Bewertung: 3

Review: #12.21 Das Plagiats-Problem

Foto: Melissa Rauch, The Big Bang Theory - Copyright: Warner Bros. Entertainment Inc.
Melissa Rauch, The Big Bang Theory
© Warner Bros. Entertainment Inc.

Wenn es eine Storyline gibt, die man in dieser Staffel noch zu einem erfolgreichen Ende bringen will, dann ist es wohl die um die Nominierung für den Nobelpreis. Sheldon will diesen Preis quasi seit Geburt an haben und es war eigentlich schon immer klar, dass es auch irgendwie darauf hinaus laufen wird. Nur das Wie stand nach den ganzen Schwierigkeiten der letzten Zeit noch in Frage. Diese ist mit dieser Episode wohl beantwortet.

"I heard the only work he did on his thesis was googling, 'Where can I buy a thesis?'"

Statt über echte wissenschaftliche Leistung zu diskutieren und Pemberton und Campbell zu diskreditieren, weil sie noch nicht mal verstanden haben, was sie da eigentlich entdeckt haben, geht man einen anderen Weg. Man lässt Kripke aus dem Nichts auftauchen, damit dieser zufällig Pemberton kennt und weiß, dass er seine Abschluss erschummelt hat. Außerdem schafft er es, innerhalb kürzester Zeit, die Beweise dafür zusammenzutragen. Das sind schon viele seltsame Zufälle, zumal Kripke doch bitte schön schon früher von Pemberton gehört haben müsste und die Chancen für den Nobelpreis bekannt waren. Immerhin tourten sie durch die Talkshows. Wieso hat Kripke da nicht schon mal für Aufmerksamkeit gesorgt? Mediales Interesse hätte es gewiss gegeben. Naja. Dass er ihn überhaupt kennt, ist schon sehr zufällig. Und wieso er innerhalb kürzester Zeit beweisen kann, dass die Arbeit ein Plagiat war, lässt auch nur fragen, ob zig Absolventen in ihren Aktentaschen und Aktenordnern belastendes Material gegen andere horten, um es im richtigen Moment herauszuholen. Wie man merkt, bin ich mit dieser Ausrichtung der Storyline alles andere als zufrieden. Das ist zu sehr an den Haaren herbei gezogen. Dass sich Cambpell dann auch noch gegen seinen Kollegen richtet und mit dessen Frau eine Affäre hat, ist das das i-Tüpfelchen an der Seifenoper. Das ist einfach kein gutes Writing.

"It's sweet that you want to help, but we don't want you compromising your integrity for us."

Positiv an der gesamten Storyline kann man trotzdem die Reaktionen unserer Hauptcharaktere sehen, denn diese agieren ungewohnt aber sehr nachvollziehbar. Amy und Sheldon erfahren von dem möglichen Plagiatsvorwurf gegen Pemberton und entscheiden sich, das nicht zu nutzen, um ihre mit ihnen verwobenen Konkurrenten aus dem Verkehr zu ziehen. Das muss man ihnen tatsächlich hoch anrechnen, weil sie emotional ja durchaus Einiges ertragen mussten in diesem Zusammenhang. Ein aktives Eingreifen hätte ich ihnen zugetraut und auch nicht übel genommen, denn wenn sie die Nobelpreis nicht bekommen sollten, dann wenigstens, weil jemand herausragend ist und es ebenfalls verdient hätte. So ähnlich sieht es offenbar auch Leonard , der die Situation auch nicht ertragen kann und deswegen selbst derjenige sein möchte, der ihnen hilft. Hier zeigt sich eben mal wieder, dass Leonard ein echter Freund ist. Eigentlich schade, dass es doch nicht dazu gekommen ist.

Wie geht es nun weiter? Es ist zu erwarten, dass sich Pemberton zurück zieht und Campbell sich eventuell auch gleich verabschiedet, weil er ebenfalls einsieht, dass er eigentlich keinen Preis verdient hat. Jedenfalls sind die Grundlagen gelegt, damit der Weg für Sheldon und Amy frei ist. Aber vielleicht kommt den Autoren ja noch eine geniale Idee, die eine überraschende, dämliche Änderung mit sich bringt.

"The restaurant manager already called. You really creeped a lot of people out."

Die Nebenstoryline um Bernadette und Howard konnte leider auch nicht überzeugen. Bernadette erzählt, dass aus der Cheesecakefactory damals noch jemand ein Auge auf Howard geworfen hätte, will aber nicht sagen, wer, sodass Howard seine ungebremste Neugier natürlich nicht zügeln kann und Nachforschungen betreibt. Bernadette wusste ganz genau, was sie damit anstellt. Und natürlich stellt Howard mal wieder was an. Zum Glück erfährt man keine Details, aber es wäre mit Sicherheit wieder etwas zum Fremdschämen gewesen. Insofern ist das Nichtwissen die Stärke dieses Teils. Da braucht man auch keine weiteren Worte verlieren. Das war wenig kreativ, wenig witzig und Howards Verhalten war wieder mal peinlich.

Fazit

Leider kann die Hauptstory in dieser Episode inhaltlich gar nicht überzeugen und nur die Zwischentöne der Charaktere sind interessant und nachvollziehbar umgesetzt. Die Nebenstory ist genauso blass und so muss ich nach den zuletzt wieder eher besseren Folgen feststellen, dass es eben auch einfach ist, auch wieder eine Episode in den Sand zu setzen. Ich hatte gehofft, dass dies nicht mehr passiert so kurz vor dem Ende der Serie, aber leider ist es doch noch mal eingetreten. Drei Mal können es alle Beteiligten noch mal besser machen.

Emil Groth - myFanbase

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