Bewertung: 6

Review: #15.04 Atomic Monsters

Foto: Jensen Ackles, Supernatural - Copyright: Warner Bros. Entertainment Inc.
Jensen Ackles, Supernatural
© Warner Bros. Entertainment Inc.

Die Apokalypse ist (vorerst) gebannt und so widmen sich die Winchesters wieder dem üblichen Fall der Woche. Während der sich recht unspektakulär abspielt, sind es die Nebengeschichten, die um einiges mehr Aufmerksamkeit erwecken. Denn kaum sind die höllischen Tore geschlossen, da rückt plötzlich Chuck wieder mehr ins Rampenlicht.

"We still do the job. We do it for us. For Jack. For Mum. For Rowena."

Das einzig wirklich Interessante an dem Fall der Woche waren die Implikationen im Hintergrund. Die Eltern, die bereit sind, sich für ihren Sohn zu opfern. Der Sohn, der erkennt, dass er seine monsterhaften Ausbrecher nicht mehr unter Kontrolle hat und sich freiwillig zur Schlachtbank führen lässt. Das erinnert doch deutlich an Jack. Und doch eben auch nicht nur an ihn. Denn Sams Alptraum vom Anfang der Folge hat einem auch noch die schon lang vergangene Dämonenblut-Geschichte wieder in Erinnerung gerufen. Damals, als Sam noch höllische Heerscharen anführen sollte, aufgepowert durch Dämonenblut. Nun stellt sich die Frage, wieso wir das plötzlich wieder zu sehen bekommen. Die Geschichte, wonach einer der Brüder den anderen tötet, ist altbekannt. Ist das jetzt nur einer von Sams Alpträumen, oder mehr?

Nicht nur Sams Alpträume sind besorgniserregend. Generell ist er wieder recht negativ eingestellt und hadert mit seinem Schicksal. Dabei ist es meistens Dean, der eher bei solchen Situationen zu kämpfen hat. Doch es ist Sam, dem die komplette Aussichtslosigkeit vor Augen liegt, zusammen mit einer gewissen Eifersucht über das schrecklich normale und ereignislose Leben, das andere Menschen führen. Da merkt man eben doch, wie sehr ihn Rowenas Tod und alles andere mitgenommen hat. So offen emotional zeigt sich Sam nur selten, auch wenn er in dieser Hinsicht um einiges gesprächiger ist als Dean. Im Gegensatz dazu kann sich Dean noch typisch soldatenmäßig mit der Hoffnung aufrecht halten, dass sie ja jetzt endlich frei sind. Chuck-los. Nur zu blöd, dass wir Zuschauer bereits wissen, dass dem eben nicht so ist. Mal sehen, was passiert, wenn die beiden bemerken, dass Chuck eben doch noch in ihrer Geschichte herumfuhrwerkt.

"I can do anything. I'm a writer."

Während sich die Brüder mit Highschool-Vampiren herumschlagen, bekommen wir ein Wiedersehen mit einem altbekannten Gesicht: Becky Rosen, "Supernatural"-Fan Nummer 1 und überhaupt so ziemlich die Kombination sämtlicher Fan-Vorurteile und Hysterien. Sie scheint ihre Sucht hinter sich gelassen zu haben und beschränkt sich nun auf Basteleien und Fanfiktion. Trotzdem ist sie es, die Chuck in seinem geschwächten Zustand aufsucht. Immerhin waren die beiden vor Jahren mal zusammen und Becky hat ihn lange Zeit angehimmelt. Davon ist nun recht wenig übrig geblieben, doch wie immer schafft es Chuck, die Leute doch irgendwie dazu zu überreden, ihm zu helfen. Notfalls eben auf die Mitleidstour. Und tatsächlich kann Becky ihm weiterhelfen. Chucks großes Problem ist, dass er nicht mehr schreibt. Seit er im letzten Staffelfinale das Ende der Welt angekündigt hat, treibt er ziemlich ziellos umher. Weg kann er nicht – Sams Verletzung sei Dank, bleiben ist aber auch nicht das Wahre. Interessanterweise scheint seine Schusswunde die Verbindung zu den Winchesters unterbrochen zu haben, genau das Gegenteil also zu Sam, der seitdem gewisse Dinge von Gott mitbekommt.

Nun wird Chuck durch Becky also wieder dazu animiert, zu schreiben, also weiter Sam und Deans Leben zu steuern. Sein erster Entwurf, zusammen mit Beckys Kommentaren erinnert dabei doch sehr an die Kommunikation zwischen Serienmachern und Fans. Hier wiederholt sich mal wieder was, da sind die Jungs mal wieder in Gefahr, der Bösewicht ist unkreativ... Dadurch, dass man Gott als Schöpfer und Geschichtenschreiber in die Serie hineingebracht hat, kann man jetzt natürlich immer wunderbar damit spielen und Dinge direkt ansprechen, die normalerweise sämtliche 4 Wände durchbrochen hätten. So Ist es eben Chuck, der ungehalten reagiert und sich langsam aber sicher wieder in Gott verwandelt. Wütend bzw. bedrohlich ist sowieso die einzige Art, wie ich diesen Charakter auch nur ansatzweise ernst nehmen kann. Blöderweise reagiert Chuck sehr eingeschnappt auf jede Art von Kritik und schreibt jetzt ein ganz anderes Ende. Ein, Beckys Reaktion nach zu urteilen, schrecklich hoffnungsloses und trauriges Ende. Hier würde mich echt mal interessieren, ob man uns nur aufzeigen wollte, wie sehr Chuck das Ende der Winchesters steuern kann, oder ob es ein kleiner Seitenhieb an die Fans war, die mit nichts zufriedenzustellen sind. Okay, Chucks Thanos-Moment mit dem Wegschnipsen von Becky und ihrer Familie war dann etwas viel, sollte letztlich aber wohl aufzeigen, dass Chuck eben doch lange nicht so geschwächt ist, wie es immer heißt.

Randnotizen:

  • Der tolle Song, der spielt, als Sam und Dean gerade zur Exekution in den Wald fahren, ist von Jensen Ackles: "Sounds of Someday".
  • In dieser Folge gab es einige ziemlich geniale Action-Szenen zu bestaunen. Besonders am Anfang, als sich Dean Actionhero-mäßig durch den rot erleuchteten Bunker schlägt.
  • Eine kleine Cameo: Benny Lafitte (dem man ruhig eine etwas größere Rolle hätte gönnen können).



Fazit

Nach den stark handlungsorientierten Episoden vom Anfang der Staffel, wechselt die Serie nun zu ihrem gewohnten Muster mit "Fall der Woche"-Filler-Episoden zurück. Obwohl damit die Routine bei den Winchesters zurückkehrt, sind sie doch noch deutlich von den jüngsten Geschehnissen gekennzeichnet. Nachdem sich Chuck sichtlich gefangen hat und zurück zum Schreiben gekommen ist, kann man wohl damit rechnen, dass sein Einfluss auf die Geschichte von nun an wieder um einiges deutlicher werden wird.

Denise D. - myfanbase

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