Bewertung: 8

Review: #11.15 Die Professor-Proton-Personalie

Foto: Jim Parsons, The Big Bang Theory - Copyright: Warner Bros. Entertainment Inc.
Jim Parsons, The Big Bang Theory
© Warner Bros. Entertainment Inc.

In der 15. Episode werden in "The Big Bang Theory" tatsächlich zwei Themen fortgeführt, die zuvor schon eine Rolle spielten. Dabei darf Sheldon wieder eine riesige Entwicklung nehmen, während Leonard auf der Stelle tritt.

"It's murder" – "Figured that out yourself, genuis?"

Die große Ankündigung aus einer der letzten Episoden, dass Leonard ein Buch schreibt, wird in dieser Episode sofort umgesetzt, denn Leonard hat einen Teil auf seiner Schreibmaschinentastatur (coole Idee) fertig gestellt und stellt dies nun Bernadette und Penny vor. Diese sind beide unschlüssig, auf welcher Person die Chefin basiert und schieben sich diese fiese, augenrollende Figur gegenseitig zu, sodass Leonard ein Rechtfertigungsproblem hat, nur um dann herauszufinden, dass beide eigentlich nichts damit zu tun haben. Denn es ist seine Mutter, die er unterbewusst im Kopf hatte, als er das Kapitel geschrieben hat. Das macht durchaus Sinn und war auch insgesamt eine äußerst amüsante Geschichte, vor allem, weil die Umsetzung der Buchsequenzen mit den Charakteren natürlich grandios waren. Allerdings finde ich es seltsam und geradezu unlogisch, dass Leonard seinen Protagonisten so dermaßen idiotisch darstellt. Alles, was er sagt, ist wirklich nur zum Augenrollen. Das mag etwas mit der Autorenfähigkeit von Leonard zu tun haben, aber dass ihm nur die offensichtlichen Dinge einfallen und er sie als Errungenschaft feiert, ist arm. Nun mag er sich in der Gegenwart seiner Mutter so fühlen, aber beim Schreiben des Buches hätte man sich doch deutlich heroischer dargestellt. Insofern wurde ich die ganze Zeit das Gefühl nicht los, dass Leonards Figur extra so plump war, damit man auch einfach zu seiner Mutter verweisen kann. Das ist mir aber zu anspruchslos gewesen, denn letztlich bekommt Leonard auch für wirklich großartige Erfolge nur bedingt positives Feedback seiner Mutter, was ja das eigentlich Ärgerliche an der Beziehung ist. Im Buch gibt es aber nichts Großartiges, nur das Feststellen des Offensichtlichen. Da würde ich mich als Chef auch fragen, wie diese Nase es zu diesem Job gebracht hat. Ich hätte Leonard da einfach mehr zugetraut, doch leider scheint er das Thema jetzt wieder bleiben zu lassen. Ich hatte gehofft, dass man da eine größere Storyline draus macht, gerade weil man es in einer früheren Folge schon angedeutet hat.

"You can't critizise something you haven't see." - "I'm sorry, are you familiar with the Internet?"

In der zweiten Geschichte geht es um die Neuauflage von Professor Proton und Sheldons regelrechten Hass gegen Wil Wheaton. Für ihn ist es schwierig, zu akzeptieren, dass dieser nun die zentrale Figur seiner einstigen Lieblingsshow sein soll. Aus Prinzip verwehrt er sich dagegen, doch Amy kann ihn überreden, die Show wenigstens zu schauen, damit er dann weiß, was er daran nicht leiden kann. Nur kommt es ganz anders. Er liebt die Show und findet, dass Wil einen ausgezeichneten Job macht. Ich habe mich gefreut, dass er diese Hürde überwinden konnte und es ehrlich eingestanden hat, dass die neue Show ihm gefallen hat. Und er überwindet sogar seinen Stolz und sagt dies Wil Wheaton, auch wenn das natürlich nicht selbstlos ist, weil er sich davon auch erhofft, selbst mal in der Show auftreten zu können. Es wäre taktisch cleverer gewesen, das nicht in einen Zusammenhang zu bringen, aber so einen großen Sprung über seinen Schatten konnte er eben doch nicht machen. Trotzdem ist seine Entwicklung hier sehr amüsant (ebenso seine kindliche Freude während der Show) und mit diesem ersten Abschnitt auch noch gar nicht abgeschlossen.

"Sometimes Amy doesn't do things because she is worried how I might react."

Wil möchte nämlich gerne Amy in der Show haben. Diese lehnt es ab, um Sheldon nicht zu verletzen, wodurch er offenbar zum ersten Mal in seinem Leben darüber nachdenkt, dass andere Menschen anscheinend Rücksicht auf ihn nehmen. Auch diese Erkenntnis ist amüsant und irgendwie rechne ich es Sheldon auch hoch an, dass er sich nicht zu verteidigen versucht, sondern diese neue Erkenntnis annimmt und versucht sich zu ändern. Dass das nicht einfach ist, ist klar. Aber auch hier hat man es mit dem Schach und schließlich seiner Erkenntnis, dass es doch toll ist, wenn Amy in der Show ist, sehr gefühlvoll weiter erzählt. Auch das hatte Hand und Fuß und war einfach schön umgesetzt. Der Abschluss, bei dem Sheldon dann seinen Frust rauslassen muss, gefällt mir ebenfalls, denn eine Reaktion war notwendig bei einer derartigen Entwicklung. Auch hier hat man alles richtig gemacht, weil Sheldon eine gute und vor allem faire Bewältigungsstrategie anwendet. Das darf man ihm so zugestehen. Ich hoffe sehr, dass man das Thema Professor Proton noch mal aufgreift und Sheldon vielleicht doch einen Auftritt verschafft. Nach dieser Episode hätte er sich das irgendwie verdient.

Fazit

Diese Episode macht sehr viel richtig und konnte komödiantisch voll überzeugen. Allerdings ist Leonards Rolle in seinem eigenen Buch nicht schlüssig genug dargestellt, sodass es hier wohl nur des Witzes wegen so umgesetzt wurde. Das ist für mich aber immer ein K.O.-Kriterium, wenn es darum geht, 9/9 Punkten zu erreichen. Dabei hätte Sheldons Story die Höchstpunktzahl verdient.

Emil Groth – myFanbase


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