Bewertung: 7

Review: #1.13 Glanz und Finsternis

Foto: Britt Robertson, Under the Dome - Copyright: Paramount Pictures
Britt Robertson, Under the Dome
© Paramount Pictures

Hätte "Under the Dome" mit dieser Episode tatsächlich geendet, so wie es ursprünglich einmal geplant war, so hätte ich mich wohl unglaublich geärgert. Im Vorfeld wurden die Autoren und Serienmacher nicht müde, den Zuschauern zu versichern, dass im Staffelfinale allerhand Antworten auf uns warten würden und man nicht nur eine Auflösung bekäme, woher die Kuppel stammt, sondern auch noch erfahren würde, was die Kuppel eigentlich für einen Zweck hat. Doch nichts davon ist wirklich geschehen. Glücklicherweise ist #1.13 Curtains aber nicht der letzte Besuch, den wir Chester's Mill abgestattet haben.

"Pink stars are falling in lines"

Ein klein wenig Neues haben wir zugegebenermaßen ja doch über die Kuppel erfahren. Wir wissen jetzt, wer der Monarch ist und ich wundere mich kein bisschen, dass es Julia ist. Sie ist die logische Verbindung zwischen der Bevölkerung der amerikanischen Kleinstadt und den neugierigen Kiddies, die während der vergangenen Episoden nichts unversucht gelassen haben, hinter das Geheimnis der Kuppel zu kommen. Julia scheint sich in ihr Schicksal zu fügen, ohne es zu hinterfragen, denn sie muss selbst feststellen, dass irgendetwas sie nicht nur vor dem sicheren Tod gerettet hat, sondern auch dafür sorgt, dass sie nach dem feigen Anschlag auf ihr Leben in Nullkommanichts wieder auf den Beinen ist.

Und so folgt sie Angie, Joe und Norrie, die mit ein klein wenig Hilfe von Junior schließlich die Mini-Kuppel zum Einsturz bringen und das schwarze Ei offenbaren, das anscheinend wirklich das Herz der Kuppel ist. Natürlich könnte man sich hier beschweren, dass die Autoren es mit Konsequenz in der Handlung nicht sonderlich genau nehmen, denn eigentlich hätte nach dem Zerplatzen der Mini-Kuppel auch die große Kuppel verschwinden müssen, wenn man bedenkt, dass der Falter durch seine Berührungen nicht nur die kleine Variante der Kuppel schwarz gefärbt hat. Aber gut, das sind Kleinigkeiten, über die es sich nicht wirklich zu ärgern lohnt.

Eindrucksvoll ist es allemal, als sich die Kuppel plötzlich schwarz zu verfärben beginnt und die Kleinstadt in völlige Dunkelheit hüllt. Dass daraufhin die Bevölkerung knapp vor der Massenpanik steht und bereits das Ende der Welt kommen sieht, ist zwar klischeehaft, aber durchaus nachvollziehbar. Big Jim sieht dabei seine Chance gekommen, sich gegenüber seinen "Untertanen" wieder einmal zu profilieren, und hält eine durchaus ehrliche Rede auf die Hoffnung, dass sie alle heil aus der ganzen Sache heraus kommen, obwohl er keinen Hehl daraus macht, dass er absolut keine Ahnung hat, was alles noch auf sie zukommt.

Doch bevor wir zu den Rennies kommen, noch ein paar letzte Worte zu der Kuppel. Allem Anschein nach stecken nun ja doch Außerirdische hinter der mysteriösen Erscheinung. Dies wurde zwar nicht explizit ausgesprochen, doch die Alice-Erscheinung deutet ja an, dass es sich um Wesen handelt, die nicht recht wissen, wie sie mit den Menschen in Chester's Mill kommunizieren sollen. Und dann geben sie auch noch kryptische Anweisungen, dass das Ei zu beschützen sei, um das Ende der Kleinstadt abzuwenden, obwohl gleichzeitig bekräftigt wird, dass die Kuppel nicht über die Stadt herein gebrochen ist, um die Bewohner zu bestrafen, sondern um sie zu beschützen. Wovor, das wird hier natürlich noch nicht verraten. Das sehen die Zuschauer dann (vielleicht) in Runde zwei.

Und als die Kuppel sich am Ende von schwarz nach gleißend weiß verfärbt, da erinnert mich das ein klein wenig an das Finale der ersten Staffel von "Lost", in der gleißend helles Licht John Locke geblendet hatte, als er in das Hatch hinunter geblickt hat. Es ist auf jeden Fall ein spannender Abgang für die Kuppel.

"You may think that you're some kind of god to these people. But I think we both know what you really are." "What's that, a... criminal?" "Worse. A politician."

Während die Geschichte um die Mini-Kuppel und den Monarchen definitiv punkten kann und in weiten Strecken auch dieses Mal unglaublich spannend erzählt ist, kommt die ganze Sache um Big Jim und seine kleine Privatfehde mit Barbie nicht wirklich in die Gänge. Wir wissen nicht erst seit letzter Folge, dass die beiden sich nicht leiden können und trotzdem wird man nicht müde, sie verbal aufeinander losgehen zu lassen. So beschimpft Barbie seinen Kontrahenten nicht nur einmal als machtgeilen Politiker ohne Gewissen, währen Big Jim grinsend vor ihm steht und ihm zu demonstrieren versucht, dass er dem Untergang geweiht ist und dagegen absolut nichts ausrichten kann. Das wirkt auf Dauer ermüdend, denn man weiß als Zuschauer, dass diese beiden Charaktere so essentiell für die Serie sind, dass zu keiner Zeit auch nur der Hauch einer Chance besteht, dass einem der beiden wirklich etwas passieren wird. Und daher zündet auch der Cliffhanger am Ende nicht wirklich, als Big Jim seinen Sohn anweist, Barbie zu hängen. Denn mal ehrlich, wir wissen, dass Barbie nicht sterben wird. Irgendwas wird passieren und wenn es nur das marode Schafott ist, das unter seinem Gewicht zusammen bricht, weil es nicht richtig zusammen geschraubt wurde.

Wesentlich interessanter als die Kabbeleien zwischen Barbie und Big Jim ist die Tatsache, dass nun auch Big Jim ahnt, dass die Kuppel nicht zufällig über die Stadt herein gebrochen ist. Er erinnert sich daran, dass seine Frau, die alle als geisteskrank abgestempelt haben, die Ereignisse bis zu einem gewissen Grad vorausgesehen hat und seine Familie, beziehungsweise sein Sohn, eine tragenden Rolle darin zu spielen scheint. Das wirft natürlich einige Fragen auf: Hatte Pauline Rennie Kontakt zu den Wesen, die die Kuppel geschickt hatten? Wusste sie vielleicht sogar, warum eben Chester's Mill auserwählt wurde? Und weiß sie, was ihr Sohn für eine Rolle in der ganzen Sache spielt? Schade, dass Big Jim nicht herauszufinden versucht, was seine Frau noch alles gesehen und vielleicht auch gemalt hat. Stattdessen gibt er sich damit zufrieden, dass all das wohl bedeutet, dass er und seine Familie auserwählt wurden. Von wem ist ja eigentlich egal.

Ich frage mich nach dieser Folge ernsthaft, ob Junior denn nun endgültig die Seiten gewechselt hat und sich gegen die Gruppe stellt. Zu Beginn wirkte es so, als hadere er noch immer mit seinem Schicksal, seinen Vater töten zu müssen, nur um ihn am Ende zur Rede zu stellen und zu akzeptieren, dass dieser glaubt, seine Taten damit rechtfertigen zu können, dass alles so gekommen ist, wie es vorher bestimmt war. Ich hätte nichts dagegen, wenn er nicht länger ein zentraler Punkt der Geschichte wäre.

Fazit

Insgesamt ist es ein akzeptables Finale für eine durchaus spannende erste Staffel geworden. Nicht immer wählte man bei "Under the Dome" die richtige Strategie, verlor sich häufig in uninteressanten Nebenschauplätzen und unsinnigen Geschichten und vernachlässigte dabei oftmals die Charakterzeichnung. Einige Charaktere wie Linda, Phil oder Carolyn Hill sind nach dieser Staffel nichts weiter als austauschbare, leere Hüllen. Andererseits gibt es vor allem in Person von Jim Rennie einen unglaublich charismatischen Bösewicht, den man nach anfänglichem Mitleid mittlerweile zu hassen liebt und der ein hervorragender Antagonist für die zweite Staffel werden wird.

Auch wenn nicht immer alles perfekt war, so wird man doch dran blieben wollen, um herauszufinden, was die Kuppel nun eigentlich genau ist und welchem Zweck sie dient. Und vielleicht auch, um zu sehen, wie Junior irgendwann ins Gras beißt.

Alles in allem also ein gutes Ende für eine interessante neue Serie. Ich jedenfalls werde noch etwas länger "Under the Dome" bleiben.

Melanie Wolff - myFanbase

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