Bewertung: 8

Review: #15.03 Die Ruptur

Das Ende einer Serie bedeutet automatisch auch Abschied nehmen. Genau damit hat #15.03 The Rupture nun begonnen, indem uns mit Rowena ein inzwischen sehr lieb gewonnener Charakter verlässt - und diesmal endgültig, was man bei "Supernatural" doch noch mal extra hervorheben muss. So schade ich es auch finde, dass meine Lieblingshexe nun doch ihr Ende gefunden hat, bin ich doch sehr zufrieden mit der Art und Weise, wie man ihren Charakter abgeschlossen hat. Denn nachdem die Tage schon lange vergangen sind, in denen Rowena zu den Bösen gehört hat und sie inzwischen stattdessen zu einer Art Freundin der Winchesters geworden ist, kann ihr Redemption Arc mit dieser Folge vollständig besiegelt werden. Dazu kommt dann noch der Rückbezug auf die Prophezeiung, dass es Sam sein wird, der Rowena töten wird. Alles in allem eine durchdachte Entscheidung, die nicht bloß auf schnelles Drama zum Schluss setzt.

"Sloppy ass ghost apocalypse."

Da hat mir Dean hundertprozentig aus der Seele gesprochen. Die offenen Höllentore und Armeen der befreiten Geister/Seelen/oder-irgendwas-dazwischen haben es nach wie vor nicht geschafft, mich zu fesseln. Irgendwie will da der Funke einfach nicht überspringen und daran kann auch Liliths Stab nichts ändern. Zugegeben, der kleine Ausflug von Castiel und Belphagor in die Hölle hat das Ganze doch etwas aufgepeppt, retten konnte er die Story aber dann doch nicht. Immerhin kam die Bestätigung dafür, dass Belphagor eben doch nicht so nett und hilfsbereit ist, wie er getan hat. Dämonen lügen und betrügen, große Überraschung. Auch sein Wunsch, den Thron der Hölle zu besteigen, ist nichts Neues. Und so ist es wohl vor allem Belphagors mehr als deutliche Stichelei gegen die angespannte Stimmung zwischen Cas und den Brüdern, die hervorsticht. Die kleinen Seitenhiebe scheinen zu diesem Zeitpunkt nur die Strategie Belphagors zu sein, Castiel abzulenken, im Nachhinein wirkt sie jedoch wie ein riesiges Foreshadowing hin zum großen Krach am Ende der Folge. Fürs Erste begnügt sich Cas aber damit, Belphagor (und damit auch ihren Plan) zu vernichten. Und ab hier wird es richtig interessant.

"To perform this spell I have to die."

Nachdem ihr eigentlicher Plan zunichte gemacht wurde, ist es Rowena, die ein letztes Ass im Ärmel hat. Im wahrsten Sinne des Wortes das letzte, denn hier verlassen wir das aktuelle Geister-Apokalypsen-Geplänkel und machen uns wieder tiefer auf in die Geschichte der Serie und vor allem der Charaktere. Rowena wurde lange Zeit vor allem von ihrem Wunsch definiert, zu überleben. Sei das nun die Zeit, Luzifer oder irgendwelche anderen Hindernisse, die sich ihr in den Weg stellen. Über magische Implantationen, Wiederbelebungszauber und das große Hexenbuch hinweg hat sie immer eine Möglichkeit gefunden, zu überdauern. Wobei ihr in letzter Zeit durchaus bewusst war, dass es auch für sie ein Ende geben wird, und zwar durch die Hand von Sam Winchester. Ausgerechnet dem, zu dem sie im Laufe der Jahre nicht zuletzt durch ihr gemeinsam erlittenes Schicksal mit Luzifer eine besondere Verbindung aufgebaut hat. Und plötzlich ist der Tag da und sie hat nur noch einen letzten Weg, um die Geister aufzuhalten. Ein einfacher Spruch, der allerdings ihr Leben fordert. Es sagt viel über ihre Entwicklung in diesen Jahren mit den Winchesters aus, dass sie nun bereit ist, dieses Opfer für das größere Wohl zu tätigen. Rowena hat einen perfekten Redemption Arc bekommen und das freut mich unheimlich, denn so tut es gleich viel weniger weh, einen Charakter gehen zu lassen (und das steht im deutlichen Kontrast zu KetchsAbleben, das für einen bedeutenderen Nebencharakter doch sehr lieblos und nebenbei geschah).

Das hat ihren Abschied jedoch nicht weniger schmerzhaft gemacht. Hier stechen vor allem ihre Szenen mit Sam hervor und Ruth Connell und Jared Padalecki haben da wirklich ihr ganzen Herz hineingelegt. Rowena, die Sam tröstet und ihn bestärkt, sie umzubringen, da er es sein muss. Sam, der weiß, dass es getan werden muss, was es aber nicht leichter für ihn macht. All die Emotionen, die Verzweiflung und die letztliche Akzeptanz. Schließlich überwindet sich Sam, sticht zu und Rowena kann den Tag (und die Welt) retten. Ein kleines aber doch so bedeutendes Detail waren ihre Abschiedsworte: "Goodbye, boys". Genau wie Crowley.

Ende gut, alles gut?

Die Geisterapokalypse wurde durch Rowenas Opfer abgewendet. Eigentlich ein großer Sieg. Trotzdem ist das Ende dieser Folge alles andere als optimistisch. Sam ist verständlicherweise tief gezeichnet von seiner Tat und auch Dean kann da nicht helfen. Es musste sein, aber das macht es auch nicht leichter. Und so fallen Deans Worte des Trostes auch eher halbherzig aus. Der verlagert seine Gefühle deswegen in eine andere Richtung: Wut. Immerhin ist da ja noch Cas, dessen vorschnelles Töten von Belphagor Rowenas Opfer überhaupt erst nötig gemacht hat. Mal wieder beweist Cas hier das Talent, mit guten Intentionen eine unglückliche Entscheidung zu treffen. Und mal wieder muss er es bitter büßen. Denn Dean projiziert all seine Hilflosigkeit bezüglich Sam nun auf Cas. Schließlich ist es nur wegen ihm so weit gekommen. Natürlich hat Dean da zum Teil auch Recht. Im großen Ganzen ist die Leitung der Hölle erstmal nebensächlich, wenn die ganzen Bewohner nur mal wieder unten sind. Nur geht er Castiel dabei so ungerecht an, dass man einfach auf der Seite des Engels sein muss. Das "Why does this always seem to be you?" als es darum geht, dass immer irgendwas schief läuft, das war ein fieser Schlag. Ungünstigerweise erinnert sich Castiel nur zu gut an die Unterhaltung mit Belphagor zuvor. Nicht zu vergessen die sowieso schon angespannte Stimmung zwischen den beiden. Die Sache mit Mary (an der Castiel auch indirekt und versehentlich beteiligt war), die Enttäuschungen, die beide erlebt haben. Cas reicht's. Es gibt für ihn nichts mehr zu sagen. Trotzdem tun seine Worte fast noch mehr weh als die von Dean, denn auch sie sind alles andere als unberechtigt. "Jack's dead, Chuck's gone. You and Sam have each other. I think it's time for me to move on." In gewisser Weise macht Castiel Schluss mit Dean. Und den - harte Worte hin oder her - trifft das doch ganz schön.

Ich bin mir sicher, dass es das nicht war, dass Cas zurückkommen wird. Trotzdem bleibt da ein bitterer Beigeschmack. Denn die Serie wird bald enden. Und begonnen hat sie nur mit Sam und Dean als zentrale Elemente der Geschichte. Natürlich hat sich seitdem viel getan. Nur ist noch völlig offen, wie sehr die Serienmacher wieder zu diesem Grundstein der Brothers forever zurückkehren. Persönlich gehe ich davon aus, dass sich die Wege von Team Free Will letzten Endes trennen werden, so sehr mich das auch schmerzt. Nur wie? Hoffentlich im Guten! Doch gerade dieser Streit, in dem leider viel zu viele schmerzhafte Wahrheiten mitgeschwungen sind, der macht mir Sorgen.

Fazit

Diese Episode hat mich gleich in mehrere Hinsicht gut unterhalten. Zunächst einmal markiert sie das Ende der Geisterapokalypse, mit der ich nie richtig warm werden konnte. Vor allem aber bekommen wir einige emotional-aufgeladene Szenen zu sehen, in die die Schauspieler alles gelegt haben - Schmerz, Verrat, Trauer, Verzweiflung. Während Rowena ein zufriedenstellendes Ende und einen wunderbaren Redemption Arc bekommen hat, ist der Weggang von Cas eine offene Wunde, die so nicht stehen bleiben kann. Nachdem die erste große Storyline der Staffel beendet ist, bin ich gespannt, wie es nun weitergeht.

Denise D. - myFanbase

Diese Serie ansehen:


Vorherige ReviewÜbersichtNächste Review

Diskussion zu dieser Episode

Du kannst hier mit anderen Fans von "Supernatural" über die Folge #15.03 Die Ruptur diskutieren.