Bewertung

Review: #3.10 Verdacht

Endlich erfahren wir, was Sookie ist, und es gibt einige wirklich herzerweichende aber auch spannende und lustige Szenen. Wären da nicht Tara und Tommy, hätte die Episode kaum besser sein können.

I'm a fairy? How fucking lame!

Auch wenn man uns nun wirklich lange genug hat zappeln lassen, war es dann doch schön, dass wir schon direkt zu Beginn erfahren, was Sookie denn nun ist. Eine Elfe also. Okay, damit hätte ich nicht unbedingt gerechnet. Lustig fand ich es, dass man eventuellen Einwänden von Fans gleich entgegentrat, indem man Sookie selbst ausrufen ließ, wie armselig diese Auflösung denn nun sei. Es erklärt jedenfalls die ganzen Vampire, die immer sofort scharf auf Sookie waren und könnte wirklich zumindest einen Teil von Erics Faszination mit ihr erklären. Dass Bill sie allerdings wirklich liebt, nehme ich ihm schon ab. Es erinnert ein wenig an die typischen Liebesfilme à la "Eine wie keine". Wir können mittlerweile nämlich wohl davon ausgehen, dass Bill von Sophie-Anne auf Sookie angesetzt wurde, auch wenn der das ihr gegenüber immer noch leugnet. Dann hat er sich aber wirklich in sie verliebt und kann jetzt nicht mehr ohne sie leben, bla bla bla.

Zugegebenermaßen nicht unbedingt wahnsinnig originell, aber die beiden hatten wirklich eine wunderschöne Szene, die auch mich als Nicht-Sookie-mit-irgendwem-Shipper berührte, als Bill Sookie mehr als deutlich erklärte, warum er sie liebt. Dahin spielt natürlich die ganze Story rund um Eric, der einen auf Märtyrer macht. Am Ende macht Sookie wieder einen ihrer berühmten Schnellschüsse und begibt sich dadurch in Gefahr, weil Eric Pam Recht gibt, dass er Sookie zumindest in irgendeiner Form "benutzen" sollte, um an Russell zu kommen. Das kann ja noch spaßig werden. Und wenn ich so drüber nachdenke, kann ich ehrlich gesagt auch verstehen, dass Bill diesen ausgeprägten Beschützerinstinkt ihr gegenüber aufweist. Sie bringt sich ja auch durch eigenes Verschulden ständig in die dämlichsten Situationen...

Them fuckers is a whole new dimension of trash.

Lafayette weiß also auch von der Kraft des Vampirbluts und es ist eigentlich schon ziemlich unglaubwürdig, dass tatsächlich mittlerweile immer noch kein Wissenschaftler davon Wind bekommen hat und das Blut zu seinen eigenen Zwecken nutzen will. Bill erklärte ja damals Sookie, dass die Menschen das aus diesen Gründen eigentlich nicht wissen sollen. Aber allein von unseren Hauptcharakteren wissen es ja nun fast alle. Der V-Trip mit Jesus war etwas seltsam und Lafayette schien ja nicht so angetan zu sein wie sein Liebhaber. Irgendetwas scheint jedenfalls hinter Lafayette zu stecken, das wir noch erfahren sollen. Aber hoffentlich führt es nicht zu irgendeiner widerlichen Story mit Jesus, den ich eigentlich sehr niedlich finde. Der Style des Trips erinnerte mich jedenfalls an eine Geisterbahn, eine abgedrehte Psycho-Geisterbahn.

Mit seinem Spruch muss ich Lafayette jedenfalls Recht geben. Crystals Familie ist wirklich ziemlich trashy und dazu auch noch sehr nervig und nichtssagend. Nach dem Ende hat man fast das Gefühl, Crystal sei nur dazu da, dass man noch eine neue Spezies einführen kann: Irgendwelche komischen Panther-Menschen. Ansonsten ist ihre Geschichte einfach nicht interessant und hat auch irgendwie keinerlei Bezug zu den eigentlich wichtigen Charakteren der Serie, außer dass Jason sich immer mehr in irgendwelchen Mist verstrickt, indem er wieder eine Tussi an Land zieht.

Und wenn wir schon bei "trashy" sind, dürfen natürlich zwei Personen nicht unerwähnt bleiben. Da ist wieder einmal Tara, die mich wirklich in den Wahnsinn treibt. Ich weiß, dass ich das seit einigen Wochen schon in jeder Review schreibe, aber ich kann es auch wirklich kaum aushalten und es stört mich ganz ehrlich in jeder Szene, in der ich ihr Gesicht erblicken muss. Was dort abgeht, ist wirklich schauderhaft. Wild zitternde Lippen, in alle Richtungen zuckende Augenbrauen und eine mimische Unberechenbarkeit sondergleichen. Das ist einfach dermaßen overacted, dass es selbst für "True Blood", eine Serie, die sich völlig dem Trash hingibt, einfach zu viel ist. In der ersten Szene steht sie zunächst völlig verängstigt und am ganzen Leib zitternd dort und plötzlich wird ihr Gesichtsausdruck von einer Sekunde auf die andere eiskalt und abgeklärt und sie bringt Jason dazu, ein Loch zu graben. Ansonsten gibt es darüber wirklich nicht viel zu sagen, denn die Story ist lahm. Lahmer als die Tatsache, dass Sookie eine Elfe ist, was die sicherlich anders sehen würde.

Und die zweite Person ist natürlich Tommy, mit dessen Charakter es nur noch bergab geht. Es ist einfach abartig, wie er Jessica anmacht, die offensichtlich nichts von ihm will. Ich bin auch froh, dass man darauf überhaupt nicht eingeht, sondern stattdessen eventuell Jess und Hoyt wieder zusammenbringt. Das wäre wirklich super. Die Szene am Anfang mit Summer, die Hoyt verführen will, um ihn abzulenken, war zwar wirklich sehr amüsant, aber Jess und Hoyt sehe ich natürlich lieber zusammen. Für einen kurzen Moment dachte ich ja, dass Tommy Hoyt wirklich umbringt. Und nach dem Ende dieser Szene bin ich mir auch noch nicht mal ganz sicher, dass dem nicht so ist. Ansonsten ist die Story der beiden schon auch wieder ein ziemliches Klischee. Ich meine, das Mädchen (sonst auch gerne mal der Junge), das glaubt nicht gut genug für den anderen zu sein und der festen Überzeugung ist, dass dieser sie nicht halb so gern mögen würde, wenn er alles über sie wüsste, ist nicht unbedingt die Innovation des Jahres. Aber es funktioniert.

Und auch die kleinen Momente sollte man zu schätzen wissen. Deshalb gefiel mir die Szene sehr gut, in der Jess das brennende Kreuz vor dem Haus sieht und Bill ihr väterlichen Beistand leistet und ihr dabei klarmacht, dass das der absolut schlechtest mögliche Zeitpunkt für einen Racheakt ist.

Was sonst noch geschah...

  • Sam hat also eine Vorgeschichte, die mit seinem Wutausbruch zu tun hatte. Okay... War etwas seltsam, aber mal sehen, ob es dazu noch etwas geben wird. Holly ging mir wieder schwer auf die Nerven und ich hab auch schon gar keine Lust nachzuschlagen, was eine Wicca ist. Man wird es mir sicher im Laufe der nächsten Staffel näherbringen, wie ich das Gefühl habe. Gut gefiel mir Sams Reaktion, als Tommy wieder selten dämlich war: "Tommy, it's not respect if your employees think you're a psychopath." Leider gibt es ja auch in der normalen Welt genug Menschen, die Angst mit Respekt verwechseln.

  • Terry war einfach wahnsinnig süß, als Arlene ihm die Wahrheit über das Baby sagte. Schade, dass sie ihm nicht die Wahrheit sagt und stattdessen wohl das Baby heimlich abtreiben will. Aber wer weiß, was dabei herauskommt. Am Ende wird es wirklich ein kleines Monsterbaby, weil Holly ihr Unwesen mit dem Ungeborenen treibt...

  • Mein Schatz und Liebling aus Staffel 2, Steve Newlin, ist mir während der Episode gar nicht aufgefallen, erst in den Credits hab ich ihn gesehen und dann schnell nochmal zu seiner Szene geskippt. Er war jedenfalls wieder großartig. Außerdem gefällt es mir, dass durch solche kleinen Dinge immer wieder die Kontinuität bewahrt wird.

  • Oh mein Gott. Der Super-Nerd Navid aus "90210" als männliche Hure? Göttlich. Russell konnte einem in seiner Trauer ja fast Leid tun. Ich bin gespannt, ob er wirklich am Ende der Staffel das Zeitliche segnen muss. Eigentlich ist es ja schon fast zu vorhersehbar, nachdem genau das schon in Staffel 1 und 2 mit dem Feind passiert ist. Andererseits ist es auch schwer vorstellbar, dass Eric Russell besiegen kann. Es wird wohl weiter spannend bleiben. Hoffentlich.

Fazit

Insgesamt war es wirklich wieder eine klasse Folge, die mir wahnsinnig gut gefallen und mich gebannt vor dem Schirm gehalten hat. Kleinigkeiten waren wieder nervig, aber diese Kleinigkeiten werden sich wohl nicht so schnell von der Castliste löschen lassen. Da es jedoch dadurch auch nicht perfekt war, gibt es wieder mal acht Punkte.

Nadine Watz - myFanbase

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