Bewertung: 8

Review: #12.17 Die britische Invasion

Foto: Jensen Ackles & Jared Padalecki, Supernatural - Copyright: Warner Bros. Entertainment Inc.
Jensen Ackles & Jared Padalecki, Supernatural
© Warner Bros. Entertainment Inc.

Die "Supernatural"-Episode #12.17 The British Invasion war voller Überraschungen. Angefangen bei den Vorgängen bei den britischen Men of Letters, durch die nun endgültig klargestellt sein dürfte, dass die nun tatsächlich hinter den Winchesters her sind, bis hin zur Hölle, wo es ganz danach aussieht, als würde auch Luzifer bald wieder in Freiheit wandeln. Es wird sich wieder mehr auf die großen Handlungsstränge der Staffel konzentriert und die vielen spannenden Fortschritte im Plot tun der Folge sehr gut.

"I choose to do the right thing."

Ich kann es nicht fassen, dass man Mick seine Ansichten ändern ließ, nur um ihn gleich darauf umzubringen. Vor allem nachdem er einen überzeugenden Hintergrund bekommen hat, der einiges an seinen Motiven erklären konnte und er mir gerade sympathisch wurde.

Nachdem es in der letzten Folge schon erwähnt wurde, bekommen wir die MoL-Akademie nun tatsächlich zu sehen. Auch wenn sie am Anfang wie eine ganz normale Schule erscheint, wird ziemlich schnell klar, dass es hinter verschlossenen Türen anders zugeht. Zwei Schüler gegeneinander zum Tod kämpfen zu lassen, nur um herauszufinden, wer der Stärkere der beiden ist. Doch das ist nicht das übliche Monster-Intro der Folge, sondern Alltag bei den Men of Letters. Das sind Methoden, bei denen ich mich echt frage, warum sie sich für besser als die Monster halten, die sie jagen. Außerdem scheint es ja ganz so, als würden sie sich auf verlorene Kinder spezialisieren, die alleine gelassen und dadurch leicht manipulierbar sind. So, wie es eben auch bei Mick gelaufen ist. Von der Straße aufgelesen, dankbar bei den MoL aufgenommen und vom ersten Moment an einer Gehirnwäsche unterzogen. Wie Soldaten Befehle ausführen, ohne weiter darüber nachzudenken oder nachzufragen. Auch wenn das bedeutet, den besten Freund umzubringen. Und bis zum heutigen Tag wird Mick von dieser Entscheidung verfolgt. Da hat er einem richtig leidgetan und es hat gleichzeitig gezeigt, was für einen großen und grausamen Einfluss die Organisation auf die einzelnen Mitglieder hat.

Auf jeden Fall erklärt das ziemlich gut, warum Mick so versessen auf den Code der Men of Letters ist. Doch siehe da, eine kurze Zeit zusammen mit den Winchesters reicht schon aus, um ihn seine Grundsätze überdenken zu lassen. Schon in der letzten Folge hat er mit seinen Befehlen gekämpft und dieses Mal lässt er sich von Sam und Dean überzeugen, Eileen davonkommen zu lassen. Nur ist es ein Jammer, dass ihn genau diese Wiederentdeckung seines Gewissens letztlich das Leben kostet. Dabei nennt Mick ironischerweise genau die Punkte, die die Winchester von den MoL unterscheiden. Sie retten Leben. Sie haben ein Gespür dafür, was das Richtige ist. Und gerade als er sich endlich nach all den Jahren gegen die MoL auflehnt, wird er einfach so von Ketch erschossen. Er wurde zum Problem, das ausgelöscht werden musste. "Assimilate or eliminate", wie sie es so poetisch nennen.

Dabei war Mick aber nur der Anfang. Denn nachdem die Men of Letters endgültig sicher sind, dass die Winchesters ihnen nicht dabei helfen werden, die restlichen amerikanischen Jäger zu bekehren, sind auch sie zu einem leidigen Problem geworden, das beseitigt werden muss. Passenderweise von keinem anderen als Mr. Ketch persönlich.

Doch da gibt es ja noch das zweite Jägerteam Mary und Ketch, deren Beziehung in diesem Zusammenhang wohl noch interessant werden dürfte. Schließlich ist Mary auch eine Winchester und sollte damit mit auf Ketchs Abschussliste stehen. Dabei harmonieren die beiden bei der Jagd wirklich gut miteinander. Währenddessen kommen sie mal wieder auf das Thema Familie und Job zurück, das schon die ganze Zeit um Mary herumschwebt. Sie möchte sich nicht entscheiden müssen und beides wählen. Familie und Jagd. Denn wie Ketch schon ganz richtig festgestellt hat, ein reines Familienleben ist nichts für Mary. Dafür hat sie einfach zu viele Jäger-Gene, mag die Gefahr und Spannung der Jagd viel zu sehr. Apropos aufregendes Leben - Mary und Ketch haben miteinander geschlafen. Na warte, wenn das mal Sam und Dean mitbekommen. Wobei es schon fast lustig war, wie sie gleich klargemacht hat, dass da nichts weiter läuft. Trotzdem weiß ich wirklich nicht, was ich davon halten soll.

"There is only one true ruler of hell."

In der Hölle scheint für Crowley derweil alles wunderbar zu laufen. Betonung auf scheint. Denn wie ich schon fast befürchtet habe, wird es wohl darauf hinauslaufen, dass Luzifer Crowley so lange in Sicherheit wiegen wird, bis der nicht mehr richtig aufpasst. Aber kann Crowley wirklich so leichtgläubig sein und Luzifer die Unterwerfungsmasche so einfach abkaufen? Ich hoffe jetzt einfach mal, dass auch Crowley wie schon bei den Fesseln seine eigenen Pläne verfolgt, denn sonst wird es für den König der Hölle bald sehr brenzlig. Schließlich hat Luzifer die Dämonen anscheinend immer noch unter seiner Kontrolle.

Es war klar, dass es früher oder später darauf hinauslaufen wird, dass Luzifer freikommt. Aber ich hatte gehofft, dass das nicht durch einen groben Fehler von Crowley passieren wird. Bis jetzt scheinen die Zeichen aber genau in diese Richtung zu deuten. Crowley hat einfach viel zu viel Freude daran, Luzifer zu erniedrigen und am Boden zu sehen als zu bemerken, dass der heimlich sein eigenes Spiel spielt. Trotzdem wird es hoffentlich noch ein bisschen dauern, bis sich Luzifer befreien kann, denn die Konfrontationen der beiden sind einfach unglaublich unterhaltsam anzusehen. Besonders, wenn sie sich mal von ihrer mächtigen und bösen Seite zeigen, wie z.B. als Luzifer den Dämon umbringt.

Randnotizen:

  • Was machen eigentlich Castiel und die Engel im Himmel, wenn selbst Eileen und die Winchesters Kelly eher ausfindig machen können?
  • Wer hätte gedacht, dass es einen Menschen gibt, der Dean unter den Tisch trinken kann?
  • Dagon als genervte Babysitterin ist herrlich anzusehen. Das war ja mal ein unangenehmer Arztbesuch.
  • Eileen aus #11.11 Into the Mystic ist wieder da! Es hat mich unglaublich gefreut, sie wiederzusehen. Sie ist nicht nur ein amüsanter und schlagfertiger Charakter, sondern passt auch super zu Sam. Nur wissen wir leider, was für ein Schicksal Sams Freundinnen meistens ereilt. Und Eileen hat die MoL schon auf ihren Fersen...
  • Also bei der Aussicht, dass Kelly bei der Geburt des Nephilim sterben muss, bekomme ich irgendwie Twilight-Flashbacks. Wie passt das überhaupt mit der Folge zusammen, in der Cas und die anderen Engel einen angeblichen Nephilim und seine Mutter gejagt haben? Die hätte dann ja eigentlich gar nicht am Leben sein dürfen.
  • Endlich ist der Colt wieder im Besitz der Winchesters, wie es sich auch gehört!
  • Müssen wir uns jetzt eigentlich vom Bunker verabschieden, nachdem die MoL dort ein- und ausgehen können?



Fazit

Man merkt, dass die Staffel langsam in die heiße Abschlussphase einkehrt. Die Haupthandlungsstränge von Kelly Kline und den Men of Letters sind schon einmal zusammengeführt worden. Jetzt fehlen eigentlich nur noch Himmel und Hölle im Mix und es kann losgehen.

Denise D. - myFanbase

Diese Episode ansehen:


Vorherige ReviewÜbersichtNächste Review

Diskussion zu dieser Episode

Du kannst hier mit anderen Fans von "Supernatural" über die Folge #12.17 Die britische Invasion diskutieren.