Bewertung: 6

Review: #3.12 Das Böse geht weiter

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In dieser Episode ging es wieder ähnlich wie im letzten Staffelfinale zu. Es gab eine Auflösung für die Hauptstory, doch bei den Nebenstorys (und auch der Hauptstory selbst noch einmal) gab es hauptsächlich vorbereitende Maßnahmen für die kommende Season. Daher fällt es mir wieder besonders schwer, diese Folge als Einzelnes einzuschätzen, doch ich werde mich einmal daran versuchen.

Go crawl back into your holes you creepy cold freaks.

Das Staffelfinale hält auf jeden Fall eine kleine Überraschung für uns bereit. Nicht nur Eric überlebt wie erwartet, sondern auch Russell wird vorerst gerettet. Er sah wirklich ziemlich abartig aus. Sookie zeigte gegenüber Russell ja erstaunlich sadistische Züge, die man so von ihr gar nicht gewohnt ist. Insgesamt leistete sie aber auch einen wirklich starken Auftritt. Erst noch im Fangtasia, als sie die drei Vampire in die Schranken weist, und dann noch einmal gegen Ende, als sie erneut und diesmal definitiv ihre Einladungen für Bill und Eric zurückzieht und darauf einfach mal vom Erdboden verschwindet. Da man ja mittlerweile weiß, dass die Serie üblicherweise in der neuen Staffelpremiere direkt am letzten Finale ansetzt, bin ich schon durchaus gespannt darauf, Sookies neue Welt wiederzusehen und vielleicht etwas mehr über diese seltsame Art zu erfahren.

Russell soll derweil einzementiert werden und dafür taucht Alcide pünktlich zum Staffelfinale wieder auf. Zunächst dachte ich, dass jetzt noch etwas mit ihm passieren würde, aber so wird mir nur noch unklarer, warum er überhaupt als Charakter eingeführt wurde. Er diente lediglich dazu, ein wenig Randstory zu kreieren und mit Sookie zu flirten. Na ja, es wird vielleicht deutlich, dass ich ihn nicht wirklich leiden kann. Vielleicht ändert sich das ja noch, aber momentan sehe ich es nicht. Für mich war er nicht nur überflüssig, sondern als Charakter auch noch völlig uninteressant.

Kommen wir aber zurück zu Russell und Erics Erscheinungen von Godric. Interessanter Zeitpunkt, um ihn zurück zu holen, vor allem da nicht so ganz klar wird, was das Ganze sollte. Es brachte Eric ja nicht wirklich dazu, Mitgefühl für Russell aufzubringen. Es könnte aber vielleicht dazu geführt haben, dass er ihn nicht umgebracht hat. Und vielleicht folgen die Schuldgefühle ja dann in der nächsten Staffel und er wird ihn wieder zurückholen. Als Bill Eric auch noch in den Zement stieß, war ich ziemlich geschockt. Für einen kurzen Moment glaubte ich tatsächlich, dass er vielleicht auch bis zur nächsten Staffel da bleiben und dann Sookie ihn retten würde oder so. So hatte er aber dann wohl endlich einen Grund, Sookie die Wahrheit zu sagen, was für uns auch durchaus interessant zu erfahren war. Für mich war es jetzt nicht wirklich der große Schock, dass Bill das damals getan hat, da wir ja schon irgendwie wussten, dass er Sookie nicht wirklich aus persönlichem Interesse kennen gelernt hat, sie jetzt aber wirklich liebt. Natürlich sieht das für Sookie anders aus und sorgt eben für ihren Zusammenbruch und ihre Flucht aus der Realität. Erics Entschuldigung gegenüber Sookie kam mir ehrlich gesagt nicht wirklich glaubwürdig war, aber nun gut. Dafür hatten Eric und Pam am Ende noch eine gute Szene, so dass Bills Plan ziemlich in die Hose gegangen ist. Der legte in dieser Folge richtig los und legt sich auch noch mit Sophie-Anne an. Ich bin gespannt, was auch aus diesem kleinen Kämpfchen wird. Wie immer werden gute Grundlagen für die neue Staffel gelegt, nur leider können die neuen Staffeln diese dann meistens nicht wirklich zufriedenstellend auflösen... Trotz allem bleibt die Hoffnung, dass Bill vielleicht in der kommenden Season etwas interessanter wird, wenn er nicht mehr in jeder Folge Sookie beschützen muss und sonst nicht wirklich viel zu tun hat.

I'm gonna be a minister's wife. I'm gonna be happy, at last.

Unwissentlich machen die beiden Freundinnen, Sookie und Tara, in der Episode ähnliche Entwicklungen durch. Während sie bei Sookie nämlich am Ende dazu führen, dass sie die Realität verlässt, scheint Tara zumindest Bon Temps den Rücken gekehrt zu haben. Ihre Mutter war auch wieder wirklich furchtbar und sicher einer der vielen Tropfen, die das Fass dann im Finale zum Überlaufen brachten. Die neue Frisur steht ihr jedenfalls schon mal viel besser. Ich glaube nicht daran, dass wir Tara nicht mehr in der Serie sehen werden, aber stören würde es mich ehrlich gesagt nicht. Was mich überrascht hat, war, dass Tara nichts von Sams Shapeshifting wusste. Dachte, das sei nach Staffel 2 allgemein bekannt. Kann aber gut sein, dass die meisten das mit dem vielen anderen, was sie durch Maryann erlebt haben, wieder vergessen haben. Ich fand es jedenfalls gut, dass Sam so ehrlich war und das nicht weiter verheimlichen will. Es zeigt, dass auch er eine Entwicklung durchgemacht hat.

Wie weit diese Entwicklung geht, durfte man im Finale dann auch beobachten. So ganz blicke ich noch nicht durch, muss ich ehrlich gesagt gestehen, wie sich das jetzt alles ergeben hat. Wahrscheinlich war es das Aufeinandertreffen mit seiner gestörten Familie und Tommys ständige Provokationen, die dazu führten, dass er sich jetzt nichts mehr gefallen lässt und auch keine Kompromisse eingeht. Dass er auf Tommy geschossen hat, war jedenfalls ziemlich schockierend und wohl eine der überraschendsten Szenen dieser Episode. Ich kann mir nicht vorstellen, dass Tommy tot ist, vielleicht hat er ihn auch gar nicht getroffen, sondern wollte nur einen Warnschuss abgeben. Na ja, eben wieder eine Szene, die das Warten auf Staffel 4 noch länger erscheinen lassen soll.

Auch bei Hoyt und Jessica gibt es am Ende einige Szenen, die auf ein Ende mit Schrecken hinweisen könnten. Zwar fallen die beiden sich wunderbar süß in die Arme, als Hoyt eine Wohnung oder ein Haus für die beiden organisiert hat und sie heiraten will, doch gibt es am Ende der Szene ein seltsames Bild mit ungeheurer Musik unterlegt. Dazu kommt dann eben noch, dass Maxine eine Waffe käuft. Okay... Ich könnte mir sogar vorstellen, dass eben nicht Jessica in Staffel 4 draufgehen wird, sondern Maxine versehentlich Hoyt erschießt, weil der sich in seiner unendlichen Naivität (oder Liebe, was immer man passender findet) vor Jess wirft. Ich rieche jedenfalls Drama und es gefällt mir nicht wirklich, da die beiden wie schon erwähnt das einzig angenehme und wunderbare Paar in dieser Serie sind. Alle anderen Paare sagten mir bisher wenig zu. Terry und Arlene gefallen mir vielleicht noch ganz gut, wobei ich mir nach deren neuer Story auch nicht so ganz sicher bin. Auch da scheint es, als bringe die Zukunft eher Unheil. Ziemlich lächerlich war es jedenfalls von Maxine und Summer eine Art Intervention für Hoyt abzuhalten, wie man sie normalerweise bei Alkohol- oder Drogenabhängigen macht, nur weil er eine Vampirin liebt. Aber so konnte er eben noch einmal zeigen, wie toll er ist. Schmacht...

Sometimes the right thing to do is the wrong thing.

Auch für die dämliche Crystal-Story gab es dann also eine Auflösung. Jason soll jetzt der Patron einer Inzest-Werpanther-Drogendealer-Familie werden. Okay... Eine mehr als absurde Wendung, doch ich muss gestehen, dass ich durchaus interessiert daran bin. Es könnte mal wieder eine gute Jason-Story geben, da sie nichts mit einem Sexhäschen zu tun hat. Am Ende lässt er gegenüber Andy sogar noch ein paar Weisheiten los. Das kann ja heiter werden...

Der letzte Charakter, der es in dieser Episode dick ab bekommt, ist Lafayette. Er erfährt, dass Jesus anscheinend ein Hexer oder was auch immer ist (na super, schon wieder ein neues mythisches Geschöpf) und scheint nicht mal wirklich schockiert darüber. Das wird sicher auch noch etwas Interessantes geben in der nächsten Staffel. Lustigerweise sage ich das aber irgendwie immer am Ende einer "True Blood"-Staffel oder gar –Folge und dann wird leider nichts daraus. Ich weiß jedenfalls noch nicht, was ich davon halten soll und behalte daher mein Urteil für mich, bis es im nächsten Jahr erneut losgeht.

Fazit

Insgesamt hat mir die Folge eigentlich ganz gut gefallen. Ich fand es mal gut, dass aus dem typischen Schema ausgebrochen wurde und der böse Antagonist eben nicht sterben musste und damit die Staffelstory beendet wurde. Und da dieser Antagonist der mehr als geniale Russell Edgington ist, war ich umso erfreuter. Sookie zeigte sich stark und hat keine Lust mehr auf den Männer-Bullshit, was auch eine gute Entwicklung war. Ansonsten wurde eben wieder viel für Staffel 4 vorbereitet, auf die ich mich durchaus freue. Ein wirklicher Knüller war die Folge aber auch nicht. Da gibt es Serien, die Staffelfinals weitaus spannender und mitreißender inszenieren als "True Blood", aber dafür war der Weg hierhin durchaus unterhaltsam und kurzweilig. Lieber ein schwaches Finale als eine schwache Staffel.

Nadine Watz - myFanbase

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