aber später mehr dazu. Was Williams Versicherung angeht, Jamie niemals Vater nennen zu werden, so prophezeie ich, dass wir dies spätestens im Serienfinale erleben werden.

Nun zu Fanny. Dieser Teil der Geschichte brachte so viele überraschende Wendungen mit sich, dass man gar nicht weiß, wo man beginnen soll. Vielleicht nehmen wir direkt die Konsequenz in Angriff: Jane und Fanny scheinen die Töchter von Jamie und Claires Tochter Faith zu sein. Während sich mir noch nicht recht erschließt, wie man den Tod des Frühchens ansatzweise plausibel erklären will und wie Fanny ein Lied kennen soll, das ihrer Mutter selbst nur ein einziges Mal – am Tag ihrer Geburt – vorgesungen wurde, so gefällt mir diese Familiengeschichte trotzdem unheimlich gut. Es passt dazu, dass Jamie und Claire nie ein Kind gemeinsam großziehen konnten, es passt zum Aussehen der lockenköpfigen Mädchen, es passt dazu, dass Claire nach dem Weggang Briannas ihre Familie vermisst und nun "Ersatz" gefunden hat. Um der Geschichte noch mehr Kraft zu verleihen, zeigt man uns, wie Jane und Fanny zu Beginn Libellen jagen, eben jenes Tier, das Claire in Berstein eingeschlossen als Hochzeitsgeschenk erhielt und das Jamie auf dem Schlachtfeld von Culloden verlor. Zwar bin ich mir nicht sicher, inwieweit man uns in Staffel 8 erklären wird, was nun wirklich mit Faith geschehen ist, doch ich bin überzeugt davon, dass Florrie Wilkinson als Fanny eine exzellente Ergänzung zur Familie Fraser sein wird. Wie viele Emotionen sie auslösen kann, hat uns die ergreifende Abschlussszene bereits gezeigt.

Der für mich herausragendste Teil der Episode war jedoch das Wiedersehen von Roger und Brianna. Das Glücksgefühl, als die beiden sich endlich wieder in die Arme schließen, könnte nicht herzerwärmender sein. Auch das Kennenlernen von Brianna und Brian – nach dem sie benannt wurde – hinterlässt einen herrlichen Nachhall. Brian weißt in dieser kurzen Unterhaltung genau die Charakterzüge auf, die wir an Jamie so lieben und er zeigt uns seine Seelenverwandtschaft zu Ellen. Dies ist eine gute Grundlage für das Spin-Off "Outlander: Blood of My Blood". Wohin geht die Reise für Brianna und Roger nun weiter? Ich hoffe stark, ins Jahr 1778.

Kurze Eindrücke

  • Was wird nun aus Buck? Er ist mir sehr ans Herz gewachsen, doch ich habe die Befürchtung, dass seine Geschichte auserzählt ist.
  • Wenn Jane tatsächlich die Enkelin von Claire und Jamie ist, dann hat William wohl mit seiner Nichte geschlafen. Ups.
  • Zuerst konnte man nicht deuten, warum Jane vom Anblick der Nordlichter so ergriffen ist und warum sie ihnen winkt. Fannys Erklärung dazu war herzergreifend.
  • Es ist traurig, dass Jane sterben musste. Ich hoffe, dass ihr letzter Blick auf die Nordlichter fiel.
  • Was hat uns die Toilettenszene gebracht? Sie ist der einzige Teil der Episode, der keinen Sinn ergeben hat.
  • Interessant, dass Jamies abrupter Austritt aus der Armee keine Probleme mit sich gebracht hat.
  • Der Krankenbesuch, den John Claire abgestattet hat, war vortrefflich. Man darf nicht vergessen, wie stark die Annahme, Jamie sei tot, diese beiden Figuren zusammengeschweißt hat. Dass John sich nicht von dem eifersüchtigen Jamie beirren lässt und Claire sich nicht scheut, ihren Dank auszudrücken, hat mir sehr gefallen.

Fazit

Das war ein so erbauliches Staffelfinale, wie wir es bei "Outlander" lange nicht erlebt haben. Neben dem wohligen Gefühl, das diese Episode vermittelt, setzt sie im Verlauf einen emotionalen Hohepunkt auf den nächsten und führt das Staffelfinale zu einem wunderbaren Happyend. So hat man für das letzte Mal Droughtlander nur eines zu tun: über Faith zu spekulieren.

Marie Müller - myFanbase

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