Bewertung: 9

Review: #2.07 Lass mich frei

Wow, was für eine spannende Folge. Diesmal war sie sogar so nervenaufreibend, dass ich am Ende nicht widerstehen konnte und direkt die nächste Episode hinterherschieben musste. Deshalb gibt es diesmal statt acht auch direkt neun Punkte für eine Folge, bei der mich keine Story und auch keine Szene wirklich gelangweilt hat.

She is so fucking weird...

Du sagst es, Tara. Endlich war es so weit und keine Sekunde zu spät. Wir erfahren endlich von Daphne, was es mit Maryann auf sich hat, und wenig später muss sie dran glauben. Sie kann also die Menschen wie kleine Spielzeugautos von innen steuern. Immer wenn sie das tut, haben sie diese schwarzen Zombie-Augen. So lässt sie auch Eggs ihre Drecksarbeit erledigen, statt Daphne einfach selbst umzubringen. Abartig. Sie ist unsterblich und keiner kann wirklich was gegen sie tun. Super. Ich bin gespannt, wie man sich da am Ende herauswindet. Nur die Übernatürlichen kann sie nicht beherrschen, sie müssen freiwillig überlaufen. Hat sie sich Tara also einfach so ausgesucht, weil es ihr Spaß macht, Leute für ihre Zwecke zu missbrauchen, die es ohnehin schon schwer im Leben hatten? Oder hat es wirklich etwas mit Sam zu tun? Kann ich mir eigentlich schwer vorstellen, immerhin hat sie Tara bisher nie benutzt, um an ihn heranzukommen. Für den war es schon ein ziemlicher Schock, konnte seinen Ärger verstehen, aber wirklich berüht hat es mich dann auch nicht. Es ist eben Sam, der für mich immer eine Randfigur bleiben wird.

Maryanns Gelage haben noch andere Konsequenzen. Terry bricht seinem Bruder den Arm, der als einziger gesehen hat, was bei Maryann abgeht, dem aber keine glaubt. Ich hoffe, dass es am Ende gut für ihn ausgeht und er zumindest im Nachhinein die Bestätigung erhält, denn er hat mir schon irgendwie Leid getan. Außerdem glaubt Arlene nun, dass sie Terry "vergewaltigt" hat, indem sie ihn betrunken gemacht hat. Ich dachte ja erst, sie befürchtet eine Schwangerschaft. So hat mich das jetzt nicht wirklich interessiert, muss ich ganz ehrlich sagen.

Just don't freak out if I look a little... dead.

Jessica und Hoyt sind nach wie vor zuckersüß. Nun erfahren wir auch endlich, dass Hoyt bereits 28 ist. Schon etwas grenzwertig, aber als Vampir sieht das Ganze dann wohl etwas anders aus, nehme ich an. Trotzdem scheint Jess ja immer noch minderjährig zu sein. Da Hoyt aber sowieso eher wie ein Junge im Collegealter wirkt, geht das noch in Ordnung. Nun wollen die beiden ihr erstes Mal miteinander haben. Das wird mit Sicherheit nicht so reibungslos ablaufen, wie sie es derzeit hoffen. Das würde einfach nicht zu "True Blood" passen.

You are going to hell and you are going there today!

Kommen wir endlich zu den richtigen Storys dieser Episode. Erstmal der Sex von Sarah und Jason, woraufhin die - dämlich und extrem naiv, wie sie ist - Steve davon erzählen will. Außerdem glaubt sie die Erleuchtung gehabt zu haben, worauf Jason mit einer typischen Weiberheld-Reaktion kommt: "Wow, that's intense...", was in etwa so viel bedeutet wie: "Reg dich ab, es war nur Sex." Sarah erinnerte mich auch direkt an Grace aus "The Secret Life of the American Teenager", die sich auch nach dem Sex schlecht fühlt, weil sie es so toll fand und kein schlechtes Gewissen hat. Auch in ihrem Schauspiel waren die beiden sich in dieser Episode irgendwie ähnlich.

Dann nimmt alles eine seltsame Wendung, als Steve Newlin auf einmal klar wird, dass Sookie Jasons Schwester ist. So ganz habe ich das jetzt nicht kapiert. Er wusste, dass sie die Telepathin ist, aber nicht, dass sie Stackhouse heißt? Woher wussten sie denn dann überhaupt, wen sie kidnappen wollten, wenn sie nicht mal Sookies Namen kannten? Alles etwas seltsam. Was mir aber gut gefallen hat, war, dass Jason sofort alle seine Kräfte mobilisiert, als es darum geht, dass seine Schwester beleidigt wird. Das kommt nach Staffel 1 auch nicht wirklich überraschend und hat hier gut gepasst. Bei mir konnte er damit jedenfalls endlich mal wieder Punkte sammeln. Dass Sarah am Ende auf ihn schießt, war ja schon etwas schockierend. Natürlich wird Jason die Sache überleben, aber war das nicht etwas übertrieben? Irgendwie mutet auch dieses "Ende" etwas seltsam an. War das die ganze Sexgeschichte wirklich wert? Aber vielleicht wird die Sache ja in den kommenden Folgen noch in irgendeiner Weise gerechtfertigt.

You are in love... with a human. That's so tragic, it's funny.

Die Sache rund um Bill war entgegen meiner Erwartungen tatsächlich spannend. Obwohl ich die ganze Zeit über schon vermutet hatte, dass Eric derjenige sein wird, der zu Sookies Rettung eilt (allerdings hatte ich die bereits etwas früher vermutet), war das Hin und Her mit Lorena und Bill doch nervenaufreibend, da ich hin- und hergerissen war und die ganze Zeit gespannt wie ein Flitzebogen, wer es nun zuerst schafft und ob Bill sich von Lorena losreißen kann. Auch die Blutungen, weil sie nicht schlafen, waren interessant. Hätte nicht gedacht, dass die Reaktionen gleich so extrem sind. Was die Flashbacks angeht, fand ich sie zwar interessant, konnte aber nicht wirklich aufpassen, da ich die ganze Zeit lieber wissen wollte, wie es mit der eigentlichen Story weitergeht. Außerdem hätte ich gerne gesehen, wie es zur Entwicklung von Bill gekommen ist, dass er von einem blutsaugenden Monster zu einem Vampirhasser wird. Etwas beigetragen haben die Rückblicke aber dennoch.

What is it that you find so compelling about human companionship?

Eric... Noch so ein Charakter, aus dem man nicht schlau wird, aber hier passt das auch nur zu perfekt. Einerseits hat er Lorena gegenüber schon geäußert, dass er Sookie für sich will, Isabel gegenüber leugnet er dann aber jedwede Zuneigung. Er scheint sich also selbst noch nicht so wirklich eingestehen zu wollen, dass mehr dahinter steckt. Im Moment kann er es einfach nicht leiden, dass er über jemanden keine Kontrolle hat, und will das ändern. Sookie hat keine Angst vor ihm, sie reagiert nicht auf Glamor und sie ist etwas Besonderes. Alles Dinge, die ihm zusagen. Wir dürfen dann wohl - evtl. auch noch in den kommenden Staffeln - dabei zusehen, wie sich langsam mehr daraus entwickelt und Eric dies auch selbst erkennen muss. Das ist der Stoff, aus dem die Frauenromane sind! Aber mit ein wenig Ironie und im üblichen Trash-Stil der Serie könnte das ganz spaßig werden.

Wir sehen erneut einen Eric, der um Godric Angst hat und dafür sogar eine Träne vergießt. Hat mich jetzt nicht wirklich berührt, dafür war die Szene auch einfach zu kurz und wenig bewegend inszeniert. Was irgendwie deutlich wurde, ist, dass Bill definitiv ein besonderes Exemplar unter den Vampiren ist. Selbst Isabel, die ihren Hugo vermeintlich liebt, sieht ihn eher als ein Spielzeug an, ein Wissenschaftsprojekt, wie sie selbst sagt. Da hat es Sookie wohl wirklich gut getroffen, denn Bill scheint sie als einziger ehrlich zu lieben. Ich bin zwar nicht der größte Bill-Fan, aber momentan würde ich es durchaus schade finden, wenn die Beziehung in den kommenden Episoden an irgendeinem Schmarrn zerbricht.

Die letzten Minuten sind dann ein wahres Nervenfest. Sookie findet heraus, dass Isabels Hugo der Verräter ist, der in Kontakt mit der "Fellowship of the Sun" steht, sie kontaktiert den Telepathen im Hotel, damit der ihr aus seiner Bedrängnis hilft, plötzlich wird sie angegriffen und fast vergewaltigt, während Barry die Nachricht über Sookies Lage überbringt und Eric sofort losrast. Am Ende musste ich wirklich fast die Luft anhalten und dann war es gar nicht Eric, der als erstes auftaucht, sondern Godric höchstpersönlich. Mir gefällt die Ironie, dass ein 2000 Jahre alter und in der Umgebung wohl stärkster Vampir gerade mal so aussieht, als könnte er in "High School Musical" mitspielen.

Fazit

Ich habe gar nicht viel zu sagen. Geniale Folge, die mich ständig in Atem hielt. Schnell zur nächsten Episode, da ich es ohnehin kaum aushalten kann und mich das Serienfieber seit Langem endlich wieder gepackt hat.

Nadine Watz - myFanbase

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