With Love - Review Staffel 1

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Bereits nach dem Piloten von "With Love" wurde ich in den Sog gezogen, unbedingt weitergucken zu wollen, da man mit der ersten Episode schon so gute Arbeit geleistet hat, dass schnell die Lust zu mehr da gewesen ist. Zumal man uns ja auch mit den verschiedenen Konstellationen Cliffhanger geboten hat, bei denen ich unbedingt wissen wollte, wie diese aufgelöst werden. Wie mir diese und die Staffel insgesamt gefallen hat, erfahrt ihr jetzt.

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Desmond Chiam, With Love
© Kevin Estrada/Amazon Prime Video

Freunde bleiben

Gerne möchte ich mit Lily (Emeraude Toubia) und Nick (Desmond Chiam) beginnen. Ehrlich gesagt war ich nämlich nicht begeistert, dass es nicht nur bei der Umarmung an Weihnachten geblieben ist, sondern die beiden auch noch zusammen im Bett gelandet sind. Soll ja jede*r machen, wie er*sie will. Aber bei den beiden hatte ich von Anfang an den Eindruck, als wollten sie sich nur gegenseitig trösten, weil Lily nicht Michael (Peter Porte) zurückgewinnen konnte und Nick sowieso nie was Festes sucht, was aber nicht bedeutet, dass er mit jeder x-beliebigen Person in die Kiste hüpft. Es wirkte jedoch in der Weihnachtsepisode so, als seien die beiden eine Art 'Zweckgemeinschaft' eingegangen. Umso bestürzter war ich dann doch, als ich in der darauffolgenden Silvesterepisode feststellen mussten, dass Lily und Nick noch immer zusammen waren – zumindest zusammen im Bett, da ich sie nie wirklich als Liebespaar gesehen habe. Dass Nick dann tatsächlich Gefühle für sie entwickelt, hat mich letztlich auch überrascht, weil es auf mich einfach nicht den Anschein hatte und Nick für mich auch nicht gerade der Typ ist, der tatsächlich feste Beziehungen mag. Denn er ist eher Kumpel, der für seine Freunde da ist und sonst aber das Abenteuer genießt. Das soll aber nicht heißen, dass ich ihm nicht die große Liebe gönnen – aber es war eben nicht Lily. Dennoch bin ich froh, dass die beiden noch immer Freunde sind, da jemand wie Nick wirklich wichtig fürs Leben ist.

Foto: Rome Flynn & Isis King, With Love - Copyright: Kevin Estrada/Amazon Prime Video
Rome Flynn & Isis King, With Love
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Ich vermisse deinen Duft

Bereits bei der ersten Begegnung von Lily und Santiago (Rome Flynn) wurde deutlich, dass sie den berühmten magischen Moment hatten, bei dem es einfach klick gemacht hat und man als Zuschauer*in wusste, dass die beiden zusammenfinden würden. Allerdings war der Weg dann doch etwas steiniger, aber eben auch nicht kitschig. In der ersten Episode hatte Santiago seine Mutter verloren und obwohl er Sol (Isis King) die richtige Richtung zur Liebe gegeben hat, hat er sich selbst vor dieser sozusagen verschlossen. Ich fand das beim Schauen dessen wirklich schade, denn Santiago ist ein prima und feiner Kerl und ich war so froh, dass er letztlich den Weg doch noch zu Lily gefunden hat. Die beiden haben wirklich etwas Magisches an sich, wo es ein wahrer Genuss ist, ihr Miteinander verfolgen zu dürfen. Allerdings hatte ich ja auch schon den Kitsch angesprochen, der aber bei "With Love" gar nicht oder eben nur minimal vorhanden ist. Besonders deswegen ist bei den beiden auch nicht immer alles eitler Sonnenschein. Die Themen, über die sie verschiedene Ansichten hatten und die letztlich auch zur vorübergehender Trennung geführt haben, fand ich sehr interessant. Zum einen hätten wir da Lilys Eltern Jorge Sr. (Benito Martinez) und Beatriz (Constance Marie), bei denen ja schon in der ersten Episode mehr als offensichtlich gewesen ist, dass die Ehe nicht mehr wirklich intakt ist bzw. dass sie sehr eher nebeneinander herleben. Interessant fand ich hier, dass Lily in diesem Fall die rosarote Brille aufhatte und gar nicht in Betracht gezogen hat, dass Santiago nicht ganz falsch lag. Noch interessanter fand ich seine Ansicht übers Heiraten, denn das war sozusagen der Knackpunkt, weshalb es zur Trennung gekommen ist. Hier hat man das minimale Klischee und den minimalen Kitsch doch bemerkt, denn Lily ist durch und durch romantisch und hier hat man das Latino-Gen durchaus und sehr deutlich bemerkt, da sie sehr aufbrausend wurde, nachdem ihr klar wurde, dass Santiago gar nicht heiraten möchte. Ich fand seine Argumentation sehr einleuchtend und schlüssig, denn ich glaube, nicht nur das Heiraten an sich und die Hochzeit ist eher was für die Gesellschaft, sondern auch das Verheiratetsein. Ich denke, dass Santiago einfach keinem gesellschaftlichen Klischee entsprechen möchte und dass die Ehe etwas sein sollte, was nur zwischen zwei Menschen stattfinden sollte und dass Liebe, Vertrautheit und das Miteinander in dem Sinne keine extra 'Bescheinigung' braucht, um echt zu sein. In dem Sinne fand ich auch Lilys Beispiele ziemlich dämlich. Aber wie gesagt, man hat bereits in der ersten Episode bemerkt, dass sie füreinander bestimmt waren, so dass ich wirklich glücklich war, dass sie in der letzten Episode wieder zusammengefunden haben, besonders weil ein Großteil der letzten Episode voller Tragik gewesen ist, bei der Zusammenhalt umso wichtiger gewesen ist und hier hat sich Santiago tatsächlich als Prinz und Retter erwiesen.

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Isis King & Todd Grinnell, With Love
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Meine neue Familie

Ehrlich gesagt habe ich nicht erwartet, dass Sol und Miles (Todd Grinnell) eine kleine Familie werden, denn der Weg dahin war ja doch steinig und manchmal stand man doch eher am Abgrund. Zumal Sol anfangs auch so sehr distanziert wirkte, dass ich teilweise dachte, sie*er sei froh, dass das erste Date nicht klappt. Umso mehr habe ich mich gefreut, als die beiden dann doch zusammengefunden haben und zunächst sehr glücklich waren. Dann kam ein Hammer, mit dem ich ehrlich gesagt auch nicht gerechnet habe. Miles hat ein Kind! Zum Glück ist man auch hier nicht klischeehaft vorgegangen, denn Charlie – sein Kind – ist non-binär. Interessant fand ich hier, dass man Marta (Renée Victor) und ihren Mann (Pepe Serna) einbezogen hat. Die beiden sind der Welt wirklich sehr aufgeschlossen und haben quasi dafür gesorgt, dass Sol und Miles wieder zusammenfinden. Mir hat sehr gut gefallen, dass er nicht wollte, dass Sol denkt, er hätte sich nur deswegen auf etwas eingelassen. Zugegeben ist Charlie ein völlig normaler Teenager, da zuerst das Ganze so war, dass Sol keine Chance gegeben worden ist, damit sie*er Miles Kind kennenlernen kann. Mir hat sehr gut das Gespräch zwischen den beiden gefallen, denn Sol wollte Charlie etwas geben, was sie*er im Teenageralter selbst nicht hatte: Eine Person, an die Charlie sich wenden kann und von der man verstanden wird. Umso schöner, dass sie am Ende tatsächlich eine harmonische Familie geworden sind, bei der sich Sol öffnen kann.

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Eifersucht, die einen Herzinfarkt verursacht

Bei Jorge Sr. und Beatriz war es alles andere als harmonisch, denn da hat es ja schon zu Beginn der Staffel gekriselt. Ich kann durchaus verstehen, dass sie sich nicht mehr schön und ansehnlich gefühlt hat, wenn ich mir Jorge Srs Verhalten so angesehen habe. Ich kann auch verstehen, weshalb sich Beatriz von Leo (Brandon Routh) so geschmeichelt gefühlt hat, denn er hat sie nicht nur als Frau gesehen, sondern als den Menschen, der sie ist und er hat sich wirklich dafür interessiert, was sie beschäftigt und was sie sich wünscht. Jorge hat sich hier sehr besitzergreifend gezeigt, was mich ehrlich gesagt ziemlich erschreckt hat, denn das war nicht schön mitanzusehen, ebenso wenig, was danach gewesen ist. Damit will ich nicht sagen, dass es schlecht oder überzogen gewesen ist, denn ich glaube, bei Latinos ist das wirklich so, wie uns durch Jorge gezeigt wurde. Hier muss man wirklich von Dankbarkeit sprechen, dass er den Infarkt überlebt hat (wo ich mir manchmal nicht so sicher gewesen bin) und den Wert und die Wertschätzung an seiner und bei seiner Frau erkannt hat.

Wertschätzung gab es auch bei Jorge Jr. (Mark Indelicato) und Henry (Vincent Rodriguez III). Ich mag die Paarung sehr zwischen den beiden, weil sie so harmonisch und liebevoll miteinander umgehen und sich wirklich gefunden haben. Zudem haben sie erkannt, dass ihr gemeinsames Glück nicht im Geld oder Erfolg liegen, sondern im Kleinen und in der Gemeinsamkeit.

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Foto: Renée Victor & Pepe Serna, With Love - Copyright: Kevin Estrada/Amazon Prime Video
Renée Victor & Pepe Serna, With Love
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Wer wird heiraten?

Das ist wohl die große Frage, die sich im Finale gestellt hat und möglicherweise der Aufhänger für eine zweite Staffel ist, denn "With Love" hat gleich mehrere potenzielle Kandidat*innen, die in den Hafen der Ehe einreisen könnten. Obwohl man hier das Ende offen gelassen hat und durchaus damit leben könnte, bin ich doch neugierig, wer heiraten wird. Schön finde ich, dass man mit Marta und ihrem Mann eine Konstante hatte über die Staffel, die bewiesen hat, wie stark Liebe sein kann, die alles überwinden kann, ohne dass die Liebe und Ehe Risse und Wackler bekommt.

Fazit

"With Love" hat mit der ersten Staffel bewiesen, wie gut es gelingen kann, Geschichten in nur fünf Episoden zu erzählen, die weder kitschig, noch klischeehaft, vollgestopft oder übereilt wirken, sondern von Liebe, Authentizität und Ehrlichkeit geprägt erzählt werden.

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Daniela S. - myFanbase

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