Sandman - Reviews Staffel 1

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In unseren Kritiken schildern unsere Autoren und Autorinnen ihren ersten Eindruck von einer Episode in Form einer kurzen Review. Nutze die Gelegenheit, deine Meinung zu diesen Folgen kundzutun und mit uns über die Serie zu diskutieren.

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#1.01 Kapitel 1 - Der Schlaf der Gerechten

Foto: Tom Sturridge, Sandman - Copyright: 2022 Netflix, Inc.; Courtesy of Netflix
Tom Sturridge, Sandman
© 2022 Netflix, Inc.; Courtesy of Netflix

Genau wie viele andere habe ich mich sehr auf "Sandman" gefreut. Der Cast ist mit vielen tollen Schauspieler*innen ausgestattet, die Comicvorlage mehrfach ausgezeichnet und gefeiert. Die erste Folge geht dabei aber nicht in medias res lo, sondern hält sich an die Vorlage und baut die Welt um den Traumweber langsam auf.

Wie in den Comics wird Lord Morpheus (Tom Sturridge), der Herrscher des Traumreichs, vom englischen Okkultisten Roderick Burgess (Charles Dance) gefangen genommen. Dieser wollte genau genommen Death (Kirby Howell-Baptiste) fangen, ein Geschwisterteil von Morpheus und genau wie er ein Mitglied der Ewigen, um seinen geliebten Sohn Randall von den Toten zurückzuholen, für seinen jüngeren durchaus lebendigen Sohn Alex (Benjamin Evan Ainsworth) interessiert er sich dabei kaum.

So begleiten wir Lord Morpheus durch seine 100 Jahre Gefangenschaft und sehen, wie negativ sich seine Abwesenheit auch auf die Wachwelt auswirkt: Millionen von Menschen können nicht mehr aufwachen, andere finden gar keinen Schlaf mehr.

Das erste Kapitel lässt sich, wie gesagt, viel Zeit und gibt auch Burgess und seinem Sohn Alex viel Raum, vom Traumweber erfahren wir tatsächlich noch nicht allzu viel, außer vielleicht, dass er allgemein etwas mehr Sonne vertragen könnte. Trotzdem werden hier schon Charaktere eingeführt und Storylines aufgebaut, die im weiteren Verlauf der Geschichte noch durchaus relevant sind. Insgesamt liefert die Folge einen guten Einstieg in die Serie.

Meine Neugier auf das "Sandman"-Universum ist auf jeden Fall geweckt, denn man merkt, jetzt geht es erst richtig los. Schließlich gilt es jetzt für Lord Morpheus, das gefallene Traumreich wieder zu errichten und zu alter Stärke zurückzufinden.

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#1.02 Kapitel 2 - Gastgeber mit kleinen Fehlern

Foto: Sanjeev Bhaskar, Asim Chaudhry & Tom Sturridge, Sandman - Copyright: 2022 Netflix, Inc.; Courtesy of Netflix
Sanjeev Bhaskar, Asim Chaudhry & Tom Sturridge, Sandman
© 2022 Netflix, Inc.; Courtesy of Netflix

Episode #1.02 setzt da an, wo die erste aufgehört hat, im zerstörten Traumpalast. Dream versucht vergeblich, ihn wieder zu errichten, allerdings ist er einfach zu geschwächt und bricht zusammen. Seine Insignien fehlen ihm: sein Helm, sein Rubin und natürlich sein Traumsand. Damit zieht er also los, um herauszufinden, wo seine Werkzeuge gelandet sind, denn zwar hatte Burgess ihm die weggenommen, allerdings hatte dessen mittlerweile Ex-Partnerin Ethel (Joely Richardson) sie sicherheitshalber mitgehen lassen.

In diesem Zusammenhang hat auch der Korinther (Boyd Holbrook), einer von Morpheus‘ Alpträumen, seinen ersten großen Auftritt, denn der besucht Ethel, konfrontiert sie mit ihrem Diebstahl und warnt sie vor Morpheus bevorstehender Rache. Und er zeigt seine bissigen Augen, gruselig.

Der Traumlord überlegt derweil, die Moiren zu beschwören, um zu erfahren, wo er seine Werkzeuge finden kann, schließlich hat der noch keine Ahnung von Ethel. Seine Assistentin Lucienne (Vivienne Acheampong), die den Laden in seiner Abwesenheit am Laufen gehalten hat, ist nicht so begeistert von dieser Idee, denn die drei sprechen nur in Rätseln und sind meistens nicht besonders hilfreich. Sie schlägt stattdessen vor, Morpheus‘ Geschwister um Hilfe zu bitten, Destiny und Desire (Mason Alexander Park), die in diesem Zusammenhang mal kurz angeteasert werden. Dream aber,hat seine Entscheidung schon getroffen, vor allem auch, weil seine Geschwister ihm während seiner Gefangenschaft nicht geholfen haben.

Nachteil an der Sache: die Dienste der Moiren sind teuer. So treffen wir Kain (Sanjeev Bhaskar) und Abel (Asim Chaudhry), sowie Gregory, ihren persönlichen Haus-Gargoyle. Und der ist wirklich wahnsinnig süß. An dieser Stelle wird es auch schon ein bisschen abgedreht, denn, wie in der Legende, tötet Kain seinen Bruder immer und immer wieder, begräbt ihn sogar, bis dieser auch immer wieder aufsteht. Doch ziemlich makaber, aber auch hier wieder ein neuer Hinweis darauf, was in der Welt von Sandman möglich ist. Aber zurück zu Gregory, den muss der Sandman nämlich zurückfordern und opfern, um die Moiren bezahlen zu können und das erste Mal sehen wir etwas Empathie beim Traumweber, wo er doch sonst so stoisch und kalt wirkt. Auch, wenn es sehr schade um Gregory ist, bekommen wir als Zuschauer*innen eine ziemlich coole und unheimliche Szene mit den besagten Schicksalsgöttinnen geliefert, in der mit Licht und Schatten gespielt wird und sich ihre Gesichter wie auf Knopfdruck wechseln. Schließlich sind sie auch die "drei, die eine sind". So werden uns die nächsten Punkte der Story angeteasert, denn Johanna Constantine (Jenna Coleman) hat seinen Sand, ein Dämon seinen Helm und sein Rubin wurde von einer Mutter an ihren Sohn gegeben. Und mit dem geht es direkt weiter, denn John (David Thewlis), der Sohn von Ethel und Roderick, hat den Rubin.

Alles in allem zeigt die zweite Folge schon weitaus mehr und treibt die Story für die erste Hälfte der Staffel deutlich voran und zeigt, wohin es als nächstes geht, nach London, zu Johanna.

Noch ein kleiner Hinweis zum Schluss: Das Outro ist immer dem Inhalt der Folge angepasst, verändert sich also jedes Mal ein bisschen.

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#1.03 Kapitel 3 - Träum einen Traum von mir

Foto: Jenna Coleman & Tom Sturridge, Sandman - Copyright: 2022 Netflix, Inc.; Liam Daniel/Netflix
Jenna Coleman & Tom Sturridge, Sandman
© 2022 Netflix, Inc.; Liam Daniel/Netflix

Weiter geht es mit einer meiner persönlichen Lieblingsfolgen dieser Staffel, mit einem meiner Lieblingscharaktere in meiner liebsten Stadt. Denn in Folge #1.03 treffen wir in London auf Johanna Constantine, einer Dämonenjägerin, die zunächst nicht an einen Traumlord glaubt und sich für seine Sache auch nicht wirklich interessiert. Deshalb lässt sie ihn auch gerne einfach stehen. Das sorgt auch einige Male für lustige Momente in der Folge, Dream ist es einfach nicht gewohnt, dass ihm jemand so Paroli bietet. Da aber jede*r mal schlafen muss, trackt Morpheus sie schnell in ihrem wiederkehrenden Alptraum, in dem sie es nicht geschafft hat, ein kleines Mädchen zu retten. Morpheus verspricht ihr, ihr diesen Traum zu nehmen, wenn sie ihm hilft, den Sand zurückzubekommen, denn den hat sie bei ihrer Ex-Freundin Rachel (Eleanor Fanyinka) liegen lassen, als sie sie damals ohne ein Wort verlassen hat. Auch wenn es Johanna erstmal sichtlich unangenehm ist und sie den Traumlord wieder mal unten vor der Tür stehen lässt, vergibt ihr Rachel doch sehr schnell wieder, um es mal vorsichtig auszudrücken. Doch etwas stimmt nicht, die Rachel, die Johanna gerade noch geküsst hat, ist nur eine Illusion, die der Sand geschaffen hat. Der entzieht ihr ihre Lebensenergie, sie ist nur noch ein Schatten ihrer selbst und liegt im Sterben. So viel Mitgefühl wie Morpheus bei Gregory gezeigt hat, so kalt und herzlos agiert er hier, bis Johanna ihn durch ihre Emotionen an seine 'Menschlichkeit' erinnert. So decken wir auch hier wieder ein weiteres Puzzleteil auf, das den Traumlord ausmacht. Er versucht immer sehr verbissen, seine Fassade aufrecht zu erhalten, aber ganz frei von Empathie ist er dann eben doch nicht. Diese Facetten finde ich bei Charakteren immer besonders interessant, einer der Gründe, wieso ich auch diese Folge so mag.

In der parallelen Storyline um Ethel und ihre Sohn John erfahren wir derweil, dass er den Rubin des Traumwebers modifiziert und damit bereits viele Menschen getötet hat. Das erklärt auch, wieso er im Pyjama in einer Zelle sitzt. Sein Ausbruch ist da der Anfang seiner Vendetta gegen die Lügen in der Welt und gibt mit dem Leute zerfetzenden Schutzmedaillon schon mal einen kleinen Hinweis darauf, wie blutig es auch in der Welt von "Sandman" zugehen kann. David Thewlis gelingt es dabei auch, unterschwellig richtig bedrohlich, sogar psychopathisch zu wirken, was auch in den kommenden Folgen weiter zum Vorschein kommt. Vom liebenswerten Lupin ist bei John auf jeden Fall keine Spur.

Morpheus hat nun also schon einmal seinen Sand zurück, die Suche nach dem mächtigen Rubin hat sich allerdings weiter verkompliziert.

Ich hatte wirklich viel Spaß an der Folge, da ich besonders Jenna Colemans Darstellung von Johanna Constantine sehr mag, weil sie Witz hat, einen gewissen Charme und es einfach unterhaltsam zu sehen ist, wenn Lord Morpheus mal herausgefordert und teilweise sogar sprachlos gemacht wird.

#1.04 Kapitel 4 - Hoffnung in der Hölle

Foto: Gwendoline Christie & Tom Sturridge, Sandman - Copyright: 2022 Netflix, Inc.; Courtesy of Netflix
Gwendoline Christie & Tom Sturridge, Sandman
© 2022 Netflix, Inc.; Courtesy of Netflix

Wie der Episodentitel verrät und die letzte Folge schon angeteasert hat, tritt Traumlord Morpheus jetzt tatsächlich seine Reise in die Hölle an, um seinen Helm, ein weiteres seiner Insignien, zurückzuholen. Auch hier erfahren wir wieder mehr über Dream, denn Mirda, eine Frau aus dem Stamm der ersten Menschen, erkennt ihn, aber nicht nur als Traumkönig, sondern auch ihren früheren Geliebten. Die Gestalt von Morpheus ist für sie da aber eine andere als für uns. Das lässt Raum für die eine oder andere Spekulation: hat Morpheus sich also das ein oder andere Mal in unterschiedlicher Gestalt auf die Erde geschlichen? Oder ändert er seine Gestalt wie bei "Doctor Who" regelmäßig durch eine Art Regeneration? Klar ist auf jeden Fall, dass es ihn sichtlich mitnimmt, anscheinend hat Mirda ihm großen Schmerz zugefügt. Wieder wird da also seine Vergangenheit angedeutet, was ihn, wie ich finde als Charakter interessanter aber auch weiter mysteriös macht. Auf dem Weg zu Lucifer Morgenstern, gibt es noch ein paar sehr düstere, aber beeindruckende Shots aus der Unterwelt und dem Palast des einst mächtigsten Engels.

Bevor Morpheus auf die Chefin der Hölle trifft, ein kleiner Fun Fact am Rande: Der Charakter aus der Serie "Lucifer", entstammt eigentlich auch aus den Sandman-Comics, wurde hier allerdings neu besetzt und wird deshalb auch keine Rolle spielen. Denn hier steht Morpheus einem weiblichen Lucifer gegenüber, dargestellt von Gwendoline Christie. Die ist dabei überheblich, gespielt freundlich, die Abneigung gegen Dream ist dabei aber offensichtlich. Der Kampf der beiden um den Helm des Traumherrs ist deshalb auch absolut unerbittlich und komplett anders, als ich erwartet habe. Denn hier fliegen keine Fäuste, sondern nur Worte durch die Luft. Klingt harmlos, aber dennoch erleiden die beiden Schaden, durch den mentalen Angriff des jeweils anderen. Wie hat schon Dumbledore gesagt: Nur weil es in deinem Kopf passiert, heißt es nicht, dass es nicht wahr ist. So schafft es Dream nach fünf hart umkämpften Runden, die Herrscherin der Hölle zu besiegen und zwar mit der einen Sache, die nicht geschlagen werden kann: Hoffnung. Das war auch der Punkt, an dem mir zumindest klar wurde, dass man sich die Titel der jeweiligen Folge immer genauer anschauen sollte.

John war in der Zeit mit dem Rubin aber leider auch nicht untätig und hat sich mit Rosemary, einer Frau, die ihn aufgelesen und mitgenommen hat, sagen wir mal angefreundet. Er erzählt davon, dass er den Rubin absichtlich benutzt hat, um Leute zu töten, weil sie "böse" waren und lügen, dagegen ist er nämlich wirklich allergisch. Das macht ihn alles nicht gerade weniger bedrohlich, obwohl er sagt, er wolle die Welt mit dem Rubin retten. Fragt sich nur, was er sich darunter vorstellt, wahrscheinlich nichts Gutes.

Durch seinen zurückgewonnenen Helm findet Morpheus schließlich den Rubin in Johns Lagerraum, allerdings hat dieser ihn wirklich so modifiziert, dass er den Traumlord abstößt. Die Dinge verkomplizieren sich hinsichtlich des Rubins also immer weiter und es ist jetzt an Morpheus, John aufzuhalten, denn der legt jetzt so richtig los.

Eine wieder spannende Folge, dessen Highlight definitiv die Hölle ist, einen Satz, den ich nicht allzu oft benutze. Schon hier hat man das Gefühl, man steuert auf eine Art Mid-Season Finale zu, dazu aber mehr in der nächsten Folge.

#1.05 Kapitel 5 - 24 Stunden

Foto: Sandman - Copyright: 2022 Netflix, Inc.; Liam Daniel/Netflix
Sandman
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Je unscheinbarer der Titel, desto heftiger die Folge. In Folge Numero fünf geht nämlich so richtig die Post ab, als John uns mit seinen etwas extremen Methoden zeigt, was für eine unglaubliche Macht der Rubin des Traumlords hat. Bei seinem Versuch Lügen ein für alle Mal loszuwerden, sorgt er stattdessen dafür, dass ein gewöhnliches kleines Diner eine komplett neue Kundschaft braucht. Und eine neue Belegschaft. Und einen sehr guten Reinigungsdienst. Grob gesagt, es wird weiter verdeutlicht, wie machtvoll und auch essenziell der Sandman mit seinen Werkzeugen und Fähigkeiten in dieser Welt ist, denn er hat zumindest zum Teil, die Kontrolle über die Hoffnungen und Träume der Menschen. Also das, was sie antreibt, was sie aufstehen und weitermachen lässt. Und wir sehen eben auch, wie schnell und zerstörerisch es eskalieren kann, wenn den Menschen genau das genommen wird.

Wie ich schon angeteasert habe, fühlt sich die fünfte Episode an wie ein typisches Midseason-Finale und ist es wahrscheinlich auch. In der heutigen Zeit, in der komplette Staffeln auf einmal erscheinen, ist es meiner Meinung nach aber recht ungewöhnlich, dass es einen doch so harten Cut zwischen zwei Storylines gibt, wie hier. Denn an dieser Stelle ist der erste Teil der Geschichte komplett abgeschlossen, John wurde in einen ewigen Schlaf versetzt und Morpheus hat all seine Insignien und damit seine Macht zurück, und es kann jetzt quasi erst richtig losgehen.

Außerdem muss ich zugeben, dass die Episode mir auch an manchen Stellen einen Tick zu heftig war, auch wenn ich grundsätzlich verstehen kann, was die Macher damit rüberbringen wollten. Vielleicht sollte sie dazu aber auch einfach schocken. Es lohnt sich auf jeden Fall auf die Farbkodierung (das color coding) der Episode zu achten, die Farbe Rot spielt da eine ganz entscheidende Rolle und immer wieder clever eingebaut.

#1.06 Kapitel 6 - Das Rauschen ihrer Flügel

Hier folgt zeitnah eine Review zur Episode.

#1.07 Kapitel 7 - Das Puppenhaus

Hier folgt zeitnah eine Review zur Episode.

#1.08 Kapitel 8 - Vater, Mutter, Kind ...

Hier folgt zeitnah eine Review zur Episode.

#1.09 Kapitel 9 - Unter Sammlern

Hier folgt zeitnah eine Review zur Episode.

#1.10 Kapitel 10 - Verlorene Herzen

Hier folgt zeitnah eine Review zur Episode.

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Sophie F. - myFanbase

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