The Boys: Rückblick auf Staffel 2, Ausblick auf Staffel 3

Foto: The Boys - Copyright: 2020 Amazon.com Inc., or its affiliates; Jasper Savage/Amazon Studios
The Boys
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In der vergangenen Woche ist nach acht Episoden die zweite Staffel von "The Boys" beendet worden. Da noch überhaupt nicht absehbar ist, wann die Dreharbeiten für die bereits genehmigte dritte Staffel beginnen können, ist bereits jetzt klar, dass die Wartezeit auf neues Material unerträglich lange erscheinen wird. Grund genug in diesem Apropos-Artikel anhand einzelner wichtiger Handlungselemente noch einmal einen Blick zurückzuwerfen, aber gleichzeitig vor allem auf Staffel 3 zu schauen. Diese mag zwar noch weit weg sein, aber inhaltlich scheint sie schon vollständig konzipiert zu sein, denn Schöpfer Eric Kripke hat bereits einiges verraten, wenn natürlich auch so vage wie möglich.

Beachtet bitte, dass der nachfolgende Text massive Spoiler zum Fortgang der zweiten Staffel von "The Boys" enthält.



  • Ein großes Mysterium der zweiten Staffel war die Frage, wer ständig die Köpfe explodieren lässt. Angefangen bei Susan Raynor (Jennifer Esposito) bis hin zu Alastair Adana (Goran Visnijc) ganz am Ende der Staffel. Am Ende wurde die Kongressabgeordnete Victoria Neuman (Claudia Doumit) als Supe mit dieser Fähigkeit entlarvt. Während für die Produzenten diese Entwicklung von Anfang an feststand, zumal Neuman diese Rolle auch in der Comic-Vorlage einnimmt (dort nur als Mann), wusste die Darstellerin selbst bis kurz vor knapp nichts von ihrer wichtigen Rolle innerhalb der Staffel. Kein Wunder, dass also auch nur die wenigsten Zuschauer mit dieser Auflösung wohl gerechnet haben. Aber das war von Kripke und seinem Team auch ganz bewusst gewollt, weswegen sie für eine Politikerin sehr sympathisch inszeniert wurde, die zudem regelrecht mit ihrer politischen Agenda nach Verbündeter schrie. Nun wird für Staffel 3 die große Frage sein, warum sie tut, was sie tut? Das wird die nächste Staffel entscheidend mitbeeinflussen und es steht bereits fest, dass dafür auch ganz tief ins politische Feld eingetaucht wird.
  • Die politische Intensivierung kann man auch gut an Hughie (Jack Quaid) festmachen, der sich in der Schlussszene Neumans Wahlkampfteam anschließt und damit den Boys erstmal den Rücken dreht. Über die gesamte Staffel hinweg sind immer wieder Hinweise auf Sänger Billy Joel eingebunden worden, entweder weil über ihn konkret gesprochen wurde, oder weil seine Lieder als Hintergrundmusik ausgewählt wurden. Erst im Finale wurde der Grund dafür verraten, denn Billy Joel und seine Musik standen für Hughie immer für seine Beziehung zu seiner Mutter, da sie zu den Liedern zusammen getanzt haben. Als kleiner Junge ist er aber von ihr verlassen worden und hat nie wieder etwas von ihr gehört. Dieses Verlassen werden soll erklären, warum Hughie trotz zahlreicher Rückschläge immer zu den Boys gehalten und sie vor allem zusammengehalten hat. Nun hat er aber erkannt, dass er aus diesem Muster ausbrechen muss, nur wird die Enttäuschung groß sein, wenn er erkennt, dass er sich bei Neuman nicht unbedingt für eine bessere Sache angeschlossen hat.
  • Auch die übrigen Mitglieder der Boys scheinen erstmal in alle Himmelsrichtungen verstreut. Butcher (Karl Urban) wollte selbstsüchtig Becca (Shantel VanSanten) für sich haben und hat deswegen einen Deal mit Mr. Edgar (Giancarlo Esposito) ausgehandelt, der Mutter und Sohn Ryan (Cameron Crovetti) getrennt hätte, aber letztlich hat er sich doch richtig entschieden, ist dafür aber nicht belohnt worden, sondern hat das genommen und bekommen, was ihm am meisten auf der Welt bedeutet hat. Deswegen ist er nun ein Mann im Krieg mit sich selbst. Für Mother's Milk (Laz Alonso) gab es derweil eine Familienzusammenführung mit seiner Tochter, aber Staffel 3 wird einige Konflikte mit seiner Ex-Frau bereit halten, denn sie war mit seiner Tätigkeit für die Boys nie glücklich. Bei Frenchie (Tomer Capon) und Kimiko (Karen Fukuhara) sieht es derweil recht rosig aus. Als sie tanzend aus dem Bunker gehen, ist zwischen romantischen Gefühlen und tiefer Freundschaft alles möglich und die mögliche Beziehung sollte bewusst offen gehalten werden. Auch wenn sie nun nicht mehr wie die Boys wirken, so sollen sie in Staffel 3 doch für weiterhin für die CIA und die neu geschaffene Behörde arbeiten.
  • Wie sieht es mit Stormfront (Aya Cash) aus? Deren Extremitäten sind durch Ryans Laserblick überall abgetrennt worden, faktisch tot war sie damit auch nicht. Wird sie also auch Teil der dritten Staffel sein? Cash selbst hat nur einen einjährigen Vertrag unterschrieben und dennoch sind alle Türen für ihre Rückkehr offen. Kripke fand den Verzicht auf den Tod auch sehr passend für die Figur, denn Stormfront altert durch die Gabe von Compound V nur sehr langsam, was sie ewig mit diesen Entstellungen leben lässt. Und wenn man sich etwas mit dem Nationalsozialismus auseinandergesetzt hat, dann kann man erahnen, dass eine Behinderung dieser Art die höchste Strafe für Stormfront sein muss. Sollte sie in der Gegenwart nicht mehr auftauchen, so ist es zumindest sehr wahrscheinlich, dass sie noch in Rückblenden zu sehen sein könnte.
  • Überraschend wird auch eine scheinbar unbedeutend wirkende Gastrolle aus #2.06 Reif für die Klapse auch noch in Staffel 3 eine Rolle spielen. Love Sausage (Andrew Jackson), der sich durch einen übermenschlichen Penis auszeichnet und den Mother's Milk nur bestens kennen dürfte, war bereits in der Comicvorlage Kult, weswegen er auch in der Zukunft der Serienversion nicht fehlen soll.
  • Abschließend dürften die meisten Fans in Staffel 3 auf Jensen Ackles und seine Darstellung des Soldier Boys hinfiebern. Dieser ist in der Serie bereits mehrfach erwähnt worden und auch eine Statue zu seinen Ehren war bereits eingeblendet worden. Während er in den Comics eher zu den Guten zu zählen ist, quasi ein Captain America des MCU, soll er in der Serie deutlich vielschichtiger präsentiert werden. Er hat schließlich zu den von Frederick Vought hergestellten Supes gehört, die im Zweiten Weltkrieg an der Seite der Alliierten gegen die Deutschen gekämpft hat. Er ist dabei Anführer der Gruppierung Payback geworden, die als Vorstufe zu den heutigen Seven gilt. Und natürlich gehörte auch Stormfront zu dieser Gruppe, in den Comics hat sie aber die deutlich stärkere Figur dargestellt. In jedem Fall will Staffel 3 einen intensiven Blick auf das Team Payback werfen, was auch wieder weitere Auftritte von Cash als Stormfront erahnen lässt.



Nun liegt es an euch: Wie fällt euer Fazit mit Blick auf die zweite Staffel von "The Boys" aus? Seid ihr zufrieden und in welchen Aspekten gibt es Verbesserungsbedarf? Freut ihr euch auf die Pläne für Staffel 3, die bisher durchgesickert sind und war würdet ihr euch ganz persönlich wünschen?

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Quelle: Entertainment Weekly, TVLine, Variety



Lena Donth - myFanbase
12.10.2020 22:09

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